Niko Kovac will in seinem letzten Bundesligaspiel mit der Eintracht die Qualifikation für Europa sichern.

Letzte Ausfahrt Gelsenkirchen. In Richtung Europa muss die Eintracht noch einmal in den Pott und mindestens einen, im Optimalfall drei Punkte mit nach Hause bringen, um den Traum von der Europa League noch vor dem Pokalfinale wahr werden zu lassen.

Harter Kampf um Kaderplätze – Rebic und de Guzman zurück, Meier raus?

25 Feldspieler, drei Torhüter – derzeit tummelt sich fast der gesamte Profikader auf den Frankfurter Trainingsplätzen. Entsprechend groß ist die Auswahl für Trainer Niko Kovac, der davon neun Feldspieler in Frankfurt lassen muss. Einzig Danny Blum fällt nach wie vor mit erhöhten Entzündungswerten aus und wird diese Saison keinen Ball mehr am Fuß sehen. Diesen Ausfall allerdings – so viel Realismus darf erlaubt sein – müsste die SGE wohl verschmerzen können. Jonathan de Guzman und Ante Rebic, mit einer Woche Verspätung, kehren in jedem Fall wieder ins Aufgebot zurück. „Bei den beiden ist alles top. Diejenigen, die bei Markus Murrer (Anm. d. Red.: Athletiktrainer) durch die Mühle gehen, sind topfit.“ Dafür müssen aber wieder zwei Spieler, die zuletzt gefragt waren, weichen. Einer dürfte sehr wahrscheinlich Alex Meier sein. Der 35-Jährige, der gegen den HSV seine Märchenstunde erlebte, wird wohl keine Spielanteile in dieser Saison mehr erhalten: „Ich freue mich erst einmal, dass wir alle dem beiwohnen dürfen. Das hätte man nicht besser inszenieren können.“ Ob das Spiel gegen Hamburg sein endgültiges Abschiedsspielt unter dem aktuellen Trainer gewesen sei, beantwortete Kovac vielsagend: „Was er in der neuen Saison macht, weiß ich nicht. Aber wir werden morgen mit Rebic und de Guzman zwei Spieler wieder an Bord haben, die im Kader sein werden.“

Mit Körperlichkeit nach Europa

Gerade Rebic dürfte für das vom Kroaten geforderte körperbetonte Spiel wichtig sein. Auf Schalke sinnt man sicher auf eine Revanche für das verlorene Pokalhalbfinale. Die Elf von Domenico Tedesco wird gewillt sein zum Saisonabschluss vor den eigenen Fans noch einmal alles in die Waagschale zu werfen: „Sie wollen eine tolle Saison krönen und sich von ihren Fans so verabschieden, wie es sich gehört. Sie wollen gewinnen, aber wir sind auch noch da. Wir wollen ihnen einen Strich durch die Rechnung machen.“ Mit körperlicher Robustheit, Kampfgeist und läuferischer Stärke: „Wir müssen aggressiv spielen, viel laufen. Gemeinsam gegen den Gegner ankämpfen“, verspricht Kovac einen intensiven Fight seiner Mannschaft am 34. Spieltag. Die körperlichen Tugenden seien zuletzt im Training auch gezielt gefördert worden. Der 46-Jährige ist optimistisch, dass die Umsetzung funktionieren wird: „Wenn ich davon ausgehe, und das tue ich, dass meine Mannschaft genauso auftritt wie gegen den HSV, dann kann und wird es positiv für uns laufen.“ 

