Positives Beispiel für die Frankfurter Jugendarbeit: Camilla Küver (weißes Trikot, links). (Bild: imago images / Hartenfelser)

Es war wie ein Märchen mit Happy End: In der 82. Minute wechselte Niko Arnautis die erst 17-jährige Camilla Küver beim Stand von 3:0 ein. „Er hat mir viel Spaß gewünscht und gesagt, dass ich selbstbewusst spielen kann“, verriet die Abwehrspielerin. Bei einem Eckball 60 Sekunden später lief sie mit nach vorne, wohlwissend um ihre Kopfballstärke. Mit perfektem Timing stieg Küver hoch, kam an den Ball und netzte zum 4:0 ein. „Ich habe mich einfach riesig gefreut, als der Ball im Tor war. Natürlich war das etwas ganz besonderes für mich und ich habe mich auch sehr gefreut, dass das Team sich für mich mitgefreut hat.“ Das spricht für den Teamgeist der jungen Frankfurter Truppe, die sich seit mehreren Jahren eingespielt hat. Viele haben schon in der Jugend des 1.FFC Frankfurt zusammen gespielt. So auch Küver, die seit dieser Saison mit den Profis trainieren darf. „Es macht mega viel Spaß mit der Mannschaft. Es ist ein super hohes Niveau, dass ich bisher noch nicht gekannt habe. Ich kann aus jeder Trainingseinheit viel lernen und mitnehmen“, erzählte die 17-Jährige.

Nur wenig Zeit zum Feiern – Leverkusen wartet

Direkt wenige Sekunden nach Beginn des Bundesliga-Debüts ein Tor zu erzielen, wünscht sich jeder Profi. Bei AbwehrspielerInnen ist es nochmal etwas anderes, wie auch Cheftrainer Arnautis meinte: „Ich habe mich riesig für sie gefreut. Das hat sie sich in den letzten Wochen hart erarbeitet.“ Die Vorbereitung auf die Saison verlief laut Küver sehr gut und auch in der Bundesliga steht die SGE nach vier Spielen sehr gut da. Zehn Punkte, zwölf geschossene Tore und erst zwei Gegentreffer bedeutet Platz drei in der Tabelle. Bayer 04 Leverkusen steht vier Zähler dahinter auf Rang fünf. Die Rheinländer sind am Mittwochabend um 18 Uhr zum ersten Flutlichtspiel in Frankfurt zu Gast. „Wir müssen konzentriert bleiben, von Spiel von Spiel schauen und unsere Leistung abrufen. Ich erwarte einen guten Gegner. Sie sind vor allem hinten raus sehr stark. Wir müssen bis zum Schluss konzentriert bleiben“, warnte Küver vor Leverkusen, die all ihre vier Saisontore nicht vor der 87. Minute erzielt haben.

Den Jungen eine Chance geben

Arnautis und sein Trainer-Team sind sich der Gefahr in der Schlussphase natürlich bewusst und wollen sich dementsprechend auf Leverkusen vorbereiten. „Wichtig wird sein, auch am Mittwoch selbstbewusst unser Spiel durchzudrücken. Erst recht bei der Anzahl an Spielen kommt es auf den Willen und die Konzentration an, wir müssen ans Limit gehen, um viele Spiele in den wenigen Tagen erfolgreich zu gestalten“, erklärte der 40-Jährige. Die erste englische Woche in der Frauen-Bundesliga ist gleichzeitig die erste richtungsweisende Phase in der noch frühen Saison. Sollte die Eintracht auch nach dem nächsten Wochenende noch ungeschlagen sein, ist sie spätestens dann Anwärter auf einen Champions League-Platz. Wie bereits in Meppen dürfte auch in den nächsten beiden Spielen ein paar Rotationen zu erwarten sein. Küver und andere Nachwuchsspielerinnen dürfen wieder auf Einsatzminuten hoffen und das Vertrauen ihres Trainers belohnen. Vielleicht wird am Mittwoch ja schon das nächste Märchen geschrieben.

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12 Kommentare

  1. Frauen können auch….und das muss hier mal klar gesagt werden, auch wenn manche es nicht hören wollen, wobei das Thema Frauenfussball im Vergleich zur Männer Bundesliga doch manchmal arg kritisch gesehen und formuliert wird, ABER ich würde niemals negative oder abwertende Dinge, auch nicht beim täglichen Einkauf im Supermarkt, auch wenn mich jemand darauf aufmerksam macht, das gehört hier einfach nicht hin.
    was ich damit sagen wollte, ich hab in den 70 er Jahren Frauenfußball im eigenen Verein miterlebt, wobei…traumatisiert und vorbelastet bin ich wohl nicht….weiß nicht.

  2. Ich würde mal sagen, dass wir den Mädels, dann wenn es wieder gehen sollte, sprIch Stadiobesuche in voller Gänze erlaubt sind, mal das Brentanostadion oder besser noch das Waldstadion voll machen, und so unser neues Familienmitglied gebührend empfangen zum nachträglichen Einstand.
    5700 im Brentano oder besser noch 1x 50.000 im Waldstadion würden die Mädels niemals vergessen in ihren Leben und das Projekt würde einen totalen Beschleuniger bekommen.
    Mit den Ultras würde sich das mit Sicherheit organisieren lassen, und die 2. Deutsche Meisterschaft nach 1959 wäre schnell greifbar, wenn auch nicht bei den Herren.
    Ich wäre dabei!

  3. # keineahnungvieldavon
    Tolle Idee… Wäre sicherlich ein passender Rahmen für unser neues Familienmitglied zum nachträglichen Einstand. Die Mannschaft spielt einen sehr ansehnlichen Fussball und kommt sehr sympathisch und erfrischend rüber. Weiterhin viel Spass und Erfolg!!!!

  4. An das Redaktionsteam: Wäre schön, wenn Ihr die aktuelle Frauenfussball-Bundesligatabelle mit einstellen könntet. Vielen Dank!

  5. @3
    Hab mir auch vorgenommen, sobald möglich, dass ein oder andere Spiel zu besuchen. Wäre also dabei!

  6. Stellt Euch das doch mal nur bildlich vor, unsere Mädels spielen vor 50.000 im Waldstadion, wie grandios.
    Also , warum eigentlich nicht ? ich bin dabei und wenn es die Choreographie der Zeit auch noch erlaubt, hauen sie an diesem Tag die Bauern-Damen oder besser noch die Abgasfälscher-Gehilfinnen mal so richtig weg.
    Schöne Aussichten.
    Forza SGE !

  7. Mein absoluter Traum wäre die Damen und die Herrenmannschaft in meinem Leben noch uffn Römer zu sehen…beide deutscher Meister!
    Träumen ist ja erlaubt…:-)

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