Eintracht-Trainer Adi Hütter sprach nach der Partie noch einmal zu seinem Team und bedankte sich für den Einsatz in dieser Saison. Ein versöhnlicher Saisonabschluss mit einem 3:2-Sieg gegen Paderborn. (Bild: imago images / Poolfoto)

Am letzten Spieltag ging es für die Eintracht gegen Paderborn vor allem darum den neunten Tabellenplatz zu verteidigen, da dies für die TV-Tabelle und die damit verbundenen Fernseheinnahmen eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Mit einem knappen 3:2-Sieg konnten die Hessen die Saison auf dem neunten Platz abschließen und insgesamt auf eine gute Saison zurückblicken. SGE4EVER.de hat die Partie und die Saison noch einmal Revue passieren lassen:

Höhen und Tiefen

Auch das Paderborn-Spiel war einmal mehr ein Spiegelbild der Saison, auch wenn die Umstände den Leistungsabfall gegen Ende der Partie sicherlich erklären können. Insgesamt fehlte es der Eintracht in dieser Spielzeit einfach an Konstanz. Immer wieder spielten die Adlerträger ganz unterschiedliche Halbzeiten und konnten ihr Leistungsvermögen nur selten über die vollen 90 Minuten abrufen. So auch gegen Paderborn. Während die Hessen die Partie von Beginn an dominierten und folgerichtig auch verdient eine 3:0-Führung herausspielten, fehlte am Ende in der Defensive die nötige Konzentration und Konsequenz, um so ein Spiel auch einmal souverän über die Zeit zu bringen. Paderborn, die zuvor überhaupt keine Gefahr ausstrahlten konnten so noch einmal Hoffnung schöpfen. So erging es der SGE in vielen Spielen. Eigene Fehler machten schwache Gegner stark und die Mannschaft brachte sich oft um den Lohn für eine bis dahin eigentlich gute Leistung. Nach der Corona-Pause gelang es der Mannschaft von Adi Hütter 17 Punkte zu holen und man konnte sich doch schneller als befürchtet von den kurzzeitigen Abstiegssorgen befreien. Insbesondere die Krise gegen Ende der Hinrunde kurz vor der Winterpause sollte dafür sorgen, dass die Frankfurter im nächsten Jahr aller Voraussicht nach nicht international vertreten sein werden.

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Die erste Saison ohne Büffel

Es war bereits zu Beginn der Saison klar, dass die SGE es nicht leicht haben wird, den Abgang der sogenannten Büffelherde zu verschmerzen. Hoffnungsträger Bas Dost hatte zudem die gesamte Saison mit Verletzungen zu kämpfen und wurde nie richtig fit. Dass der Niederländer trotzdem acht Tore in der Liga erzielen konnte, spricht für ihn. Und auch André Silva, der in letzter Sekunde im Tausch gegen Ante Rebic zu den Frankfurtern gestoßen ist, hat lange Zeit gebraucht, um richtig in der Bundesliga anzukommen. Zwölf Tore und eine starke Leistung nach der Corona-Pause sprechen jedoch ebenfalls eine inzwischen eindeutige Sprache. Ebenso ist es mit Daichi Kamada, der gegen Ende der Saison immer wertvoller wurde und immer häufiger auch vor dem Tor die richtige Entscheidung traf. Der Frankfurter Sturm konnte insgesamt mehr Tore erzielen als die Büffel in ihrer ersten Saison. Sollten die Spieler bei der SGE bleiben, wäre die zweite Saison sicherlich die spannendere. Die vielgescholtenen Neuzugänge, die zwischenzeitlich zu scheitern drohten, bewiesen hinten raus, weshalb man sie verpflichtet hat und dass der Plan, wenn er früher funktioniert hätte, gar kein schlechter war. Trotzdem hat die Saison auch gezeigt, dass es im kreativen Mittelfeld und auf der rechten Außenbahn einen dringenden Bedarf an Qualität gibt. Hier musste man zu oft mit improvisierten Lösungen agieren und man hätte insgesamt sicher erfolgreicher abschneiden können, wenn man dieses Problem spätestens im Winter behoben hätte. Trotzdem: Die Mannschaft hat sich trotz des Qualitätsverlustes durch den Abgang der Büffel gesteigert und entwickelt. Adi Hütter hat nun ein Grundgerüst, dass wenn die Mannschaft in wesentlichen Teilen zusammenbleiben würde, sicher ein interessantes Entwicklungspotential hätte.

Eine Saison ohne Europa?

