Gegen einen jubelnden Ansgar Knauff dürfte im Europa League-Finale kein SGE-Fan etwas haben. (Foto: IMAGO / PRiME Media Images)

Vor rund sechs Monaten hieß der Alltag von Eintracht-Rechtsaußen Ansgar Knauff noch dritte Liga und er beschäftigte sich Mannschaften wie dem SC Verl und dem TSV Havelse. Damals spielte der 20-Jährige noch bei Borussia Dortmund und kam hier hauptsächlich in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Jetzt, wir schreiben Mai 2022, steht der Rechtsfuß mit der SGE, wo er auch noch kommende Saison spielen wird, im Finale der Europa League und damit auch vor dem wohl größten Spiel seiner Karriere und der Vergangenheit seines neuen Klubs.

„Es ist ein unglaublicher Weg, seitdem ich hier bin. Als ich angekommen bin, standen wir schon im Europa League-Achtelfinale und haben dann Betis Sevilla als Gegner bekommen. Das war ein starker Gegner, das wussten wir von Anfang an. Dann über Barcelona und über West Ham United jetzt im Finale zu stehen, das ist natürlich ein unglaubliches Gefühl. Das freut mich persönlich auch, dass ich so etwas in dieser kurzen Zeit, in der ich im Verein bin, erleben darf. Das macht mich einfach sehr glücklich“, ließ Knauff die letzten Monate am Donnerstag Revue passieren. Seinen schnellen Aufstieg habe er auch dem Fußball und seiner Entscheidung zur Leihe zu verdanken: „Es kann alles sehr, sehr schnell gehen. Wir haben die Leihe als einen guten Schritt gesehen, ich habe viele Gespräche zuvor geführt. Dann sind wir zum Schluss gekommen, dass es eine gute Option für mich sein kann. Jetzt nach ein paar Monaten ist das alles aufgegangen, das ist einfach schön und gibt mir ein sehr gutes Gefühl. Ich merke: Eintracht Frankfurt war die richtige Entscheidung.“

Ziel erreicht – auf zu weiteren…

Hier in Frankfurt habe er das Ziel gehabt sich „Best möglichst weiterzuentwickeln und so viele Einsatzminuten wie möglich zu bekommen“ erklärte er. Dabei soll der Weg von ihm noch nicht zu Ende sein: „Ich denke ich bin auf einem guten Weg und habe mich in den letzten Monaten schon weiterentwickelt. Ich bin fest davon überzeugt, dass das jetzt genau so weitergeht.“

Nach dem letzten Spiel der Bundesliga-Saison am kommenden Samstag in Mainz, das – so ehrlich muss man sein – vom Umfeld der SGE als komplett unwichtig angesehen wird, steht am Mittwoch also das große Finale in Sevilla an. Knauff betonte, dass die Mannschaft in seinen Augen trotz der großen Euphorie versuchen müsse, nichts zu verändern und mit der gleichen Einstellung wie in den Runden zuvor in die Partie zu gehen: „Es wird der Schlüssel, dass wir es einfach so machen, wie wir es bisher gemacht haben. So wie in Barcelona, so wie in London und so wie in Sevilla. Wenn wir das so machen, dann wissen wir, dass es funktionieren und klappen kann. Wir sollten uns darauf konzentrieren, nicht viel anders zu machen. Es ist zwar ein Finale, aber die K.O.-Spiele waren im Endeffekt wie Finale. Entweder du gewinnst, oder du bist raus.“