Platz Sieben mit Vorteilen – in Berlin dann „Geschichte schreiben“

Das würde bedeuten, dass der Einzug ins internationale Geschäft noch vor dem Highlight Pokalfinale Realität wird: „Von der Konstellation her wäre es angenehmer, nach Berlin zu fahren und man hat es schon in der Tasche. Dann spielt man dort befreit.“ Ohnehin sei die Erwartungshaltung zwar gestiegen, aber eigentlich habe man die Ziele, die man sich vor der Saison gesteckt hatte, schon weit übertroffen: „Wir saßen alle am Anfang hier und haben uns Gedanken gemacht, was wir erreichen wollen. Ziel war es die letzte Saison zu bestätigen, keine Probleme mit dem Abstieg zu haben.“ Und nun habe man am letzten Spieltag die Möglichkeit aus eigener Kraft Europa klarzumachen. Ein Druck, der sich aushalten lasse: „Es ist ein schöner Druck. Wir müssen nicht um die Existenz kämpfen wie andere Klubs.“ Ganz entspannt könnten seine Jungs die letzten beiden Spiele angehen, allerdings mit einer totalen Fokussierung. „Ich spüre die Lust bei meinen Spielern.“ Noch könne man außerdem auch auf den sechsten Platz springen. Es geht folglich nicht nur um die Verwaltung des derzeitigen siebten Platzes, den Kovac gar nicht so schlecht sieht, wie er von manchen im Umfeld wahrgenommen wird: „Wenn man vorher anfängt, schon einen Rhythmus von Pflichtspielen hat, kann das sogar ein Vorteil sein.“

Noch besteht ja auch die Möglichkeit, sich die eine oder andere Qualifikationsrunde zu sparen, indem man am 19. Mai in Berlin die Bayern schlägt. „Da geht es nicht nur um Europa, sondern um den ersten Titel, den man nach ganz langer Zeit holen kann. Da können wir Geschichte schreiben!“, betont Kovac die Bedeutung eines Triumpfes für den ganzen Verein. Ob dieser großen Chance möchte er auch nach einem Sieg in Gelsenkirchen nichts von großen Partyplänen seiner Spieler wissen: „Wenn wir es morgen schaffen, wovon ich ausgehe, sollen die Spieler wissen, dass wir direkt den Fokus darauf legen, nochmal alles rauszuhauen, damit wir in Berlin unseren Mann stehen können.“ Getrunken werden darf im Erfolgsfall trotzdem: „Ich würde mir aber wünschen, dass es bei Wasser und isotonischen Getränken bleibt“, muss Kovac schmunzeln. Bier natürlich ausgenommen.

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14 Kommentare

  1. NK: „schon einen Rhythmus von Pflichtspielen hat, kann das sogar ein Vorteil sein.“
    Grantler: Nur bewiesen hat es noch keiner! Funktioniert vermutlich nur bei absoluter Verletzungsfreiheit, was es nie gibt.
    Gegen Schalke hilft nur ein Sieg! Leipzig, MG und vermutlich auch Stuttgart werden Ihre Spiele gewinnen. MG traue ich einen Kantersieg zu, wenn Wolfsburg schnell für klare Verhältnisse sorgt.
    „Auf geht`s Eintracht, zeigt es uns nochmal“!

  2. Bin heiß auf morgen.

    Denke wir können da was reißen. Die Schalker sind in Summe soviel nicht besser als wir. Sicher sind sie rein. In spielernamen favorisiert, Angst haben muss man jedoch nicht.

    Wir spielen einen unangenehmen Fußball und ob die sich vor dem Urlaub nochmal eine „blutige Nase“ gegen uns holen wollen…eher nicht.

    Schauen wir mal was rauskommt.
    So oder so ist es wieder eine super Saison gewesen.

    Wir durften hoffen bis zum Schluss (in der Vergangenheit müssten wir manchmal zittern bis zum Schluss) und haben morgen alles in der eigenen Hand.

    Wenn wir das packen und Hamburg zudem noch absteigt…dann war es ein super Spieltag (eine tolle Saison, wie geschrieben, ist es jetzt schon).

