18.01.2015, Fussball, Trainingslager Eintracht Frankfurt in Abu Dhabi - Tag 6Und schon ist wieder alles vorbei im fast 5.000 km entfernten Abu Dhabi. Eine Woche lang hieß es für die Adler unter optimalen Bedingungen schwitzen, kämpfen, beißen für eine erfolgreiche Rückrunde. Cheftrainer Thomas Schaaf zog auf hr-online abermals ein sehr positives Fazit über die vergangenen Tage und wäre gerne noch länger geblieben: „Wir hatten hervorragende Bedingungen. Wenn man da an zu Hause denkt, würde man gerne noch hier bleiben. Solche Bedingungen hätten wir gerne auch in Frankfurt.“ Auch über die Art und Weise, wie die Mannschaft das Trainingslager angenommen hat, war der 53-jährige angetan: „Wir waren intensiv dabei, haben gut gearbeitet und können mit einem guten Gefühl nach Hause fahren.“ In den unzähligen Trainingsstunden in denen vor allem, wie geplant, an taktischen Dingen und Spielformen gefeilt wurde, habe die Mannschaft einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Nun könne man mit einem guten Gefühl in die Rückrunde gehen.

Aber nicht nur die sportlichen Belange können als Erfolg in Abu Dhabi verbucht werden. Neben den erstmals integrierten Fußballcamps unter der Leitung von Charly Körbel konnte die Eintracht ihr Standing in den Emiraten weiter festigen und ausbauen. Der Erfolg der letzten Jahre in Abu Dhabi trägt also weiter Früchte. Auch die beiden Testspiele gegen den HSV (2:3) und Al Ain (3:1) waren – einmal abgesehen vom sportlichen Nutzen – ein Erfolg, da erstmals die Partien vermarktet und somit eine Teil-Kostendeckung für das Trainingslager geschaffen werden konnte. Mittlerweile ist die Eintracht in der Region in aller Munde und die Beziehungen werden dort von Jahr zu Jahr konkreter.

Die jährlichen Reisen in den Orient sind für den hessischen Verein mittlerweile sowohl sportlich als auch wirtschaftlich von unabdingbarem Nutzen und es steht außer Frage, dass auch in den nächsten Jahren das Ziel weiterhin Abu Dhabi heißt. Doch auch wenn in der Gesamtheit die Zeit als fruchtbar und erfolgreich angesehen werden kann, so gibt es vor allem bei der Personalplanung neben den Gewinnern auch immer einige Verlierer. Daher haben wir für euch einmal anschaulich dargestellt, wem die Zeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten genützt hat und wem eher nicht:

Gewinner in Abu Dhabi:

Kevin Trapp: Wenn es den Gewinner im Trainingslager gibt, dann muss man zweifelsohne beim Kapitän und der Nr. 1 Kevin Trapp anfangen. Nach seinem Syndesmosebandriss im Herbst hat er nicht nur die freie Zeit zwischen den Feiertagen genutzt, um sich von einigen Kilos zu entledigen, sondern er selbst sprach davon, dass er sich noch nie so fit gefühlt habe. Diesen Eindruck konnte er in Abu Dhabi durchgehend bestätigen. Nicht nur im Testspiel gegen den HSV überzeugte der Rückhalt wieder durch seine unglaubliche Ruhe und die Fähigkeit seine Vorderleute bestens zu dirigieren. Auch Schaaf ist überzeugt: „Kevin wird direkt wieder ein starker Rückhalt sein.“ Zwei Mal stockte den Zuschauern und Verantwortlichen allerdings der Atem, als Trapp im Testspiel gegen den HSV nach einer Rettungstat mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen blieb und beim letzten Trainingspiel vor der Abreise, bei dem er sich nach einem harmlosen Sprint an die Adduktoren fasste und das Trainingsspiel abbrechen musste. Dies sei aber alles halb so wild, wie es Bruno Hübner bezeichnete.

ZambranoCarlos Zambrano: Und auch der zweite Langzeitverletzte machte einen positiven Eindruck und bestätigte nicht die Bedenken, der Peruaner sei noch nicht bereit für das Trainingslager. Drei Monate nach seiner Knie-OP konnte der Innenverteidiger, der mit einigen Kilos Übergewicht aus der Reha kam, wieder an seiner Fitness arbeiten und sich von Tag zu Tag verbessern. Seinem Heilungsverlauf sei er mittlerweile mehr als voraus, sodass er eine ernsthafte Alternative für den Start der Rückrunde werden kann. Im letzten Testspiel gegen Servette Genf am Wochenende soll er wieder die ersten Einsatzminuten erhalten.

