Luka Jovic war der gefeierte Held beim gestrigen Europa-League-Abend in Marseille. (Foto: imago/Jan Huebner)

Frankfurt und Europa – das passt einfach! Der Eintracht gelang am Donnerstagabend mit dem 2:1-Auswärtserfolg bei Olympique Marseille der perfekte Start in die diesjährige Europa-League-Saison. Die Hessen bauten ihre erfolgreiche Serie damit aus und mussten in den letzten 14 Europacup-Partien nur eine Niederlage einstecken. Dabei sah es bereits nach wenigen Minuten so aus, als würde sich der negative Trend fortsetzen. Nach dem frühen 0:1-Rückstand und der Gelb-Roten-Karten durch Jetro Willems bewies die Adlerelf in Südfrankreich Moral und besitzt damit eine sehr gute Ausgangslage für die kommenden fünf Gruppenspiele.

Die Startaufstellung veränderte sich im Vergleich zur 1:3-Niederlage bei Borussia Dortmund wie folgt: Der in der Liga gesperrte Jetro Willems kehrte auf die linke Außenbahn zurück und verdrängte Simon Falette auf die Ersatzbank. Zudem starteten Makoto Hasebe und Jonathan de Guzman für Marco Fabian (nicht für den Europa-League-Kader nominiert) und Gelson Fernandes (Ersatzbank). Jan Zimmermann vertrat zudem Frederik Rönnow.

An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung der vierzehn zensierten Spieler den Wert 2,86. Die Einzelnoten der über 520 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:

Luka Jovic:
Als Adi Hütter in der 75. Minute Luka Jovic für Sebastien Haller brachte war eines klar: Die Eintracht ist hier nicht mit einem Punkt zufrieden, sondern geht noch einmal ins Risiko. Dieser Mut zahlte sich am Ende aus, denn der Serbe brachte seine Mannschaft mit einem tollen Volleyschuss in der 89. Minute auf die Siegerstraße. Der Edeljoker ist die perfekte Alternative für die Schlussviertelstunde gewesen, in der die Gastgeber trotz Überzahl bereits in Sachen Frische und Gedankenschnelligkeit nachließen. Dafür gab es vom Coach sogar im Anschluss noch ein Extra-Lob: „Er ist im Strafraum einer der besten Stürmer, die ich bisher gesehen habe.“

Kevin Trapp:
Kevin Trapp wurde in seine ersten Spielen nach seiner Rückkehr vor allem eines vorgeworfen: Er habe noch keinen der Marke „Unhaltbar“ herausgefischt. Das änderte sich im „Stade Velodrome“ schlagartig als die Pariser-Leihgabe besonders in der ersten Halbzeit seine Mannschaft nahezu im Spiel hielt. So war es Trapp, der in der 29. und 40. Minute das 0:2 sehenswert verhinderte.

Lucas Torro, Nicolai Müller, Simon Falette, Danny da Costa:
Lucas Torro entwickelt sich immer mehr zu einer tragenden Figur im Spiel der Hessen. In diesem Spiel belohnt sich der Spanier sogar mit einem Tor und dann auch noch so ein wichtiges. Durch seinen Kopfball in der 52. Minute brachte er die Eintracht zurück ins Spiel und war mitverantwortlich dafür, dass trotz Unterzahl in der zweiten Halbzeit kaum eine gefährliche Situation im Strafraum entstand. Nicolai Müller hätte in der 73. Minute beinahe selbst den Führungstreffer auf dem Fuß gehabt, doch sein Schuss wurde vom Marseille Keeper Pelé sehenswert abgewehrt. Der ehemalige Hamburger wirkte darüber hinaus sehr frisch und immer auf der Höhe. Eine weise Entscheidung von Hütter den 30-Jährigen eingewechselt zu haben. Simon Falette musste nach der Gelb-Roten-Karte von Jetro Willems erneut notgedrungen auf der linken Außenbahn agieren und machte seinen Job besser als gegen Dortmund. Danny da Costa wurde in Halbzeit eins Minutenlang auf der rechten Außenbahn gesucht. Die zahlreichen langen Bälle kamen aber meist zu ungenau für den Verteidiger. Kurz nach dem Führungstreffer der Franzosen passte er aber das Spielgerät ausgezeichnet zum knapp verpassenden Willems in den Strafraum.