  3. Die letzten 6 Jahre gibt es ja reichlich Beispiele wie es eben nicht funktioniert hat….32 Spiele bis zur Winterpause sind schon eher grenzwertig. Hinzu kommen Abstellungen für Nationalmannschaften um den Globus herum. Köln hat ja aktuell gezeigt wie das, Verletzungspech kommt hinzu, hervorragend geklappt hat. Platz 6 wäre natürlich der Kracher und/oder dass Pokalendspiel !? Je mehr ich lese das wir da Kanonenfutter sind und sowieso chancenlos, umso mehr bin ich mir dessen garnicht mehr so sicher. Auch dieses Spiel geht bei 0 los und dann werden wir mal sehen. Ich glaube übrigens, abschließend (@1) keinesfalls das um uns herum alle Vereine 3 Punkte holen. Mögen die Spiele beginnen 🙂

  4. @3 Und wen soll er dann außen vor lassen? Vier Stürmer im Kader sind halt einer zuviel leider….Würde Meier gegen Schalke draussen lassen und dafür im.Finale mitnehmen..

  5. Einige hatten es ja so in etwa letzte Woche angedeutet, vor dem Spiel gegen Hamburg. Nun wird es für mich zur traurigen Gewissheit. Alex Meier wurde von Kowatsch nur deshalb reingeworfen (4 lächerliche Minuten), um die Aufmerksamkeit, – nämlich eine durchaus negative -, von sich abzulenken. Ja, irgendjemand muß ihm da was gesteckt haben, wie SEIN Abschiedsspiel in Frankfurt noch einigermaßen gesittet über die Bühne gehen könnte. Dafür war Alex also gut genug.
    Jetzt – NK müsste es ja nun langsam geschnallt haben, daß man unser Fußballgott immer bringen kann, wenn`s eng werden könnte, – jetzt ist er wieder auf dem Abstellgleis.
    Ich finde das ungeheuerlich!

    Und wenn Meier auch noch sogar gegen die Bayern nicht mal im Kader sein sollte, dann ist das quasi schon ein „Entgegenkommen“ an seinen neuen Arbeitgeber. Denn eines ist sicher: Sollte AM14FG wirklich noch mal in den letzten beiden Partien 10 – 15 Minuten reinkommen, begänne beim Gegner noch mal so richtig das Zittern. Von daher habe ich absolut kein Verständnis für eine Mannschaftsaufstellung ohne Meier in Kader.

    Ich mache aber auch darauf aufmerksam, daß ich mich riesig freue über eine insgesamt hervorragende Saison, und einer der Väter des Erfolges war ohne Zweifel NK. Aber das hier mit Alex stinkt irgendwie gewaltig!

  6. Sehe es wie @6
    Letzte Saison haben uns Meiers Tore gegen und auf Schalke 6 Punkte gebracht.
    Für Meier würde ich eine defensive Person rausnehmen. Gerne Gelson der eh nicht im Pokal spielen darf. Von mir aus auch Tawatha zuhause lassen.

  7. Kovac: „Den Fehler darf man als Trainer aber nicht machen, dass man auch noch die persönlichen Ziele der Spieler berücksichtigt.“

  8. @6 stimme dir voll und ganz zu, das Wort Inszenierung sagt es ja schon. Dummerweise ist es anders gelaufen als gedacht, er hat innerhalb kürzester Zeit ein geiles Tor geschossen und damit gezeigt, dass er es noch kann… ich glaube nicht, dass er im Kader gegen Schalke und gegen die Bayern ist, leider, denn gerade gegen die Bayern haben wir so gar nichts zu verlieren und da kann uns jemand wie Alex vorne nur helfen…

  9. @9
    stimmt Lara,
    es wurde insziniert; da hat er sich indirekt versprochen, ebenso, wie ihm das verbal auch nicht sonderlich gelungen ist, was die verbleibenden zwei Einsätze von AM14 anbetrifft. Ihm ist es also worscht, was Meier nächste Saison macht, und da er ja jetzt de Guzman und Rebic dazu bekommen hat, ist es ihm auch wurst, was Meier die restlichen Tage macht. Na, für München könnte doch noch ein klein wenig an der Rhetorik gefeilt werden.
    @6,
    ja genau,
    die Blauen kriegen ja ohnehin so langsam nen Koller, wenn sie Eintracht auf dem Plan haben. Aber AM14 würde sie in Ehrfurcht erstarren lassen. 🙂 und wenn`s eben, wie gesagt, nur 10 Minuten wären.