Die A-Junioren: Einen einzelnen Spieler aus dieser Gruppe zu nennen wäre unfair und würde auch das Ziel verfehlen. Denn überhaupt machten es die Youngster zusammen unter tatkräftiger Unterstützung der Profis richtig gut am Persischen Golf. Schaaf und Hübner bestätigten nicht nur einmal, dass die Riege um Dörner, Bunjaki, Yaffa und Co. ihre Arbeit mit dem richtigen Tatendrang und einer Menge Fleiß absolvierten. In der obligatorischen Abschlussrunde der Mannschaft gab es deshalb vom Trainerteam eine besondere Anerkennung für die Leistung des Nachwuchses. Denn nur so ist es möglich, dass der Verein, ob der knappen finanziellen Spielräume, sich einen Vorteil verschaffen und auf Dauer konkurrenzfähig bleiben kann.

Lest auf der nächsten Seite über die Verlierer des Trainingslagers:

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4 Kommentare

  1. Wenn ich sehe was der Medo im Testspiel geleistet hat, wird mir angst und bange! So kann er Hasebe nie im leben ersetzen und ich glaube auch kein anderer im Kader… aber für vllt 2 Spiele noch nen richtig Guten zu holen, macht auch keinen richtigen Sinn… dann kommt ein fitter Hasebe zurück, hoffentlich voller Selbstvertrauen durch den Titelgewinn! Ein Transfer wie der Yabo würde jetzt Sinn ergeben, wenn man ihn denn wirklich fest im Blick hat… und dann kann auch der Medo seine Verletzung mal auskurieren, wenn er das wie berichtet seit dem Sommer hat, denn so kann man keine 100% abrufen, die in der Bundesliga nötig sind… und dann kommt vom Medo auch noch was, ich kann nicht glauben das der Hübner sich um 1.8 Millionen verscoutet hat!?
    Zum Thema Kadlec fällt einem wenig ein, da kann man nur hoffen, das man wirklich zu weit weg ist und nicht nah genug dran, um es beurteilen zu können… aber das fällt mir schwer, denn ich habe einen absolut positiven Eindruck! Er war doch in den meisten Fällen ein belebendes Element für unser Spiel und wenn man ihn denn lässt, trifft er sogar recht regelmäßig… und auch nicht nah genug dran, um zu verstehen, warum man ihn nicht jetzt auf links einbaut… Piazon wird es auch in der Rückrunde nicht schaffen, sich in der Bundesliga durchzusetzen! Und er könnte sich links mit Haris abwechseln, der ja auch gerne mal auf links ausweicht… könnte ich mir gut vorstellen

  2. Herr Lehmann Du hast recht, bin bei Medo wie Kadlec 100% bei Dir. Kadlec macht eigentlich immer einen agilen Eindruck. Er kann auch über links und ich bin mir sicher auch Sturm zusammen mit Seferovic. Seltsam ist das TS Medo immer wieder bringt obwohl er doch nur auf 100% fite Spieler setzt. Und dann ist der seit Monaten unfit. Unglaublich

  3. Reines Bauchgefühl, aber ich glaube Piazon wird einiges an Spielzeit bekommen und Scorrer Punkte sammeln. TS hat schon einige sehr gute Kicker trainiert und er hält sehr viel von Piazons Fähigkeiten. Was Kadlec angeht: Es war eine reine Finte, dass man ihn abgeben will. Ziel war es ihn zu kitzeln, weil er sich hat hängen lassen. Er wird sicher für Inui spielen in Freiburg.

  4. Libero, mit der Finte könntest du recht haben, klingt nicht ganz unlogisch. Ganz offenbar waren es die Trainingsleistungen, die TS nicht ausreichend waren. Das hat sich dem vernehmen nach in der Vorbereitung gebessert.
    … und wenn Piazon einige Scorerpunkte sammelt, ist mir das sehr recht! Er müsste dann aber in der Vorbereitung einigen gewaltigen Schritt nach vorne machen, was das Durchsetzungsvermögen angeht…

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