Es gab viel zu bereden nach Schlusspfiff. Julian Nagelsmann im Gespräch mit den Eintracht-Trainern.
Es gab viel zu bereden nach Schlusspfiff. Julian Nagelsmann im Gespräch mit den Eintracht-Trainern.

Es war ein emotionales Duell zwischen der Frankfurter Eintracht und der TSG Hoffenheim am Freitagabend. Die Punkteteilung, da waren sich die Trainer einig, ging in Ordnung. Und doch wirkte Niko Kovac nach 90 hart umkämpften Minuten verärgert. Der Grund: Schiedsrichter Christian Dingert.

Kovac fand erneut lobende Worte für die Leistung seiner Defensivabteilung gegen einen starken Gegner: „Die Hoffenheimer haben ihre Serie fortgesetzt und sind seit 14 Bundesligaspielen unbesiegt. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht den Ballbesitz gehabt, den wir uns vorstellen. Die Mannschaft hat dennoch probiert, das Spiel von hinten aufzubauen und Torgefahr zu erzeugen. Wir hatten da schon zwei, drei gute Möglichkeiten, die allesamt aufs Tor kamen. Hoffenheim war zwar optisch überlegen, hatte aber eigentlich keine Möglichkeiten und es kam auch im zweiten Durchgang nichts durch auf unser Tor. Wir haben defensiv sehr gut gestanden und aggressiv nach vorne verteidigt. Das war auch nötig, Hoffenheim hat ein außerordentlich gutes Team. Die Emotionen gehören zum Fußball! Eine Suppe ohne Salz werfen Sie auch einfach weg. Das Ergebnis geht trotz allem in Ordnung. Kompliment auch an Julian Nagelsmann, der einen hervorragenden Job macht.“

Im Blickpunkt des Geschehens standen am Freitagabend allerdings nicht die Tore, sondern vor allem die strittigen Entscheidungen vom Unparteiischen: „Ich möchte chronologisch anfangen: Das war eine ganz klare Rote Karte für David Abraham. Was mich aber aufregt, ist die Tatsache, dass die Schiedsrichter zu viel abpfeifen. Es gibt Duelle, die keine Fouls sind und geahndet werden – das nutzen die Spieler gnadenlos aus. Es wird mehr abgepfiffen, als es beim Basketball der Fall ist. Es kommt zu Rudelbildungen, die Trainer werden aktiv und die Zuschauer pfeifen. Das wird international – und ich habe selber Champions League gespielt – bei weitem nicht gepfiffen. Ein Problem ist aber auch, dass im Fernsehen über Sachen geredet wird, die einfach nichts sind. Das sollten wir abstellen, damit es zu solchen Situationen nicht mehr kommt.“

Der Trainer der Eintracht forderte die Schiedsrichter erneut zum Umdenken auf: „Ich habe gehört, dass Marco Fabián auch Gelb hätte sehen müssen. Davon rede ich aber nicht, sondern ich rede von Situationen, wo sich Spieler hinwerfen und billige Fouls zugesprochen bekommen, die keine sind. Es ärgert mich, dass die Schiedsrichter ‚Pipisachen‘ abpfeifen. Wer international gespielt hat, kann das kaum glauben.“

Gästecoach Julian Nagelsmann ließ sich nach dem Schlusspfiff und einem kurzen Disput mit Kovac seine Emotionen nicht anmerken und analysierte nüchtern: „Ich glaube, dass wir gut ins Spiel gefunden und eine fußballerisch sehr ordentlich erste Halbzeit geboten haben. Eigentlich müssen wir bei dem Angriff nach vier Minuten in Führung gehen, haben aber den Ball vergessen. Die Eintracht war im ersten Durchgang nicht ganz so aggressiv am Mann, wie dann im zweiten. Trotzdem war ich ganz zufrieden mit uns und damit, dass wir unsere Emotionen im Griff hatten. Wir haben auch in der zweiten Halbzeit versucht, unser Spiel durchzubringen, aber die Eintracht war dann deutlich aggressiver. Meine Mannschaft hat es verpasst, kontrolliert nach vorne zu kommen, sie hat nur noch lange Bälle gespielt. Zum Schuss wurde es immer emotionaler, aber es war ja ein Südwest-Derby und Flutlichtspiel. Das Wortgefecht mit Niko Kovac nach dem Schlusspfiff sollte man nicht überbewerten, das kann schon einmal vorkommen. Er macht einen hervorragenden Job in Frankfurt und das Ergebnis ist leistungsgerecht.“

