Start einer neuen Ära: Die SGE gewinnt ihr erstes Saisonspiel. (Bild: imago images / foto2press)

„Am Sonntag wird der Adler landen.“ Mit diesen Worten drückte Frauen-Sportdirektor Siegfried Dietrich am Freitag seine Vorfreude auf den Saisonstart der FLYERALARM Frauen-Bundesliga aus. Die Eintracht-Frauen hielten Dietrichs Versprechen und feierten am Sonntag ein 5:1-Schützenfest gegen Werder Bremen. Es war gute Werbung für den Frauenfußball und der Beginn einer neuen Ära in Frankfurt. Kurzfristig wurde die Partie vom Stadion am Brentanobad in den Deutsche Bank Park verlegt. So liefen die Adlerträgerinnen in ihrem ersten Pflichtspiel im Adlerdress direkt in der Heimstätte der Männer auf. „Es war eine mega Erfahrung, hier im Stadion zu spielen, auch mit den 250 Zuschauern nochmal eine besondere Situation zur aktuellen Zeit“, meinte Kapitänin Tanja Pawollek nach dem Heimsieg.

Gegentreffer als Weckruf – Reuteler schreibt Geschichte

Dabei sah es anfangs nicht nach einem gelungenen Auftakt aus. Die SGE kam schwer ins Spiel und hatte zwar mehr Ballbesitz zu vermelden, aber im letzten Drittel zeigte sich die Elf von Cheftrainer Niko Arnautis zu schlampig und ungenau. Gegen hoch motivierte Bremerinnen verloren die Hessinnen in der ersten Viertelstunde zu viele Zweikämpfe und spielten zu viele Fehlpässe. Der Aufsteiger aus Bremen ging nach 15 Minuten nicht unverdient in Führung. „Natürlich war eine gewisse Nervosität zu erkennen. Der Rückstand nach der Ecke war auch sehr unglücklich, aber wir haben es geschafft, damit gut umzugehen“, blickte Arnautis zurück. Der Rückstand war für die Eintracht wie ein Weckruf. Man spielte sich immer mehr Großchancen heraus. Zunächst hielt Werder hinten die Null, aber ein langer Ball aus der eigenen Hälfte von Verena Aschauer hob die Bremer Defensive aus. Géraldine Reuteler tauchte frei vorm Tor auf und erzielte den Ausgleichstreffer, der gleichzeitig das historisch erste Tor der Frauenmannschaft von Eintracht Frankfurt ist.

„Das spricht für die Mentalität der Mannschaft“

„An der Stelle möchte ich ein Kompliment an meine Mannschaft aussprechen: Wir haben es geschafft weiter mutig nach vorne zu Spielen, 90 Minuten nach vorne und dabei aggressiv zu sein. Wir wollten immer mehr und das spricht auch für die Mentalität dieser Mannschaft“, lobte Arnautis, der nur zwei Minuten nach dem Ausgleich das 2:1 beobachten durfte. Nationalspielerin Laura Freigang belohnte das Frankfurter Chancenplus. Nach dem Seitenwechsel war der Eintracht mehr Spielkontrolle und Sicherheit anzusehen. Ein verwandelter Foulelfmeter sorgte für die Vorentscheidung. Denn der Aufsteiger aus Bremen hatte der spielerischen Disziplin der Gastgeber nach der eigenen 1:0-Führung nichts mehr entgegenzusetzen. Somit konnte Arnautis alle fünf Wechsel früh ausschöpfen und Neuzugang Lara Prasnikar zu ihrem Debüt in Frankfurt verhelfen. „Ich bin sehr froh über mein erstes Spiel mit dem Adler auf der Brust. Ich habe auch mein erstes Tor gemacht, was auch super ist. Jetzt gucken wir nach vorne, ich freue mich aufs nächste Spiel“, freute sich die Slowenin.

Nächster Gradmesser Essen

Doch auf dem Auftakt nach Maß darf sich Eintracht Frankfurt nicht ausruhen. „Der Sieg macht uns für weitere Aufgaben Mut“, so Arnautis. Nächsten Sonntag treffen die SGE-Damen auf den Vizepokalsieger aus Essen, gegen den man zuletzt 2017 gewinnen konnte. Sollten die Adlerträgerinnen erneut die Anfangsphase verschlafen, hat die SGS Essen die Qualität, diese Fahrlässigkeit mit mehr als nur einem Tor zu bestrafen. Für Bremens Trainer Alexander Kluge ist die Eintracht dennoch ein Kandidat für die Qualifikation zur Champions League: „Insgesamt muss man sagen, dass die Eintracht eine richtig gute Truppe ist, die bis zuletzt oben mitspielen wird.“ Eine Rolle, die man in Frankfurt im Moment nur ungern annimmt. Vor Saisonbeginn sagte Frauen-Sportdirektor Dietrich: „Über Ziele machen wir uns erst an Weihnachten Gedanken. Lassen wir uns einfach überraschen.“

- Werbung -

8 Kommentare

  1. Gutes Spiel, hat wirklich Spaß gemacht. Essen ist ein starker Gegner , bin gespant wie das ausgeht

  2. Ich hatte bisher mit Frauenfussball wenig am Hut. Am Sonntag habe ich mir das Spiel angesehen und war positiv beeindruckt. Das war wirklich schön anzusehen.
    Kein auf dem Rasen wälzen, kein Rumgeschimpfe. Nicht so druckvoll und bissig wie bei den Männern aber unglaublich flüssig und attraktiv. Schöne Kombinationen, gutes Stellungspiel, schöne Abschlüsse.
    Ich werde mir, so hoffentlich mal wieder eine Übertragung erfolgt, diese gerne wieder ansehen und sobald wieder Fans zugelassen werden sicher zum einen oder anderen Spiel ins Stadion gehen.

    Unseren Frauen wünsche ich viel Erfolg für diese Saison.
    Forza SGE

  3. Sehr gutes Spiel unserer Damen! Vor allem wird nach Fouls net soviel rumgeflennt und sich theatralisch auf den Boden gewälzt…es geht um einiges fairer zu. Ist leider bei den männlichen Profis eher zur Seltenheit geworden!

  4. So sieht’s aus. Und gut finde auch, dass ihr von sge4ever gleich drüber berichtet.

  5. Leider laufen die Spiele nur über diesen kostenpflichtigen (und zu teuren) Telekom-Stream, hätte gerne öfter reingeschaut 🙁

  6. Das Spiel gestern lief bei Hessenschau.de und Sportschau.de – komplett und in Farbe. Wurde sogar hier im Forum genannt.
    Ob das eine Ausnahme bleibt weiss ich allerdings auch nicht

Keine Kommentare mehr möglich.

- Werbung -