Almamy Toure fühlt sich derzeit topfit.

Der vergangene Donnerstag war ein besonderer Tag für Eintracht-Abwehrmann Almamy Toure. Der Franzose lief – obwohl er schon seit einem halben Jahr bei der SGE ist – in seinem ersten Europa League-Spiel für die Hessen auf. Grund für die späte Premiere ist, dass er vergangene Spielzeit im Europapokal nicht gemeldet und somit nicht spielberechtigt war. Im Gespräch mit „Eintracht TV“ ließ er nun sein Europa League-Heimdebüt Revue passieren – und zeigte sich hier durchaus auch selbstkritisch.

Europa-League-Premiere nach einem halben Jahr

Allerdings überwog natürlich das Positive nach dem 2:1-Sieg gegen Flora Tallinn: „Für mich war das super – die Heimpremiere vor den tollen Fans. Das war schon ein wunderbarer Moment. Es war ja mein erstes Europa-League-Spiel in der Arena.“ Beeindruckt sei er vor allem von den Fans gewesen, die das Qualifikationsspiel feierten, als sei es ein Gruppenspiel und ihm so einen mehr als würdigen Rahmen verliehen: „Es ist wirklich super, vor den Fans in vollem Haus spielen zu dürfen. Der Support war fantastisch. Eigentlich genau so, wie ich es als Zuschauer schon erlebt hatte.“ Eben diese vergangene Spielzeit sei Motivation für die aktuelle Mannschaft, in der Europa League wieder alles rauszuhauen: „Wir hoffen, dass wir eine ähnlich erfolgreiche internationale Saison spielen, wie in der abgelaufenen Saison. Aber dafür müssen wir die nächste Runde auch überstehen.“

Am vergangenen Donnerstag lief der Franzose in der rechten Innenverteidigung auf. Mit seinen Partnern Danny da Costa, der die rechte Außenbahn beackerte und Dominik Kohr, der im rechten zentralen Mittelfeld spielte, habe er – auch im Auftrag von Trainer Adi Hütter – versucht auch die Offensivaufgaben zu erledigen. „Der Trainer hat auch zu uns gesagt: Nutzt die Räume, die sich euch bieten. Stoßt nach vorne und macht Druck. Schade, dass wir das nicht noch effizienter für uns ausnutzen konnten. Trotzdem denke ich, dass die Offensivleistung ordentlich war und wir uns noch weiter einspielen. Dann könnte da noch mehr gehen“, meint der 23-Jährige.

Fehler vor dem Gegentor

Während er mit seinem Auftritt in der Offensive zufrieden war, zeigte er sich defensiv selbstkritisch. Vor allem vor dem zwischenzeitlichen 1:1 sah er deutliches Verbesserungspotenzial. „Es war erst ein Stellungsfehler meinerseits. Der Ball hat mich passiert und dann war es in der Rückwärtsbewegung nicht mehr so leicht – gegen einen sehr agilen Stürmer. Er hat mich da klassisch ausgeschaukelt und ich kam nicht mehr in den Zweikampf. Ich sah da nicht so gut aus und hätte im Eins gegen Eins mehr ausrichten können“, übt er ehrliche Selbstkritik.

Nachdem der 23-Jährige vergangene Winterpause zu den Hessen kam, absolvierte er sieben Einsätze mit dem Adler auf der Brust – eine ausbaufähige Quote. Allerdings hatte der Franzose auch immer wieder mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen. Diese Verletzung habe er nun aber hinter sich gelassen. „Ich kann mich in keiner Weise beklagen. Es geht mir sehr gut und ich erhole mich sehr gut von den Einheiten. Wir haben zu Beginn der Saison eine neue medizinische Abteilung dazubekommen und damit gehen auch neue Techniken bei der Behandlung einher. Bei mir funktioniert die Erholung bisher sehr gut und ich hoffe, dass es so weiter geht. Also ich fühle mich topfit“, freut sich Toure.

Ob der Rechtsverteidiger in der dritten Qualifikationsrunde gegen den FC Vaduz zum Einsatz kommt ist ungewiss . Zum einen wegen des Patzers im Tallinn-Spiel, zum anderen, weil mit Martin Hinteregger ein weiterer Innenverteidiger zur SGE gestoßen ist. Wenn er spielen sollte, ist er sicher, dass die Spieler der Hessen gut über den bisher eher unbekannten Gegner informiert sind: „Fakt ist, dass wir sehr gut mit Informationen versorgt werden. Wir bekommen einen Link von unseren Videoanalysten zur Verfügung gestellt und da kann man schon sehen, was auf uns zu kommt. Insofern werden wir wissen, worauf es ankommen wird.“ Auch die Zielsetzung sei ganz klar: „Auf jeden Fall fliegen wir nach Vaduz, um auch dieses Spiel zu gewinnen.“

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14 Kommentare

  1. Denke den Jungen würde eine Leihe mal gut tun (in Liga 2).

    Momentan scheint ihm das Tempo (handlungsschnelligkeit) zu hoch.

    Sehe in ihm zwar das Talent generell nicht, aber ok…vielleicht entwickelt er sich noch.
    Nur, momentan ist er eben noch keine Hilfe.

  2. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass er für diese Selbstkritik einen langen Anlauf genommen hat. Ist ja auch egal. Olga hat´s treffend beschrieben. Ich habe wenig Lust permanent die Luft anzuhalten, wenn über rechts die Angriffe kommen und Alarm ist.