 

 

 

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14 Kommentare

  1. Alex Meier äußert sich ja selten zum Schiedsrichter und meines Wissens nicht zu Gegenspieler. Dass er dies gestern getan hat, ist schon ein Zeichen.

  2. Nach langer Abstinenz erstmal ein Hallo in die Runde.

    Nachdem nun mehr als ein Drittel der Runde gespielt ist, kann man (auch wenn es etwas Off Topic ist – sorry Chris, aber konnte aus Zeitgründen lange nicht schreiben und muss das einfach mal los werden 😉 ) schon ein erstes Zwischenfazit ziehen.

    Wo kommen wir her?
    Die letzten Jahre ging es immer weiter bergab, was dann im Sommer darin gipfelte, dass etliche (Schwachpunkt-) Positionen mit neuen Spielern besetzt werden mussten und viel Geld hatten wir dafür nicht zur Verfügung.

    Hierbei kann man heute sagen, Gute Arbeit!!
    Das maximal Mögliche wurde erreicht, mehr ist mit den vorhandenen Mitteln nicht möglich, prima Job an alle die hier mitgewirkt haben.

    Prima Job auch für den guten Nico Kovac! Er macht Spieler besser und holt das beste aus ihnen raus. Wurde letztes Jahr noch über Fabian geschimpft, über Chandler, Ozcipka oder Huszti, etc.et., so spielen diese eine wirklich ansprechende Runde, das muss auch der größte Kritiker anerkennen.

    Was macht Kovac anders? Das sind in meinen Augen zwei Dinge:

    1) War bereits im Sommer immer wieder zu lesen, er ließ härter trainieren als die Trainer die vorher da waren. Die Spieler sind einfach alle zu 100 % fit! Und da die Eintracht eben eher über Läufer/Kämpfer verfügt, als über Techniker, ist es nochmal wichtiger, dass diese 100 % geben können (also immer am Max.).

    2) Er setzt die Leute richtig ein. Ganz wichtig! Er macht die Zentrale eng, so, dass langsamere Spieler wie Hasebe oder Huszti nicht mehr so weite Wege gehen müssen, guter Schachzug!

    Was ist das Spiel der Eintracht (um langsam den Bogen zum eigentlichen Thema oben („Kovac beklagt sich…“) zu bekommen?
    Die Eintracht spielt ein recht simples, aber für den Gegner äußerst unangenehmes Spiel. Sie stehen hinten gut und eng (verfügen mit Abraham und Vallejo über zwei sehr gute und sehr schnelle Leute, die zudem noch vom erfahrenen, viel mit Auge spielenden, Hasebe unterstützt werden. Dazu zwei Aussenverteidiger die voll austrainiert sind und weite Wege gehen können. Davor dann zwei stabile und technisch starke zentrale Mittelfeldspieler (die eben so eingesetzt werden, dass ihre Schwächen (Schnelligkeit) nicht zur Last werden). Diese Defensive ist das Prunkstück der Eintracht und megaschwer zu durchbrechen.

    Davor hat die Eintracht dann wiederum Spieler, die immer mal für ein Tor gut sind und das reicht dann eben häufig um Spiele für sich zu entscheiden.

    Also…
    1) stabile Defenisve
    2) Offensivkräfte, die immer für ein Tor gut sind und
    3) (das hat sich schon in der vergangenen Saison angekündigt, das Kovac Prinzip….