Die Eintracht hat einen breiten Kader aufgebaut, um die Dreifachbelastung der vergangenen Jahre kompensieren zu können. Ein Jahr ohne internationalen Fußball würde einen so breiten Kader nicht mehr nötig machen. Die Hintertür, dass die Hessen durch den Gewinn der Europa-League doch noch europäisch spielen ist zwar nicht ausgeschlossen, aber ein doch eher unrealistisches Unterfangen, insbesondere aufgrund der 0:3-Hypothek aus dem Hinspiel gegen Basel. Fredi Bobic und Bruno Hübner müssen daher in ihrem Handeln auf dem Transfermarkt insbesondere auf Qualität und weniger Quantität setzen, auch wenn ohne die internationale Bühne ein wichtiges Argument bei potentiellen Neuverpflichtungen fehlen wird. Die Eintracht kann trotzdem auf ein starkes Gerüst setzen. In den letzten Jahren hat sich im Verein viel bewegt und neben dem Neubau der Geschäftsstelle, dem Umbau der Nachwuchsabteilung und der Fusion im Frauenfußball, hat die Eintracht es geschafft, sich sportlich im oberen Mittelfeld der Tabelle zu etablieren. Die Bilanz der Saison mit dem neunten Tabellenplatz, dem Einzug in das Pokal-Halbfinale und das Erreichen des Achtelfinales in der Europa-League sind in jedem Fall ein voller Erfolg – insbesondere wenn man den Umbruch nach dem Weggang der Büffelherde miteinbezieht. Nun sollten sich alle im Verein ihren verdienten Urlaub gönnen, um danach mit voller Kraft neu anzugreifen und die richtigen Lehren aus einem Jahr mit vielen Höhen und Tiefen zu ziehen.

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12 Kommentare

  1. Ich stimme hier einfach mal zu. Und auch vor der Saison hatte ich mir solche Ziele gesetzt, die im DFB Pokal übertroffen wurden, in der EL bisher schon knapp übertroffen (und wer weiß ob noch was kommt 😀 ) und in der Liga passt es jetzt auch. Einstellig!

  2. @ 1 Dem ist nichts hinzuzufügen…denke selbst der Ein oder Andere Kritiker aktuell, hätte Anfang der Saison diese Platzierung in der Buli und die Ergebnisse im Pokal sowie EL sofort unterschrieben.
    Denke wir können kommende Saison mit einer ruhigen und längeren Vorbereitung vorne Weg nochmal angreifen. Mit mehr Luft hinten raus evtl in der Buli die ersten 6 angreifen , wohlwissend dass einige dann bereits ihr 2. Jahr bei uns sind und die Homogenität im Spiel miteinander Automatismen hervorrufen wird, die sich nur positiv auswirken können. Freue mich auf die kommende Saison und hoffe auf punktuelle Neuverpflichtungen auf Pos , die wir alle bereits mehrfach angesprochen haben.

    OT Luisser nun auch von S04 entlassen…??? Hmm..

  3. @2 hatte das Thema auch schon mal aufgegriffen. Vvlt kein fachliches sondern ein persönliches Thema?

  4. @3 Schon etwas seltsam…aber ihn unter Anderem an der Misere festzumachen erscheint mir zu einfach…

  5. Mich ärgert etwas dass Gonzo so ausgebremst wurde. Halte ihn mit silva eigentlich für nen Killersturm

  6. Danke Eintracht! Den Spieler und Verantwortlichen schönen URLAUB. Erholt euch gut JUNGS.

    Bobic und Co ein glückliches Händchen bei den Neuverpflichtungen.

  7. Ganz ehrlich; mie geht dieses versöhnliche Schöngerede im Nachhinein etwas auf den Keks.
    Klar DFB Pokal war super, aber DFB Pokal ist immer Bonus.
    Europa League ist noch nicht vorbei, aber wenn wir das Hinspiel nicht mehr drehen, war die EL Saison insgs. dieses Jahr kein Ruhmesblatt: mit ach und krach weiter gekommen, schwere Gruppe hin oder her, aber der Vorjahreshalbfinalist kann sich damit und mit einem schlechten Ergebnis gegen Basel nicht zufrieden geben.

    Dann Bundesliga: vlt hätte man auf ein zwei Plätze besser gehofft, aber darum geht es gar nicht so.

    Das Problem ist, was für Phase wir hatten.
    Einzelne sehr gute Spiele, bei Arsenal, oder gegen Bayern oder Leverkusen, aber halt richtig krasse Krisen in denen gar nichts mehr lief.
    Aus denen haben wir uns zum Glück gerettet, aber das war Pflicht und nicht etwa Grund sich zu rühmen.

    Im Moment heisst es auch, unsere Offensive hat fast genauso viele Tore wie mit den Büffeln geschossen. Vlt liegt das auch an der Spielweise. Klar in letzter Zeit war Silva super.
    Aber es gab eine Phase, da war unser einziger zuverlässiger Scorer Hinti und auch ansonsten haben nur defensive Leute genetzt. (Und vielleicht sind auch einfach die 10 Tore mehr die sie gekriegt haben, nicht etwa Schuld schlechterer Abwehrarbeit sondern dass die vorne was ausgleichen mussten und dann hinten gefehlt haben)

    Woran das gelegen haben mag, steht auf einem anderen Blatt; falsche Kaderzusammentstellung, falsche Trainerentscheidungen, Verletzungspech oder was auch immer.

