Enttäuschte Gesichter bei der Eintracht nach der Partie gegen Hertha BSC Berlin. Die Hessen wollten unbedingt gewinnen.

Nachdem die Frankfurter Eintracht in der vergangenen Woche in Wolfsburg nicht über ein Unentschieden hinaus kam, zählte im Kampf um die Champions-League-Plätze im eigenen Stadion gegen Hertha BSC Berlin nur ein Sieg. Am Ende kam die SGE in einem merkwürdig schwachem Spiel aber nicht über ein 0:0 hinaus und steht, je nach Ausgang der Partie zwischen Hoffenheim und Wolfsburg, in Leverkusen kommende in Leverkusen Woche enorm unter Druck. Und das gerade zwischen den beiden schweren Chelsea-Spielen. SGE4EVER.de hat das Spiel gegen Berlin wie immer noch einmal analysiert:

Ein wahres Fehlpassfestival
Nach Abpfiff wies die Eintracht eine Passquote von 70 Prozent auf. Zwischenzeitlich und insbesondere in der ersten Halbzeit konnte diese schwache Quote mit etwa 60 Prozent sogar noch unterboten werden. SGE-Trainer Adi Hütter war durch den kurzfristigen Ausfall von Mijat Gacinovic zu einer Umstellung im Mittelfeld gezwungen. Der Österreicher entschied sich für Gelson Fernandes auf der Sechserposition und startete mit Sebastian Rode und Jonathan de Guzman auf der Acht. Die beiden sollten vermutlich sowohl im Pressing, als auch im Spielaufbau eine tragende Rolle einnehmen. Dieser Plan ging allerdings nicht auf, denn meistens blieb der Abwehrreihe im Spielaufbau nur ein langer Ball nach vorne. Zu wenig Bewegung, mangelnde Anspielstationen und ein gut eingestellter Gegner, der den Aufbau geschickt störte und die zentralen Anspielstationen zustellte. Die langen Bälle nach vorne, die in dieser Saison lange ein probates Mittel waren, haben seit der Verletzung von Sebastien Haller allerdings nur wenig Erfolgschancen und sind eher auf Zufall aus. Mit dem Franzosen fehlt den Hessen die zentrale Figur für das Festmachen und kluge Verteilen dieser Bälle. Weder Ante Rebic, noch Luka Jovic können diese weiten Schläge annähernd so verwerten wie Haller. Jovic fehlt nicht nur die Größe für die hohen Bälle, sondern in den letzten Wochen auch ein bisschen die letzte Konsequenz, wenn er angespielt wird. Entgegengehen, den Ball mit aller Macht haben und verteidigen wollen. Eigenschaften, die der Serbe im Moment nicht auf den Platz bekommt. Rebic hingegen mangelt es nicht an Willen, er ist aber eben nicht der filigrane Techniker, sondern hat seine Stärken in seiner Geschwindigkeit und seiner Wucht. Die Eintracht hat es in den letzten Spielen verpasst, eine neue Offensivstrategie zu finden, die auf das Spiel ohne Haller zugeschnitten ist.