    Das Spiel des Gegners kaputt machen und zwar mit allen Mitteln und hier kommt jetzt meine Kritik. Vorab, ich finde es nicht schlimm, dass die Eintracht keinen gepflegten Fußball spielt, wie zB damals in der Eurocupsaison unter Veh, denn das ist mit dieser Mannschaft nicht möglich. Mit dieser Mannschaft (und nochmal en großes Lob für das was man aus ihr rausholt und ein großes Lob wie man diese in der kürze der Zeit zusammengesetzt hat) ist nur Erfolg möglich, wenn jedes Spiel an die Grenze gegangen wird und man alles rausholt (deshalb rechne ich im übrigen auch damit, dass wir zum Ende der Saison körperlich einbrechen und irgendwo im Mithelfet landen (Platz 8 – 10), was immer noch ein riesengroßer Erfolg ist!!!).
    Wie gesagt, bekämpfen des Gegners, ok, das ist in Ordnung, man läuft ihn an, man stellt immer wieder Räume zu, passt soweit!! Aber was mir persönlich nicht passt, das hat sich in der Saison, aber auch in der letzten schon gezeigt, ist das bewusste Zerstören des gegnerischen Spiels durch viele Fouls. Wenn ich persönlich ein Fußballspiel sehe, dann möchte ich ein vernünftiges Spiel sehen und keines, wo jede Minute abgepfiffen wird und das war nun gestern extrem! Wenn ein anderer Schiedsrichter auf dem Platz gestanden hätte, dann wären in H1 schon vier Leute verwarnt und einer vom Platz geflogen, das ist die Wahrheit. Und dann hätten wir gar nicht mehr so in die Zweikämpfe gehen können (da verwarnt) und dann wäre das Spiel ein anderes gewesen. Ja, wir hätten auch einen Elfer bekommen müssen, aber wie gesagt, das Spiel wäre insgesamt ein anderes gewesen, hätte der Schiri nach Regel gepfiffen!

    Ich mache hierbei auch keinen Unterschied zwischen Gegner und Eintracht. Ich erwarte auch von meinem Verein eine sauber und korrekte Spielweise und wenn so sehr wie ich anerkenne und Lobe, welch sportliche Entwicklung wir (erstmal temporär) genommen haben, so wenig kann ich mich mit diversen Spielern charakterlich identifizieren.

    Wir haben gefühlt fünf David Jarolims auf dem Platz und das geht mir eben zu weit!
    Hasebe fällt bei jeder Berührung, spielt selber hart und ist dann noch in jeder Szene am lamentieren!
    Huszti dasselbe
    Abraham dasselbe
    Chandler dasselbe

    Und das sind jetzt nur die Extreme. Wie gesagt, das was wir punktemäßig rausholen finde ich top, da ist ein klarer und einfacher Plan dahinter, der sehr gut und sehr strikt verfolgt wird, aber das Verhalten auf dem Platz war schon öfter grenzwertig und gestern war es des Guten zu viel.

    Kovac muss sicher sagen, was er oben sagt, schon deshalb weil der Schiri für H1 wahrscheinlich richtig Ärger bekommt und andere Schiris nun noch konsequenter pfeifen werden, wenn wir auf dem Platz sind, aber wenn er sich das Spiel nochmal anschaut, vor allem die erste Halbzeit, dann wird er, wenn er ehrlich ist, zugeben, dass wir großes Glück mit dem richtig schlechten Schiedsrichter hatten.

