Luka Jovic brachte die Eintracht mit dem zwischenzeitlichen 1:1 zurück und sorgte für eine deutliche Belebung des Spiels. (Bild: imago/Eibner)

Spiele gegen Borussia Dortmund waren in der jüngeren Vereinsgeschichte immer von Spannung, Spieltempo und einer Masse von Torchancen hüben wie drüben geprägt. Dabei sah die erste Halbzeit nicht wirklich danach aus, denn in den ersten 45 Minuten sah man eine zurückhaltende, gar ängstliche Eintracht, die den Gegner gewähren ließ und nicht den Anschein machte, als wolle man hier mithalten. Die zweite Halbzeit und hier im Besonderen die Schlussviertelstunde sorgten am Ende aber für ein irres Spiel, das die Hessen leider in der Nachspielzeit noch verloren.

Niko Kovac konnte im zu Beginn wieder auf Kevin-Prince Boateng setzen, den eine Erkältung in der Vorwoche noch zu schaffen machte. Jonathan de Guzman, der ein tolles Debüt gegen Hannover (1:0) zeigte musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Außerdem rückten Marco Russ und Carlos Salcedo für Simon Falette (nicht im Kader) und Gelson Fernandes (Bank) in die Startelf. Erstmals seit Monaten durfte auch Danny Blum einen Platz im 18er-Kader für sich beanspruchen. Der Joker dankte es nach seiner Einwechslung mit dem 2:2-Treffer in der 91. Minute. Gar nicht im Kader waren unter anderem Marco Fabian und Jetro Willems.

An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung der vierzehn zensierten Spieler 3,21. Vor allem die drei Einwechslungen von de Guzman (2,0), Jovic (2,0) und Blum (2,0) rissen den Schnitt nach oben.

Die Einzelnoten der über 370 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:

Luka Jovic, Danny Blum, Jonathan de Guzman:
Luka Jovic kam, sah und traf! Der Serbe fand sofort in die Partie und wirkte deutlich frischer, ideenreicher und gedankenschneller als Haller. Mit seinem Kopfballtor brachte er die Mannschaft zurück und entfachte den Mut und den Willen aus Dortmund etwas mitzunehmen. Ein toller Auftritt, der mit der Auszeichnung „Spieler des Spiels“ benotet wird. An diesem Titel rauschte Danny Blum knapp vorbei. Der Offensivspieler avancierte vom Tribünengast fast zum Matchwinner als er in der Nachspielzeit goldrichtig stand und zum 2:2-Ausgleich traf. Leider reichte es doch nicht für einen Punkt. Aber sein Auftritt stellt unter Beweis, dass man es mit Fleiß und harter, akribischer Arbeit doch wieder zurück schaffen kann. Das sollte ihm für die kommenden Wochen Auftrieb geben. Nach der Hereinnahme von Jonathan de Guzman entwickelte sich wieder der verloren gegangene Offensivdrang. Der Niederländer trieb das Spiel nach vorne und sorgte mit seinen herausragend getretenen Standards für Gefahr. So war es de Guzman, der den Kopf von Jovic fand, der dann den 1:1-Ausgleichstreffer markierte.

Kevin-Prince Boateng:
Kevin-Prince Boateng hätte sich mit einem Hakentrick beinahe selbst für seine Leistung belohnt. Der Mittelfeldspieler war der der absolute Leader der Eintracht, wenngleich sein Ballverlust zum 0:1 führte.