  3. Leute Leute Leute…
    Der Junge ist RECHTSVERTEIDIGER und hilft in der IV aus. Damit stellt er sich in den Dienst der Mannschaft. Dann ist er in einem Qualifikationsspiel gegen einen Gegner mit überschaubaren Fähigkeiten nicht hundert Prozent Achtsam und verschuldet ein Tor – SO WHAT?!
    Das nimmt ja schon ähnlich sinnfreie Züge an, wie einst das Oczipka-Bashing oder zuletzt das Willems-Bashing. Wobei Willems massiv dafür niedergemacht wurde, dass er sich in den Dienst der Mannschaft gestellt hat und auf einer Position die er nicht spielen kann gespielt hat (wie wir alle (außer Hütter scheinbar) sehen konnten). Willems ist Außenverteidiger und hat im defensiven Mittelfeld gespielt – da bleibt es nicht aus, dass das nach hinten losgeht.
    Gleiches jetzt bei Touré, der nach vorne gerade in Halbzeit zwei sehr gute Ansätze gezeigt hat, aber scheinbar bei uns keine Alternative für die IV ist.
    An dieser Stelle sollte man doch eigentlich Hütter dafür kritisieren, dass er erneut einen Spieler auf der falschen Position aufgestellt hat und nicht flexibel genugt ist zu reagieren, wenn es nicht läuft.

  4. Er hat doch nichts falsches gesagt, hat seine Fehler selbst zugegeben und dass ein Spieler, egal welcher Kategorie, froh und glücklich ist vor den besten Fans der Welt zu spielen, dafür sollten wir doch Verständnis haben.
    Da ist der Spieler auf der einen Seite und hier sind einige Meinungen von Usern, soweit alles okay.
    Trotzdem mein Vorschlag, überlassen wir doch die endgültige Entscheidung unserer sportlichen Leitung und dem allseits geschätzten Trainer AH.
    Nun lasst uns erstmal auf morgen freuen.
    Forza SGE !

  5. Hey Ben Gore, da hast du natürlich nicht unrecht, aber auch als RV sollte man Bälle richtig einschätzen und sich nicht so dermaßen leicht ausspielen lassen.

    Ich weiß auch nicht warum, habe irgendwie von Beginn an (erstes Spiel) sehr auf ihn geachtet und dabei ist mir dann ein Muster aufgefallen, dass er immer die gleichen Fehler macht (er schätzt Situationen falsch ein).

    Und das Problem ist halt, dass er jetzt nicht die meeeeega Fähigkeiten besitzt, zb einen überragenden offensivdrang a la Kostic/ da Costa, um diese krassen Schwächen halbwegs zu kaschieren.

  6. Der von Olga angesprochene Stellungsfehler kommt immer wieder vor,
    wenn man bei Ballbesitz sich schon nach vorne orientiert und der Ball
    plötzlich verloren geht.
    Das ist jedem unserer Abwehrspieler schon passiert, auch dem großen“Hinti“.
    Kovac hat immer gesagt, Abwehr kann man lernen, Angriff ist Kunst.
    Etwas mehr Spielerfahrung und Toure kann das sicher minimieren.
    Im übrigen habe ich gehört, dass er vor dem Spiel sehr gut trainiert hat.
    Auffällig ist aber generell, dass gerade wir sind für solche Fehler anfällig sind,
    weil Hasebe oft weit hinten steht und der Stürmer sich in den Rücken schleichen
    kann, ohne abseits zu stehen.

  7. Denke auch, dass wir ihm etwas Zeit geben sollten. Zumal er spezifisch in der 2. Hälfte für ordentlich Dampf auf rechts mit DDC zusammen gesorgt hat, wohingegen von links über Kostic kaum was lief ( da dort sein kongenialer Partner Rebic eben gefehlt hat ).

    Ich denke im 4-4-2 ist Toure auf rechts definitiv eine mehr als gute Option, im Zusammenspiel mit einem RM. IV wird er so schnell auch nicht mehr spielen, da werden Hinti, Hase und NDicka / DA den Vortritt erhalten.

  8. Also, wenn man Fußball gespielt hat, dann weiß man dass es ein Unterschied ist, ob ich RV/ LV spiele, das ist ein ganz anderes Raumgefühl. Als RV/LV hast du die Auslinie und die Abseitslinie , also die letzte Reihe als Orientierung. Somit ist das spielFeld in einem 90 Grad Winkel vor einem offen. Als innenverteiger wiederum ist das Stellungsspiel und der Aufgabenbereich enstsprechend anders.
    Leider wird das bei Kritik an Touré nie berücksichtigt.
    Was meint ihr wie blöd da Costa auf dieser Position aussehen würde ?

  9. Auch Hasebe sah nicht immer gut aus, als er bei uns RV spielte. Ist halt so.

  10. Falsche Position stimmt schon.
    Aber als er da mal den Ball so beschissen angenommen hat, ohne dass er bedrängt wurde und der Ball im Seitenaus landete, war schon krass.
    Klar, kann auch passieren.
    Aber sowas bleibt halt im Gedächtnis.

    Sein Spiel war nicht gut, darf man auch mal sagen. Aber in der 2. Halbzeit hat man schon gesehen, dass er spielen kann.

    Ich hab mit mir jetzt mal ausgemacht das, wenn er in Zukunft auf seiner gelernten Position spielt, er bei mir noch Welpenschutz hat.
    Wegen Verletzung und keine Chance mehr auf Einsätze wegen Hinti.

    Bei der 3-fach Belastung, wird er vermutlich seine Spielzeiten kriegen.
    Und dann nach 3-5 Einsätzen in der IV kann man sagen, wohin es mit ihm geht.

    Etwas mehr Spielzeit muss man ihm fairerweise zugestehen, um eine endgültige Einschätzung seiner Spielstärke machen zu können.

    Voraussetzung ist natürlich, Adolf H. will
    ihn nicht umschulen 😉

    Hoffe grundsätzlich bei jedem Neuen, dass er bei uns ein neues Level erreicht.

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