  3. Hallo Olga,
    Angenehm wieder von dir zu lesen. Gerne mehr davon.
    Bin bei der Art und Weise wie die Mannschaft die Zweikämpfe annimmt „zerstören des gegnerischen Spiels“ bei dir.
    Auch wenn hier eigene Kommentare verdeutlichen, dass sie dies als tollen Charakterzug festmachen wollen.
    Das gestern war Bockmist. Und ich gebe dir auch Recht, dass man sich schwer tut sich mit einigen Spielern zu identifizieren.
    Bei Meier, Otsche und Hrady ging es gestern und eigebtlich immer. Die heben sich vom Rest in der Hinsicht ab.
    Selbst der „Krieger“ Sefe hatte sich gestern weitestgehend im Griff.
    Und mir ist egal, was ein Ribery macht. Die Aktion von Abraham war scheiße und unsportlich.
    Wir sind die Treter der Nation. Meisten Fouls und Karten. Selbst die Kommentatoren sprechen es so einseitig an, dass man als neutraler Zuschauer ja deren Meinung kondizunieren muss. Das fällt Kovac ja auch auf und spricht es in der PK an. Dies ist eine Entwicklung, die wir stoppen müssen. Die, die alles kaputt treten. Wir sollten aufpassen, dass unsere Aussendarstellung sich nicht teilen der Fans anpasst, weil ein solches Bild momentan durch Sky verbreitet wird.

  4. Ich habe in den letzten 13 Begegnungen nicht den Eindruck gewonnen, das wir die „Treter der Nation“ sind.
    Ich finde, dass das Spiel gstern eine hysterische Eigendynamik in Gang gesetzt hat. Es ist korrekt, dass wir gestern extrem „motiviert“ in das Spiel gegangen sind. Und wir haben extrem zambrano`eske Situationen zu sehen bekommen. Gestern. Abraham hätte fliegen, Marco eine gelbe Karte erhalten und Chandler auf dem Platz bleiben müssen.
    Jetzt daraus ein saisonumspannendes Problem zu machen, empfinde zumindest ich als übertrieben und nicht gerechtfertigt. Passt aber zu den medialen Auswüchsen unserer Zeit, wo Detaills unter dem Brennglas mulipliziert und vervielfältigt werden und so das Gesamtbild schnell deformiert wird.
    Was mich seit 2 oder 3 Jahren im Fußball völlig entnervt, sind die dutzenden Situationen in jedem Spiel, wo es sich Spieler zur Gewohnheit gemacht haben, „Faller und Flüge“ bei praktisch jedem angedeutetem Körperkontakt ins technische Repertoire aufzunehmen. Absolute Fehlentwicklung, die den Fußball konterkariert.
    Klammerten wir die Art und Weise der Zweikampfführung unserer SGE speziell gestern mal aus, so kann ich keine Beschuldigungen gegen die Jungs aufrechterhalten. Ich fand die kämpferische und auch spielerische Komponente bisher völlig in Ordnung, nein, mehr noch, absolut überragend. Denn: ein Mannschaft, die „nur das Spiel des Gegners kaputt macht“, entwickelt gegen eine ungeschlagene Mannschaft nicht so einfach ein Chancenplus, und gewinnt nicht Spiele gegen den BVB, Leverkusen oder Schalke.

  5. Zu 4
    Es heisst konditionieren. Dummer Fehler meinerseits.
    @sge1899
    Ich gebe dir Recht, dass das Thema „Treter“ sehr hoch gepuscht wird.
    Dennoch belegen die Karten und Fouls, dass wir haufig zu spät am Gegenspieler sind.
    Ich will es nicht künstlich aufbauschen, aber man sollte es bennen und drüber diskutieren.

  6. Ich möchte auch gerne was zu diesem Spiel sagen.
    Fabian hätte gelb sehen müssen. Er was übermotiviert auf Baumann zu gelaufen, dann merkte er zu schnell, abgebremst, ausgerutscht, gelbe Karte. Der Schiri hätte denn energischer durchgreifen können, aber nicht mit gelbe Karten, sondern klaren ansprachen. Dann mal ein Wort zum Wagner, im Spiel ist der ein Stenkerer vor dem Herrn. Ein Schiri muss sich vorbereiten, dann würde solche Aktionen wie die Abraham nicht vorkommen. So eine Aktion kommt nicht irgendwoher….. Unsere Gesellschaft ist in einem bösen Wandel, der Moderator gestern, schlimm, noch nie gegen einen Ball getreten, Zweikämpfe beschrieben, dass es einem schlecht wurde, schlimm. Ich habe die Pressekonferenz von Kovac gesehen, genau so ist es, lieber Schiriverband nehmt euch diese Worte zu Herzen. Dann wird es auch wieder besser werden.
    Freispruch für Chandler, 2 Spiele sperre für Abraham und auch für Werner, wegen Betrug.
    Und last mir die Interviews nach dem Spiel, ihr seid nicht besser als die Verrückten, die beim Stau stehen bleiben und Bilder schießen…….