  10. Genau! Persönliche Ziele dürfen nicht berücksichtigt werden – weder die von Spielern noch die von Trainern. Es geht nämlich um die Eintracht und nur um die geht es auch mir – und ich würde mich sicher nicht als sentimental-betriebsblinden Alex-Meier-Groupie bezeichnen.
    Das Tor von Alex gg. den HSV wurde zurecht als etwas ganz Besonderes gefeiert. EISWEI-STJ meint ‚man hätte es nicht besser inszenieren können‘ und betrachtet sich selbst ohne Zweifel als den ‚Inszenator‘. Aber was vielleicht nicht alle sehen, womöglich sogar der Trainer nicht, dieses Tor war nicht nur ein ‚Deus ex Machina‘ des AMFG oder das grandiose Schmankerl in einem bereits gewonnenen Spiel, nein, dieses eine Tor könnte für die Eintracht in der Endabrechnung u.U. noch viel wert sein. So wie überhaupt ein insbesondere in der RR spielender, vollfitter Routinier wie AMFG die diversen kläglich vergebenen Chancen der Haller-Gacinovic-Rebic-Jovic etc. wohl in Skistiefeln verwandelt hätte. Wenn uns S06 morgen nicht ohnehin den bereits besagten ‚Strich durch die Rechnung‘ macht und uns mit seinem bewährten Catenaccio mühelos den Zahn zieht – falls es uns bei denen also tatsächlich gelingt unser Spiel aufzuziehen und eine Reihe von Torchancen zu produzieren, dann müssen die rein gemacht werden. Ansonsten kann ich @6 nur zustimmen – alleine um den Gegner nervös zu machen, aber auch als jemand, der wie kein zweiter weiß, was morgen auf dem Spiel steht und wie man mit so einer Situation umgeht, als Mentor für die jungen Spieler und nicht zuletzt als Ratgeber für einen wie BH es ausdrückt ’noch jungen Trainer, der noch jede Menge zu lernen hat‘, wäre Alex morgen auf der Bank eine Obligation.

    PS. Wäre ich der EISWEI/STJ würde ich mit dem AMFG vorher ausmachen, dass ich ihn je nach Spielstand ggf. sogar mehrmals ostentativ zum Warmmachen an die Linie schicken würde. Und so es die Situation erfordert, würde ich ab der 70sten Minute mit Rebic, Jovic, Haller und Meier stürmen; morgen sind Jonathan de G. und der Prince wieder auf dem Plan – mit einem starken MF und geballter Sturmpower wird es für die Knappen schwer werden einen Punkt zu holen. Und ein Remis wird uns nicht reichen.

  11. @11
    vollkommen richtig-
    Gute Idee mit dem sporatischen Warmlaufen an der Seitenlinie. Das hätte was, hihi – tja, leider nur Wunschdenken.

    Da wir mit de Guzman nun endlich sogar jemand haben, der richtig gefährliche Ecken und Freistöße in des Gegners Strafraum bringen kann, wäre es umso mehr eine richtig gute Option, zu gegebener Zeit, bzw. Situation unseren Alex reinzuwerfen, der dann auch den Killerinstinkt hat, den entscheidenden Ball mal ins Netz zu zimmern.

    Bisher hab ich ja nichts gegen NK`s Aufstellungen gesagt; ich fand sie soweit ja auch ganz ok; aber das hier ist schon sehr, sehr merkwürdig, insbesondere wenn es dann noch gegen Kowatsch` neuem Arbeitgeber geht. Ich sags mal so: sehr verdächtig das Ganze …

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