    Aber einfach sagen wir sind happy und verstärken uns punktuell kann irgendwie nicht sein.

  8. Die Überschrift bringt es treffend auf den Punkt. Auf mehr darf man immer hoffen, aber nicht erwarten.

    Für die neue Saison bin ich zuversichtlich, dass von den diesjährigen Neuzugängen bei dem Einen oder Anderen noch eine Leistungssteigerung kommt. Was Neuzugänge für die kommende Saison angeht sollte und wird, denke ich, weniger in die Breite sondern selektiv in Qualität investiert. Wie Laura geschrieben hat, brauchen wir auch nicht viel nachzubessern.

    Das wir (voraussichtlich) dann nicht mehr EL spielen ist zwar was die Attraktivität angeht ein Manko, wird aber durch die schlechteren finanziellen Rahmenbedingungen in der Branche wieder wettgemacht. An die Top-Mannschaften kommen wir sowieso nicht dran, aber gegenüber den bislang wirtschaftlich und sportlich in Sichtweite befindlichen Vereinen sind nun im Vorteil (siehe Bilanzvergleich im Kicker). Und auch die international großen Vereine werden Kosten einsparen und Spieler aus der zweiten Reihe abgeben.

  9. Gude!
    Nach dem Abgang der Büffelherde und den anfangs nicht einzuschätzenden Neuzugängen musste diese Saison eine Übergangssaison sein. Mehr konnte man nicht erwarten aus meiner Sicht.
    Es gilt aber unbedingt aufzuarbeiten, wie es zu diesen teils grottigen, nicht mal auf Zweitliganiveau wirklich schlechten Spielen gekommen ist…Kölle Alaaf in der Hinrunde, Paderborn, Mainz helau in der RR…Und das wird AH bestimmt machen, es hat ihm ja selbst nicht gefallen. Ob es zu Verstärkungen kommt und was der Markt hergibt, mag ich nicht sagen. Ich freu mich, dass unsere Jungs eingespielter sein werden sollten müssten sein :)) umd hoffe auf ein 4:0 gg Basel!
    FORZA SGE

  10. Kann man zufrieden sein?
    Mit den Ergebnissen ja. An einigen Ecken gibt es Verbesserungspotenzial – das ist intern aber wohl bekannt.

    Einstellig. Euro League war TOP. DFB Pokal TOP.
    Größter Abturner der Saison: Geisterspiele.

    Ausblick:

    Tor:
    Trapp, Wiedwald, Bignetti

    RV: Chandler, Da Costa
    -> Touré würde ich verleihen. Bremen könnte hinten rechts einen gebrauchen.

    LV: Kostic, Willems, (Zalazar?)
    -> Wenn Willems geht, einen anderen holen. Wir brauchen definitiv Ersatz und Entlastung für Kostic. (Ndicka und Falette für mich nur Notlösungen)
    -> Durm abgeben. Schade, ich mag ihn, aber funktioniert bei uns irgendwie nicht.
    -> Zalazar: keine Ahnung

    IV: Hinti, N’Dicka, Abraham, Falette, Hase, (Ilse), (Tuta?)
    -> passt für mich.
    -> Knoche machbar, dann gerne machen und Falette abgeben. Falette für mich aber ein sehr guter Backup.

    Wir spielen ja selten mit 4-4-2 oder 4-3-3 aber haben wir offensive Außen außer Kostic?
    LM: Kostic und ? (Kann Gaci das nicht? Wie damals in der Relegation?)
    RM: ?? haben wir überhaupt jemanden, der das spielen kann? (Chandler und Da Costa können mal aushelfen, aber das kanns ja eigentlich nicht sein)
    -> großer Bedarf

    ZM: Rode, Kohr, Sow, Ilse, Torro
    OM: Kamada, Gaci, Barkok
    -> Eigentlich okay. Wenn Verbesserungen möglich sind, gerne. Hoffe aber, dass Sow, Torro und Kohr sich weiter steigern.
    -> bei Barkok vorbereitung abwarten
    -> Cavar verkaufen?

    Sturm: Silva, Dost, Paciencia, Ache, Joveljic
    -> Silva immer besser, halten!
    -> Joveljic verleihen

    Jeder von uns will irgendwie nach Europa und vorankommen. Ich persönlich auch aber ich bin aber sehr froh, dass wir nicht alles Geld verballert haben und mit Augenmaß agieren. Schalke, HSV, Bremen, … denen geht es doch total beschissen. Mal sehen was daraus wird. Und wir standen auch schonmal am Abgrund.

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