  7. Alles gesagt, einhellige Meinung im Block gestern: „Der Schiri hat die Karten vergessen“ Und dann will er es reparieren… Klare 6 auf der Aytekin-Skala.

    Gruß SCOPE

  8. Wagner … ein Phänomen. Hat sich in Duisburg, Lautern, Bremen und Berlin als Antifußballer bewiesen. Und jetzt ist er in aller Munde. Hat unter Schuster das Kicken gelernt und kommt über seine dreckige Spielweise zum Erfolg. Provoziert nicht nur auf dem Platz. Gibt sich dann gerne mal auch als Nachdenker, was man ihm nur ungern abnimmt.

    Solche Typen (Ja, es hat nicht nur Wagner auf dem Platz gestanden. Weiß ich selbst.) brauchen genau das, was unsere „Krieger“ (Tschuldigung, Herr Hoeneß) gestern auf den Platz gebracht haben. Der Zweck heiligt die Mittel. Da widerspreche ich gerne dem ein- oder anderen Fußballschöngeist. Wenn ich´s in der aktuellen Situation nicht besser kann, dann zerstöre ich halt das Spiel des Gegners. Auch wenn´s nicht jedem gefällt.

    Wer sind wir denn? Haben wir in 14 Spieltagen nur Zerstörer-Fußball gespielt? Ich glaube nicht.

    Und nochmal; wenn uns bis Saisonende die Luft und die Spieler nicht ausgehen sollten, können die gerne weiterhin so kicken, wie es gerade passt. Auch grob!

  9. Der Schiri hats provoziert. Schon den Ellenbogen von Wagner hätte er ahnden müssen. Die Rote Karte am Ende war die Hilflosigkeit pur. Kein schönes Spiel aber wohl letzten Endes ein gerechtes Unentschieden. Dir ändern haben für uns gespielt. Wenn wir jetzt noch 4 Punkte vor der Winterpause holn haben wir ne gute Ausgangsbasis für die Rückrunde

  10. @ Olga
    Hallo, sie kommen ja jetzt auch wieder mal aus ihrem Mauseloch gekrochen und geben hier wieder einmal einen Oberlehrerkommentar ab. Die ganze Zeit gab es nichts für sie zu nörgeln aber jetzt nach diesem Spiel stellen sie unsere Mannschaft als Tretertruppe dar. Wenn ich ihren Kommentar so lese dann sind sie doch der ideale Fan von den Bayern. Da können sie körperlosen Fußball ohne viele Fouls begutachten und in Ruhe ihr Bier trinken. Mir jedenfalls gefällt es wie unsere Ma. sich hier ins Zeug wirft um die Punkte hier zu behalten und nicht so wie letzte Saison sie herzuschenken gerade gegen Hoffenheim. Nicht umsonst ist Roger Schmidt mit dem Nagelsmann aneinander geraten. Der meint nähmlich er hätte den Fußball erfunden.
    Ihnen würde ich empfehlen ein Fan von Bayern zu werden.

  11. „Wer nämlich mit h schreibt…“ Das @11 kann nur der sein, für den dieser untrügliche Spruch erfunden wurde.