Zahlt man jetzt den Preis für die magischen Europa-League-Nächte?
Immer wieder gewinnt man als Außenstehender den Eindruck, dass die Hütter-Elf dem Europa-League-Traum allmählich Tribut zollen muss. Die Mannschaft wirkte in den letzten Partien müde, wobei nicht einmal wirklich klar ist, ob diese Erschöpfung tatsächlich körperlicher oder geistiger Natur ist. Spieler und Verantwortliche dementieren dies vehement, um es erst gar nicht als Alibi aufkommen zu lassen, aber ist es wirklich so abwegig? Fakt ist, dass der Kader der Hessen in der Breite nicht so stark ist, wie der der Konkurrenten (beispielsweise Bayer Leverkusen). Gerade für die in Hütters System elementaren Außenverteidiger gibt es anscheinend keine Alternative. Filip Kostic und Danny da Costa sind die Dauerbrenner der Eintracht und haben zeitgleich die laufintensivste Position im gesamten System. Wenn beide nicht wie gewohnt ihre Akzente über die Außenbahnen setzen können, fehlt es an Alternativen im Offensivspiel und deshalb bleibt oftmals nur der lange Ball, der aber wie oben beschrieben ohne Haller nur wenig Sinn ergibt. Was ist eigentlich mit Timothy Chandler, Almamy Touré und Jetro Willems, die alle die Außenpositionen bekleiden könnten? Hätte Hütter hier früher für Entlastung der beiden Dauerspieler sorgen müssen oder hätte das wiederum aufgrund einer Leistungsdiskrepanz zu einem schlechteren Ausgang der Spiele geführt? Das kann wohl nur der Trainer der Hessen wirklich beurteilen. Bei der Kaderplanung hatten wohl auch die Verantwortlichen nicht wirklich mit einer so langen Doppelbelastung gerechnet. Der sensationelle Einzug ins Halbfinale der Europa League ist somit Segen und Fluch zugleich. Doch es liegt nicht nur an den überspielten Außen, auch im Mittelfeld und im Pressing kommt man aktuell immer öfter den berühmten Schritt zu spät. Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen sind oft zu groß und das versuchte Pressing daher erfolglos. Gerade dieses frühe Angreifen hat die SGE so erfolgreich gemacht, denn viele Tore sind genau aus solchen Umschaltmomenten entstanden. Die Adlerträger waren über die gesamte Saison nicht die Mannschaft, die das Spiel kreativ über das Mittelfeld gestalten kann. Dazu hat man auch gar nicht die Spieler im Mittelfeld. Die Stärke der Hessen lag in der mannschaftlichen Geschlossenheit, dem unbändigen Willen und einer wahren Pressing-Maschinerie.

Abhaken und weiter für die Träume kämpfen
Dieser Mannschaft sollte aber auch ein solches Spiel zugestanden werden. Die Truppe von Hütter spielt die gesamte Saison am Limit und in magischen Nächten auch oftmals weit darüber hinaus und hat sich diesen Kredit mehr als verdient. Es gibt Tage, an denen läuft einfach nichts zusammen und den Willen konnte man den Adlerträgern ohnehin nicht absprechen. Während man sonst oft in der zweiten Halbzeit noch einmal den Schalter umlegen konnte, gelang es diesmal eben nicht. Die Ausgangssituation muss je nach Ausgang der weiteren Spiele nicht zwingend schlechter geworden sein. Zudem kann es durchaus sein, dass es gar nicht die Müdigkeit war, sondern, dass diese international unerfahrene Mannschaft einfach mit großer Aufregung auf das Kracher-Duell mit Chelsea blickt. Sollte nicht so sein, wäre aber menschlich. Eins haben die letzten Partien aber zum Vorschein gebracht: Kevin Trapp findet zurück zur Top-Form und hielt auch gegen Hertha kurz vor Schluss den Punktgewinn in einer kniffligen 1:1-Situation fest. Dieser Rückhalt könnte in den entscheidenden Wochen noch ein großer Vorteil werden. Schon am Donnerstag gegen Chelsea in einer weiteren magischen Nacht im Waldstadion, wird die Mannschaft mit Gewissheit ein anderes Gesicht zeigen und auch im Kampf um die Teilnahme an der Champions-League ist noch lange nichts verloren. Die Hessen haben das Glück, dass sie weiter alles in der eigenen Hand haben und ganz egal wie es ausgehen mag, alle sollten auf diese Truppe einfach nur stolz sein.

- Werbung -

63 Kommentare

  1. Was manche Vögel aus NRW wieder von sich geben, da kann man echt nur lachen… ja, die Hoffenheim brutal unterwegs und tut was für unsere Tordifferenz 😉

  2. Jetzt haben wir sogar die bessere Tordifferenz als Hoffenheim ( die mit dem Lauf )

  3. @45
    Achte mal besser auf Deinen Blutdruck. 🙂 Wie kann man nur soviel Glück haben, dass der Spieltag bei unserer Null-Leistung noch für uns so gut läuft? Eigentlich unglaublich. Aber wie Euroadler bereits schrieb, hätte Hoffenheim den Sack schon zugemacht haben können. Aber das Problem hatte Wolfsburg ja auch gegen uns.

