Spielen Stefan Reinartz und der in Hoffenheim aussortierte Pirmin Schwegler nächste Saison zusammen im Mittelfeld?
Spielen Stefan Reinartz und der in Hoffenheim aussortierte Pirmin Schwegler nächste Saison zusammen im Mittelfeld?

Es ist ein Paukenschlag bei der TSG Hoffenheim. Trainer Julian Nagelsmann setzt nach Informationen der Sport Bild nicht mehr auf Kapitän Pirmin Schwegler und möchte die Zusammenarbeit mit dem defensiven Mittelfeldmann im Sommer beenden. Der Schweizer, der aktuell an Knieproblemen leidet, kam in der Rückserie insgesamt erst 50 Minuten zum Einsatz und musste beim 1:5 in Stuttgart die gesamten 90 Minuten von der Bank aus zusehen. Nagelsmann setzt im Abstiegskampf auf andere Akteure und plant auch für die kommende Saison nicht mehr mit Mittelfeldmann, dessen Vertrag noch bis 2017 läuft.

Schwegler wechselte 2014 für 1,1 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt in den Kraichgau. Bei den Hessen war der Nationalspieler fünf Jahre tätig und fühlte sich am Main sichtlich wohl. Der 29-Jährige betonte häufig, wie viel er den Hessen zu verdanken habe: „In Frankfurt bin ich gereift.“ Er erlebte einiges mit: Abstieg, Aufstieg, Einzug in die Europa League, die grandiose Fahrt nach Bordeaux, als 12.000 Fans den Verein begleiteten. Das waren „tolle Erlebnissen, Highlights, die ich definitiv nicht vergessen werde„, betonte er in einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau im November 2014.

Dabei endete die Zeit in Frankfurt denkbar unglücklich. Schwegler fehlte in der Spielzeit 2013/14 häufiger, als ihm und dem Klub lieb war. Ein Innenbandriss, ein Rippenbruch und dann noch ein mysteriöser Virus – der Eidgenosse erlebte keine einfache Spielzeit und bestritt nur 17 Spiele in der Bundesliga. Er ließ sich dennoch nie hängen und gab bis zum Schluss alles, was in seiner Macht stand: „Ich habe alles für den Verein gegeben, ich habe oft mit Verletzungen oder Krankheiten gespielt. Ich habe vieles durchgemacht.“

Das Verhältnis zu den Verantwortlichen kühlte aber in den letzten Wochen vor seinem Wechsel zur TSG merklich ab. Ein Knackpunkt war die Heimpartie gegen Hannover 96 am 31. Spieltag. Die Hessen wollten den Klassenerhalt sichern, verloren aber mit 2:3. Schwegler kehrte nach seiner Viruserkrankung erstmals wieder auf das Feld zurück und wurde nach nur 32 Minuten beim Stand von 1:3 ausgewechselt. Die Rückendeckung im Umfeld schwand dadurch immer weiter, die Verantwortlichen kamen nicht mehr auf Schwegler zu.

Sportdirektor Bruno Hübner hätte Schwegler gerne auch im Sommer 2014 gehalten.
Sportdirektor Bruno Hübner hätte Schwegler gerne auch im Sommer 2014 gehalten.

Dabei wären der Schweizer und seine Frau Fayza, die sich mit der Stadt noch immer sehr verbunden fühlt und nach wie vor für eine Model-Agentur in Frankfurt arbeitet, wohl gerne am Main geblieben. Schwegler wurde im Kraichgau, obwohl unter Vorgänger Markus Gisdol gesetzt, nie wirklich glücklich. Vergangenen Juni gab es bereits lose Gerüchte, die eine Rückkehr zur Eintracht durchaus für möglich hielten. Kommt im Sommer, wenn auf Vorstandsebene ein Umbruch stattfindet, Bewegung in die Personalie Schwegler? Bedarf ist auf der Position des Sechsers jedenfalls vorhanden. Stefan Reinartz ist noch nicht richtig angekommen, der Vertrag von Makoto Hasebe läuft aus, Slobodan Medojevic und Aleksandar Ignjovski (beide Vertrag bis 2017) kamen in ihrer Zeit bei den Hessen nicht über den Status des Ergänzungsspielers hinaus. Der Verein würde sich bei einem dementsprechenden Angebot höchstwahrscheinlich gesprächsbereit zeigen.