  12. @3
    „Die letzten Jahre ging es immer weiter bergab, was dann im Sommer darin gipfelte, dass etliche (Schwachpunkt-) Positionen mit neuen Spielern besetzt werden mussten“

    Wir hatten dieses Jahr ähnlich viele Transfers als in den Jahren davor. Auch dass es in den letzten Jahren immer weiter bergab ging, ist ziemlich weit hergeholt

    Reine Sommertransfers:
    11/12: 15 Zugänge, 13 Abgänge -> 2. Liga Platz 2 – DFB-Pokal 2. Runde
    12/13: 19 Zugänge, 13 Abgänge -> BL 6. Platz – DFB Pokal 1. Runde
    13/14: 12 Zugänge, 8 Abgänge -> BL 13. Platz – DFB Pokal Viertelfinale – EL 2. Runde
    14/15: 12 Zugänge, 14 Abgänge -> BL 9. Platz – DFB Pokal 2. Runde
    15/16: 10 Zugänge, 10 Abgänge -> BL 16. Platz – DFB Pokal 2. Runde
    16/17: 13 Zugänge, 10 Abgänge bisher -> BL 5. Platz – DFB Pokal Achtelfinale

    Ich würde meinen, dass es bisher in jeder Saison das Ziel war, „(etliche) Schwachpunkt-Positionen neu zu besetzen“. In dieser Saison haben wir grundsätzlich 2 Positionen von 11, die neu besetzt wurden (Mascarell, Vallejo).

    „Sie stehen hinten gut und eng“
    Seh ich nicht so. Ziel ist es eher, dass Spiel möglichst weit vorne durch Pressing schon eng zu machen. Die Möglichkeit dazu geben ganz sicher die schnellen Abraham und Vallejo.

    „technisch starke zentrale Mittelfeldspieler (die eben so eingesetzt werden, dass ihre Schwächen (Schnelligkeit) nicht zur Last werden“
    Wir hatten früher mit Ausnahme von Rode wesentlich langsame ZM-Spieler. Denke da an Russ, Medojevic, Lanig, Flum, Reinartz.
    Stendera wohl mit Huszti jetzt vergleichbar, wobei ich Stendera als handlungsschneller sehe. Mascarell wohl zwischen Schwegler und Rode einzuschätzen…sicher kein langsamer Spieler.

    „das Kovac Prinzip .. Das Spiel des Gegners kaputt machen und zwar mit allen Mitteln“
    Sehe ich auch nicht so, zumindest nicht mehr als bei anderen BL-Mannschaften. Es geht darum Räume eng zu machen um dann schnell nach vorne zu spielen. Ähnlich agierte Schaaf auch, nur fehlten Schaaf die schnellen IV, so dass es insgesamt zu mehr gefährlichen Kontern gegen uns kam. Damals spielten wir noch mehr Foul, dazu später mehr.
    Wir haben durchaus einige kreative Spieler .. das geht hinten mit Abraham und Vallejo los und zieht sich über Mascarell und Fabián. Für mehr fehlt halt Stendera, Varela und u.U. Tarashaj.
    Sie rein als Zerstörer zu sehen, nur weil sie viel laufen und Zweikämpfe suchen finde ich übertrieben. Genausowenig ist Atletico Madrid eine reine Zerstörergruppe. Sie stehen einfach kompakt, gehen entschlossen in Zweikämpfe und spielen zackig nach vorne. Die 0 hinten ist wichtig, und so ist man erfolgreich. Insbesondere, wenn die Qualität im Kader insgesamt nicht ganz oben anzusiedeln ist.

    „Vorab, ich finde es nicht schlimm, dass die Eintracht keinen gepflegten Fußball spielt, wie zB damals in der Eurocupsaison unter Veh, denn das ist mit dieser Mannschaft nicht möglich.“
    In der Eurocupsaison wurden wir mit 36 Punkten 13. .. in der EL trafen wir größtenteils auf Gegner, gegen die man das Spiel machen kann & muss .. Ausnahme Porto, da war dann auch Ende..
    Wenn du die Saison 12/13 meinst: Wir hatten praktisch über die ganze Saison kaum Verletzungsprobleme. Früh war klar, wer in der Startelf steht (1. Spieltag damals: Trapp, Zambrano, Anderson, Oczipka, Jung, Rode, Schwegler, Inui, Aigner, Meier, Occean) .. und daran änderte sich bis zum Ende praktisch kaum was. Ab und an war mal einer verletzt und ein anderer sprang ein. Später ersetzte Matmour Occean und das war insg. überschaubar. So hatten wir ne topeingespielte Mannschaft und die können dann nunmal auch ‚gepflegter‘ spielen.
    Nicht zu vergleichen mit dieser Saison: Unser bestes Talent Stendera fällt die komplette Vorrunde aus (und niemand weint und vermisst ihn), es wird insgesamt mehr rotiert und wenn du die Startelf gg Hoffenheim mit der vom 1. Spieltag vergleichst sind wir auf 4 Positionen verändert…und keiner weint über Verletzungen oder Sperren oder auch weil einer nicht spielt.