  4. @44: Hahaha, ja du hast recht, da hab ich mich verguckt…. Sorry + Danke!

    Das es jetzt sogar 4 wurden, Hammergeil für uns

  5. @53 freu dich doch mal einfach, anstatt dich zu fragen warum Hoffenheim nicht gewonnen hat

  6. @Danke mein Blutdruck ist heute ( spielt keine SGE ) auf einem guten und gesunden Level….
    @55 mir fällt dazu auch nichts mehr ein….

  7. Jetzt mal ehrlich

    Das was ich gerade von NRW Adler lese hört sich wirklich nicht nach einem sge Fan an, irgendwie hört es sich so an das er sich ärgert das Hoffenheim verloren hat ‍♂️

    Das meine ich nicht ironisch

  8. Fast perfekter Spieltag für uns. Da sieht man wieder dass es gegen Ende der Saison für fast ALLE Vereine schwierig wird, auch ohne Doppelbelastung oder 45+ Spiele in den Beinen. Die beiden Punkte aus den letzten beiden Spielen könnten am Ende genau die entscheidenen sein. Klar, scheiss Spiel von uns gestern, aber unfassbar wichtig trotzdem nicht verloren zu haben.

    Was freu ich mich bereits auf Donnerstag und auch auf Sonntag, da geht was !!!!!

    Schwarz und Weiss wie SCHNEEEEEEEE!!!!

  9. Wer schrieb das hier vor ein paar Tagen, dass an den letzten Spieltagen die Unerwartetsten Dinger passieren? Möge er weiter Recht behalten !
    Und: Danke WOB

  10. Oh ihr Kleinmütigen! In Wahrheit haben wir auf Mönchengladbach, Hoffenheim und Bremen einen Punkt wettgemacht. Leverkusen und Wolfsburg sind uns um 2 Punkte näher gekommen. Na gut, aber WOB befindet sich immer noch in einem angenehmen Abstand und mit Monsanto müssen wir es eben ausfechten, wem der 4. Platz gebührt. Also ein gelungener Spieltag, außer für den BVB. Kann man nicht mal anerkennen, dass Hertha, Wolfsburg und sogar Stuttgart, Fortuna sowieso, auch Mannschaften haben, die mindestens mal für eine Überraschung sorgen können? Kovac hätte nach so einem Spiel gesagt, wir haben uns eine Reihe guter Chancen erspielt und so lange das so bleibt, wird auch mehr draus werden. Natürlich fehlt uns Haller, aber wenn wir es schaffen, ein Spiel zu elft zu Ende zu bringen (!), muss man nicht den Kopf hängen lassen. Jovic hat bei aller Kritik einen wunderbaren Heber produziert, bei dessen Verwandlung leider einer unserer Jungs Rebic die Sicht versperrt hat. Sonst wär der doch sowas von drin gewesen. Guzman hat mit einigen Herthanern um die Wette in den Stadionhimmel gebolzt. Er wird nach eingehender Beratung erkennen, was daran falsch war. Flach zielen – hoch fliegt der Ball von alleine! Trapp in Topform, Hinteregger wieder eingearbeitet. Alles wird gut.

  11. Hatte das Sonntagsspiel nicht auf dem Schirm gehabt zu dem Zeitpunkt mea culpa.Bei Niederlage WOB wäre es so gewesen. Jetzt steigen die Chancen für die CL , aber leider auch am Ende mit nichts dazustehen. Trotzdem Punkt in Leverkusen und Sieg gegen Mainz kann ggf. reichen und ist machbar.

Keine Kommentare mehr möglich.

- Werbung -