Respekt vor Glasgow – Glaube an die eigene Stärke

Das Spiel selbst schätzt er als „sehr offenes und intensives Spiel“ ein: „Ähnlich wie gegen West Ham in London. Es wird viel gekämpft werden, viel gelaufen werden und es wird sicher extrem physisch.“ Der Gegner aus Glasgow sei „ein sehr gutes Team, das Borussia Dortmund und andere große Mannschaft im Turnier geschlagen hat. Sie spielen sehr aggressiv, sehr hart. Es wird ein schwieriges Spiel.“  Eine Mannschaft, die bereits leidvoll erfahren musste, wie du gut die Rangers sind, ist der ehemalige und zukünftige Verein von Knauff, Borussia Dortmund, der gegen die Schotten ausgeschieden ist. Hier habe er sich einige Tipps geholt, verriet er: „Mit Dortmunder Kollegen habe ich gesprochen, ich habe auch die Spiele angeschaut. Glasgow hat gegen Dortmund extrem stark gespielt, sie kommen über Teamgeist, die Zweikämpfe und schnelle Konter. Da müssen wir extrem wach sein und müssen immer aufpassen. Sonst wird es schwierig.“

Trotzdem ist es für den gebürtigen Göttinger wichtig, dass die SGE auch auf sich selbst schaue: „Wenn wir auf unsere Stärke konzentrieren, dann haben wir beste Chancen, dass wir das Spiel gewinnen.“ Das liege auch an Trainer Oliver Glasner, der einen sehr guten Draht zur Mannschaft habe, erklärte er: „Er gibt uns viel Gutes mit. Er hat immer die richtigen Worte, um uns zu motivieren und uns runter zu bringen. Das hat er auch vor West Ham gut gemacht, da haben wir nicht nur den Gegner, sondern auch viel von uns angeschaut.“ Wenn dies gelinge und die SGE sich „nicht aus dem Konzept bringen“ lasse, dann sei er optimistisch: „Dann haben wir die besten Chancen, dass wir das Spiel gewinnen.“ 

Mit den Fans im Rücken

Und nicht nur auf dem Platz, sondern auch neben dem Platz wird es ein echtes Duell geben, denn sowohl die Fanszene der SGE, als auch die der Rangers, gilt als extrem laut und stimmungsstark. Auch darauf freue er sich: „Von beiden Fanszenen wird extrem gute Stimmung kommen, ich freue mich dort zu spielen. Glasgow hat auch gute Fans, das wird eine tolle Stimmung und ein toller Fight.“ Und wie in der Vergangenheit werden die Fans der Hessen für die Eintracht auch eine große Rolle spielen. „Die Fans waren sehr wichtig und sie werden auch in Sevilla wichtig sein. Es ist ein tolles Gefühl mit solchen Fans im Rücken zu spielen“, erklärt der 20-Jährige.

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4 Kommentare

  1. Haller wird ev. Mit Dortmund in Verbindung gebracht, die müssen wohl noch ein bis zwei Spieler verkaufen um haller zu stemmen.
    Da wäre die Gelegenheit um knauff an die sge zu binden, falls er nicht extrem viel teuer ist

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  2. Auf der einen Seite will ich Haller nicht mehr in der Bundesliga sehen und gegen uns. Auf der anderen soll er bloß nicht zu den Bayern. Einen Knauff-Kauf kamada schon mal machen.

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  3. Wir sollten auf keinen Fall!!!! den Fehler machen und den Gegner in einem Finalspiel unterschätzen. Aber dennoch sehe ich uns als leichten Favorit, vor allem wenn Lindström fit ist und normal spielen kann. Hinti vermisse ich natürlich schmerzhaft.

    In den Gruppenspielen haben die Rangers nicht überzeugt und mit 1 Punkt Vorsprung vor Sparta Prag gerade so den 2. Platz geholt, um in das Playoff gegen Dortmund zu kommen. Hätten die Dortmunder nicht diese ober-anfällige Defensive und hätte Haaland gespielt….. ich glaube die Rangers hätten diese Playoffs nicht überstanden. Sich anschliessend gegen Roter Stern Belgrad und Sparta Braga durchzusetzen, verursacht mir keine schlotternden Kniee. Dass sie Leipzig rausgeworfen haben, hat mich schon ein wenig überrascht – und gefreut :).

    Unterm Strich sehe ich es daher wie Ansgar – der Glaube an die eigene Stärke zählt. Der Glaube gepaart mit Galligkeit, Konzentration und Wachsamkeit von der ersten Sekunde – und der Pott kommt nach Frankfurt.

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