    „nur Erfolg möglich, wenn jedes Spiel an die Grenze gegangen wird und man alles rausholt“
    das war 12/13 nicht anders und eine Übermannschaft waren wir spielerisch als Aufsteiger ganz sicher nicht. Auch damals Topstimmung und alle gaben alles.

    „Aber was mir persönlich nicht passt, das hat sich in der Saison, aber auch in der letzten schon gezeigt, ist das bewusste Zerstören des gegnerischen Spiels durch viele Fouls.“
    Foulstatistiken mal anschauen von dieser Saison:
    Verübte Fouls/Gefoult worden: 222 (15,86/Spiel) / 199 (14,21/Spiel)
    Letzte Saison 14,76/Spiel 14/15: 16,06 13/14 15,85 12/13 14,74
    Ist jetzt nicht übermäßig viel im Vergleich.
    Tatsache aber sicherlich: Je eingespielter die Mannschaft, desto weniger Foul müssen wir spielen. Zudem wird viel mit Pressing agiert und wir haben weder die schnellsten, noch die technisch stärksten Spieler. Es ist aber erfolgreich, daher kann man über etwas mehr Fouls m.E. locker hinwegsehen.
    Zudem sehe ich gern ein Spiel mit viel Pressing/Gegenpressing, m.E. ist das auch attraktiver anzuschauen als offensives Ballgeschiebe Guardiolastyle.
    Hoffenheim spielt übrigens in der Saison mit 15,64 Fouls/Spiel .. das ist nun wirklich nicht viel weniger.
    Bei halbwegs vergleichbaren erfolgreichen Mannschaften in dieser Saison fallen Köln und Hertha mit wesentlich weniger Fouls auf 14,36 bzw 13,29.
    Die Antwort bei beiden ist sicherlich erstens Eingespieltheit und zweitens über die kompl. Hinrunde weniger Verletzte. Zudem konnten die Trainer sich ihren Kader über ein paar Saisons zusammenstellen (Dardai trainiert seit Feb 2015 und ist in seiner 4. Halbserie .. Stöger ist sogar schon seit 2013 bei Köln.
    Die Spieler wissen einfach genau, was sie zu machen haben. Diese Eingespieltheit ist nicht leicht zu ersetzen.

    „rechne ich im übrigen auch damit, dass wir zum Ende der Saison körperlich einbrechen“
    Hängt stark mit Verletzungen/Sperren zusammen. Wenn man sich unsere Verletztenliste anschaut gehe ich ehrlichgesagt nicht davon aus. Sonst müssten wir jetzt schon stark eingebrochen sein und das kann ich nicht erkennen. Wenn dem so wäre hätten wir sicherlich einige Spiele mehr verloren.
    Spieler wurden bisher gut ersetzt, was auch mit der Spielweise zusammenhängt. Bei unserer Spielweise können wir Spieler leichter ersetzen als wenn wir eine ‚gepflegtere‘ Spielweise hätten. Denn es mangelt im Kader dann doch an technisch starken bzw kreativen Spielern (oder ersatzweise zumindest Spielern mit nötiger BL-Erfahrung .. Zusatz: solche Spieler kosten auch schlichtweg ein bißchen) um etwaige Ausfälle aufzufangen. Der Kader ist so zusammengestellt, um Kovacs Spielphilosophie umzusetzen. Ähnlich kauft Klopp auch nicht nur Brasilianer.