David Abraham, Makoto Hasebe, Marius Wolf:
David Abraham gewann nur 58 Prozent seiner Zweikämpfe und konnte als Abwehrchef seinen Teamkollegen nur selten Stabilität verleihen. Zu oft ließ er sich vom BVB aus der Reserve locken und öffnete so Tür und Tor dem Gegner. Die Leser von SGE4EVER.de bewerteten seinen Auftritt trotzdem mit der Note 3,0. Der „kicker“ war gnadenlos und stufte seine Leistung als „Mangelhaft“ ein. Makoto Hasebe wirkte in der ersten Hälfte zu überfordert. Der Japaner fing sich aber mit laufender Spieldauer und fand immer besser ins Spiel. So war er es, der die zahlreichen Kontersituationen mit einleitete. Die Standards von Marius Wolf verpufften allesamt wirkungslos. Zwar war der Offensivspieler ständig bemüht das Spiel schnell zu machen oder mit verschiedenen Laufwegen und Pässen für Löcher in der gegnerischen Defensive zu sorgen, doch erfolgsversprechend waren die wenigsten Aktionen davon.

Carlos Salcedo, Danny da Costa, Marco Russ, Timothy Chandler, Lukas Hradecky:
Carlos Salcedo und David Abraham unterstützten sich zwar immer gegenseitig, meistens musste der eine aber den Fehler des anderen ausbügeln. Der Mexikaner gewann 80 Prozent seiner Zweikämpfe. Zu Beginn fiel er aber durch seine langen Bälle auf, die nur selten den Mitspieler fanden. Danny da Costa machte einen insgesamt sehr ordentlichen Eindruck. Mit einer Vorlage belohnte er sich für sein Durchsetzungsvermögen. Bitter war seine Fehlstellung vor dem 2:3 als er leider zusammen mit Chandler das Abseits aufhob. Dieser verpennte Moment kostete am Ende den Punkt in Dortmund. Marco Russ sorgte mit seinem fünften Eigentor für das Führungstor des BVB. Seine Geschwindigkeitsdefizite waren zudem offensichtlich, da er auch beim Stellungsspiel nicht immer punktete. Bei Timothy Chandler lief fast nichts zusammen. Er verlor in der Vorwärtsbewegung zu häufig den Ball und konnte defensiv kaum für Stabilität sorgen. Beim 2:3 hob er zudem das Abseits auf. Lukas Hradecky war bei allen Gegentoren wohl machtlos. Dass er von den Lesern von SGE4EVER.de mit der Note 4,0 bewertet wird, mag sicherlich aber mit seinen zahlreichen Abspielfehlern zusammenhängen. In der Nachspielzeit wollte er das Spiel noch einmal schnell machen, anstatt für Ruhe zu sorgen und die Zeit von der Uhr zu nehmen.

Sebastien Haller, Ante Rebic:
Bei Sebastien Haller und Ante Rebic war offensiv der Wurm drin. Beide konnten sie ihre Stärken nicht in das Spiel bringen und waren damit wirkungslos. Beide Spieler nahm der Trainer runter. Bei Rebic war es sicherlich auch eine Vorsichtsmaßnahme, da der Kroate bereits mit Gelb verwarnt war und etwas übereifrig wirkte.

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6 Kommentare

  1. Luka Jovic sehe ich aktuell sehr viel besser als Haller, der atuell in einer kleinen (!) Krise steckt.

  2. Mainz muss jetzt unbedingt weggetaut werden.

    Was ist mit Willems? Von den höre und sehe ich überhaupt nichts mehr….

  3. Denke Willems gehört wie Blum, Stendera, Falette, Salcedo, Regäsel, Tawatha, Hrgota, zu den Spielern, denen man keine Knüpel in die Beine wirft, wenn Anfragen kommen. Bei den einen reicht es nicht, bei anderen muss auch ein bisschen Geld fließen. Man wird sie nicht wie Sauerbier anbieten, aber… Blum und Stendera wären die richtigen für den FC, falls es dort in die 2. Liga.

  4. Boateng zusammen mit de Guzman gefiel mir genau so gut wie das Duo Boateng-Mascarell.

    Jovic und Blum haben stark als Auswechselspieler agiert. Von Blum hätte ich so viel Coolness gar nicht erwartet – super!

    Es ist stark, dass jeder im Kader auf Abruf volle Leistung bringt. Jetzt hoffe ich, dass Fabian und Meier das gleiche gelingt.

    Forza SGE!

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