Immerhin: Sportdirektor Bruno Hübner, der permanent hinter dem ehemaligen Kapitän stand, ist weiterhin im Verein. Er sagte damals: „Wir versuchen, dass Pirmin bleibt. Als Führungsspieler und Persönlichkeit hat er einen hohen Stellenwert.“ Könnte Schwegler wieder an die damals gezeigten Leistungen anknüpfen? Passsicherheit, Führungsstärke und eine gute Übersicht machen sein Spiel aus. Fähigkeiten, die die Hessen mit Sicherheit auch im nächsten gebrauchen können.

- Werbung -

60 Kommentare

  1. „Problem: Gleich acht Spieler sind wegen der Länderspiele auf Reisen, deshalb bestreiten die Frankfurter auch keine Testspiele“

    Schon erstaunlich wie es 8 Spieler zu Länderspielen schaffen…… mit mittlerem 2. Liga Niveau.

  2. Pro und Kontra Schwegler, ok, aber was möchte Kovac, wie sind dessen Vorstellungen und auf welche Spieler setzt er? Auch das ist schon wieder schwierig, sein Vertrag verlängert sich nur bei Klassenerhalt. Also wieder Plan A u. B.
    Oder doch mit Kovac auch ggf. in die zweite Liga und mit ihm und seinen Vorstellungen alternativ planen?
    Entscheidung über Klassenerhalt erst am letzten Spieltag. Drinbleiben! VG.

  3. @alpi: Vielleicht weil sie mehr als Zweitliga-Niveau haben, wenn man sie objektiv betrachtet.

  4. Allen die vom verletzungsnafälligen Schwegler sprechen rate ich, mal nachzuzählen wieviele Spiele er letzte und diese Saison VERLETZUNGSBEDINGT gefehlt hat. Und er macht das Spiel dadurch schneller, das er schnell reagiert und gute Pässe spielt. Dafür muss man nicht selbst rennen. Und natürlich ( das gilt aber bei jeder Lösung ) solltest Du neben einem Strategen der das Spiel organisiert und Pässe spielen kann auch immer einen schnellen Spieler als Ergänzung haben.

    Und das mit den geldgeilen Spielern kann ich nicht mehr lesen.Das ist legitim und jeder von uns würde den Arbeitgeber für 50 oder 100% mehr Geld auch wechseln. Für die meisten Spieler ist es ein Job, und trotzdem sind es deshlab keine Söldner.

  5. Also wenn Schwegler zu haben ist würd ich ihn natürlich nehmen. Hasebe war letzte Saison einer der besten Sechser der ganzen Liga. Das er in einem Jahr Veh das Kicken komplett verlernt hat kann ich fast nicht glauben. Primin und Hasebe wären für die Doppel 6 nicht schnell genug, da müsste also wie Joe es schreibt schon noch was flinkes her…..falls die Idee generell ist mit zwei Sechsern zu spielen. Sollten wir diese Saison drin bleiben war nicht nur dieses Jahr verschenkt, nein man fängt auch die nächste Saison mit gewaltigem Rückstand an, weil man vermutlich bis zum letzten Spieltag weder weiß in welcher Liga wir spielen, wie der Trainer der Eintracht heißt und was für ein Konzept dieser verfolgt. Daher braucht man außer ein paar günstigen Talenten und ggf. Vorverträgen mit Talenten aus der Jugend wie Rinderknecht etc. sich gar keine weiteren Gedanken zu machen. Durch die EM ist der Markt ohnehin „überhitzt“. Bis wir mit der Saisonplanung beginnen können sind die besen Spieler schon lange weg vom Markt. Auch im Schlussverkauf von Hannover fällt mir keiner ein den man brauchen könnte. Da müssen wir dann schon wieder in der argentinischen zweiten Liga schauen oder so….
    (….wobei ich ja gelesen habe, dass Rode sich auch nen neuen Verein suchen soll/darf/kann/wird. Finden sich denn keine Investoren dafür?)

  6. Schwegler hat die Eintracht verlassen, weil ihm die Philosophie (=Gehalt) von Hoffenheim besser gefallen hat.
    Tja – jetzt passt er aber nicht mehr in die Philosophie….
    Er sollte mal mit Chris, Ochs, Russ, Jung ne Runde telefonieren. An der Uni Frankfurt gibts ja auch ne Philiosophie Fakultät…
    Kann gerne wiederkommen. Barfuss!

  7. Wenns dem Schwegler um die Kohle gegangen wäre, hätte er nicht so lange bei der SGE gespielt, Herr Fans!!

Keine Kommentare mehr möglich.

- Werbung -