    Man muss sich zudem fragen, welche Mannschaft du mit einer gepflegten Spielweise heutzutage in der BL siehst? Bayern und dann..? Selbst die stellen ihren Guardiola-Stil um.
    RB spielt sicher keinen gepflegten Offensivfußball, sondern noch krasser als Kovac gnadenloses Pressing und mir fällt wirklich keine Mannschaft ein, die den gepflegten Offensivfußball noch praktiziert. Manche können halt nicht anders, weil sie aufgrund ihrer Qualität mehr Ballbesitz haben. Dazu zähle ich die gewohnten Mannschaften obendrin, sowie Mönchengladbach .. teils noch RB, wenn sie müssen. Das sah dieses Wochenende allerdings nicht so gut aus.
    Aber eigentlich sind die gewohnten Mannschaften vorne von der Spielphilosophie nicht so weit von der Kovac-Spielphilosophie weg .. das kann man dann in den europäischen Wettbewerben gg ähnlich starke Gegner bewundern. Da fallen dann gegen qualitativ bessere Mannschaften auch automatisch mehr Fouls.

    „Wir haben gefühlt fünf David Jarolims auf dem Platz und das geht mir eben zu weit!
    Hasebe fällt bei jeder Berührung, spielt selber hart und ist dann noch in jeder Szene am lamentieren!
    Huszti dasselbe
    Abraham dasselbe
    Chandler dasselbe“
    Sorry, aber das ist der größte Schwachsinn, den ich seit langem hier im Forum gelesen habe.
    Bei keinem der genannten Spieler würde ich sagen, dass er bei jeder Berührung fällt.
    Wenn Abraham nicht hart spielt hat er seinen Job verfehlt. Er ist unser erfahrenster da hinten und es ist sein Job im Nofall abzuräumen. Chandler spielt nicht sonderlich hart, ähnlich Hasebe. Und Huszti macht nen sauberen Job .. manchmal an der Grenze des erlaubten .. ist aber außer Abraham der Einzigste.
    Bzgl lamentieren: Letztes Jahr hätte ich es bei Hasebe und Chandler sofort unterschrieben, hat sich aber stark gebessert in dieser Saison. Bei Abraham und Huszti kann ich das überhaupt nicht erkennen, oder zumindest ganz selten. Teilweise agiert Fabián so, sehe aber auch schon Fortschritte.
    Seferovic ist sicher so ein Kandidat, in dieser Saison hat er sich aber auch halbwegs eingekriegt.

    „wenn er sich das Spiel nochmal anschaut, vor allem die erste Halbzeit, dann wird er, wenn er ehrlich ist, zugeben, dass wir großes Glück mit dem richtig schlechten Schiedsrichter hatten.“
    Ich schätze nicht, dass Abraham den Ellenbogen ausgepackt hätte, wenn der Schiedsrichter besser gepfiffen hätte und die Stimmung nicht so augeheizt gewesen wäre. Aber jo, das ist alles Hypothese.
    Bringt mhmm wenig bis gar nix.

    Sorry, wenn ich dein Statement so ausführlich auseinandergenommen habe .. aber für so nen langen Text war das ziemlich populistisch und wenig faktenorientiert.
    Klar, so funktioniert Social Media grundsätzlich…zwei, drei Sätze hätten aber auch gereicht um Stimmung zu machen

  13. @ 11 elber Da bin ich ganz bei Dir. Und da ist es mir relativ egaaal, ob Du nähhmlich nur mit einem H schreibst. 🙂 Und allen „Schöngeist-Fußballern“ rufe ich erneut zu: WER SIND WIR DENN? Anspruch und Realität scheinen irgendwie abhanden gekommen zu sein. Wenn´s in so einem Spiel für Gekloppe und Gebolze am Ende einen Punkt gibt – weiter so!

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