Wackelt eine Weiterverpflichtung von Ante Rebic?

Ante Rebic lautete die letzte Hoffnung, nachdem der 1. FSV Mainz 05 das Rhein-Main-Duell gegen Eintracht Frankfurt in kürzester Zeit von 0:2 auf 3:2 gedreht hatte. Trainer Niko Kovac nahm nach 79 Spielminuten Taleb Tawatha vom Feld und schickte seinen Landsmann auf den Platz. Mit seiner Wucht und seinem Tempo sollte Rebic der Mannschaft neue Impulse verleihen. Dieses Vorhaben misslang allerdings völlig: Statt einer gelungenen Offensivaktion fiel der Offensivmann negativ auf und holte sich seine zehnte Gelbe Karte ab. Zwei Ballaktionen in rund 14 Minuten waren viel zu wenig, Sportdirektor Bruno Hübner kritisierte am Rande des Trainings am Sonntagvormittag scharf: „Es war die ganze Art und Weise, wie er gespielt hat. Ante hat ja Zeit von der Uhr genommen und so ist es ein echtes Problem für uns.“

Wie geht es weiter mit dem vom AC Florenz ausgeliehenen Kroaten? Zwei Treffer und drei Vorlagen stehen auf dem Papier, eine SGE4EVER.de-Lesernote von 2,93 zeugt von vielen guten Leistungen, die er unumstritten zeigte. Allerdings vergab der Flügelspieler einige hochkarätige Chancen und verpasste es, seine oft guten Ansätze in Form von präzisen Hereingaben oder guten Pässen zu veredeln. Nachdem Kovac vor einigen Wochen bei einer Pressekonferenz noch von Rebic schwärmte und der Eintracht zu einer Weiterverpflichtung riet, blieb Hübner etwas nüchterner. „Das hat Niko vielleicht in der Euphorie nach ein paar guten Spielen so gesehen. Wir haben immer gesagt, dass wir erst spät eine Entscheidung treffen werden“, erklärte er und verwies darauf, dass der Klub nicht unter Zeitdruck stehe: „Wir haben bis Ende Mai Zeit. Das ist ein längerer Prozess, den wir genau beobachten. Da ist noch alles offen!“

Rebic hat in dieser Saison nur noch eine Möglichkeit, Eigenwerbung für sich zu betreiben – im DFB-Pokal-Finale gegen Borussia Dortmund. Die Partie am letzten Spieltag gegen RB Leipzig wird er Gelbgesperrt definitiv verpassen. „Diese Alternative hat er sich selbst genommen“, so Hübner mit ernstem Blick. Mit dem Auftritt in Mainz habe er sich keinen Gefallen getan, „jetzt muss er über das Training kommen und sich anbieten.“ Rebic gilt nicht als Musterprofi und hat auch unter Kovac, obwohl er 27 Pflichtspiel bestritt, Rückschläge hinnehmen müssen. Der Coach nahm ihn auch öffentlich bereits häufiger härter ran und erkannt Mängel im Defensivverhalten. Rebic äußerte dennoch frühzeitig den Wunsch, bei der Eintracht bleiben zu dürfen.

Die letzten Wochen haben dafür gesorgt, dass die Verantwortlichen alles auf den Prüfstand stellen wollen. In der Kabine soll es am Samstagabend nach der Niederlage gegen Mainz etwas lauter geworden sein. „Alles, was dort besprochen wird, bleibt auch dort“, sagte Hübner, bestätigte jedoch: „Wir alle sind natürlich unzufrieden und dann reden wird es bei konstruktiven Gesprächen auch mal etwas lauter.“ Vieles wird sich in 13 Tagen in Berlin entscheiden. Kovac hofft im Endspiel darauf, aus einer guten eine „sehr gute Saisonleistung“ werden zu lassen. Doch kann eine Spielzeit nach dem Absturz von Rang drei auf – im schlechtesten Fall – Platz zwölf noch mit der „Schulnote 2“ versehen werden? Eine Antwort auf diese Frage wird wohl jeder für sich selbst finden müssen.

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54 Kommentare

  1. Ansich würde ich sagen, dass wir ihn nochmal ausleihen. Da dies nicht geht, da er nur noch 1 Jahr Vertrag hat bei Florenz, würde ich heute von einem 3,5 (?) Mio Transfer absehen und in den Stürmer stecken, den wir viel nötiger haben und für die Flügel ggf eine weitere, andere Leihe vorziehen.

  2. 3 Millionen sind heutzutage doch ein Fliegenschiss. Das ist nicht viel Geld. (also schon, nur nicht im Profifußball).
    Wir sind anscheinend immer noch von Beton-Herri nachhaltig beeinflusst. 😉

    Gerade Rebic war doch diese Saison ein Lichtblick, auch wenn natürlich einiges an Schatten dabei war. Warum der Klauselkönig jetzt genau diese Baustelle aufmacht, weiß wohl nur er. Florenz wird sicher nicht sofort den Preis halbieren, nur weil Bruno ein bisschen nölt.

    Von unten kommen zwei finanzielle Dickschiffe, in deren Fahrwasser wir absaufen. Das mit Augsburg und der SGE als erste Abstiegskandidaten ist nicht abwegig.

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