David Abraham, Makoto Hasebe, Evan N’Dicka, Sebastien Haller, Jonathan de Guzman, Filip Kostic:
David Abraham, Makoto Hasebe und Evan N’Dicka. Das Trio sorgte mit einer ordentlichen Leistung dafür, dass der letztjährige Finalist des Wettbewerbes zwar nicht komplett chancenlos blieb, aber dennoch so gut es ging am Torschuss gehindert wurde. Das war im Verbund eine ordentliche Darbietung. Sebastien Haller wurde leider zu häufig gut abgedeckt von den gegnerischen Verteidigern und musste sich damit auch häufig in die eigene Hälfte fallen lassen. Besondere Strafraumszenen blieben deshalb Mangelware. Jonathan de Guzman ist der Standard-Spezialist der Eintracht. Das zeigte sich beim Ausgleichstreffer als er punktgenau für Torro servierte. Der Niederländer war stets bemüht, wenngleich ihm auch häufiger Stellungs- und Passfehler unterliefen. Filip Kostic war die meiste Zeit auf seiner Seite abgemeldet. So verlagerte die Mannschaft das Spiel zunehmend auf die rechte Seite. Dennoch gab der Serbe zwei Torschussvorlagen ab und beim Siegtreffer von Jovic sich gemeinsam mit Falette durch die Abwehr kombinierte.

Mijat Gacinovic:
Mijat Gacinovic, so erklärte Hütter, kränkelte unter der Woche. Der Offensivspieler biss aber für das Europa-League-Spiel auf die Zähne und versuchte das Spiel an sich zu reißen. In der Pause musste er, auch mit Hinblick auf die kommenden Wochen, in der Kabine bleiben.

Jetro Willems:
Jetro Willems musste erneut aufgrund eines Platzverweises vor dem Schlusspfiff unter die Dusche. Dem Niederländer scheint momentan die Balance zwischen Wille und ungestümes Verhalten zu fehlen und so sorgte er wieder dafür, dass seine Mannschaft mit zehn Mann das Spiel beenden musste. Das macht in der Summe ein „Mangelhaft“.

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7 Kommentare

  1. @Grantler: Mangels Alternativen, wird er auch wieder gebracht, obwohl eine kleine Pause vielleicht mal angebracht wäre.
    Anderseits hätten wir uns dann auch den Gang vor das Bundesgericht sparen können, wenn wir ihn jetzt auf der Tribüne beließen.
    Gestern hatte Willems m.M.n. auch Pech in den Entscheidungen und einen „ausgebufften“ Gegenspieler.

  2. Unabhängig von seiner Kartensammlerei, bin ich ja noch kein großer Freund von Willems. Für mich ein zu großer Selbstdarsteller aber vor allem, weil er immer noch nicht die eigene und gegnerische Eckfahne kennengelernt hat. Gerade in der Offensive bricht er immer viel zu früh ab und schlägt Flanken aus dem Halbfeld. Wenn man einen Haller vorne drin hat, darf man ihn ruhig mal von der Eckfahne bedienen. Erinnere mich noch gut an Benny Köhler, wie der hier platt gemacht wurde, wenn er ähnlich agierte in der Offensive.

  3. @3
    Ich glaube an Willems. Der hat Potential und ich bin überzeugt, dass er noch ein richtig guter wird. Denk an Haller, an den hast du ja auch nicht Recht geglaubt und dann den Wette verloren 😉 obwohl er in den Rückrunde etwas geschwächelt hat.

  4. Hey, keine Halbwahrheiten ; Okay, habe verloren, weil ich gewettet habe, dass er keine 8 Tore macht. Wie viel hat er gemacht? 8? Okay, Pfosten ist auch vorbei. Hatte aber gesagt er baucht Anlaufzeit, okay er hat sich den dann in der Rückrunde ne Auslaufzeit genommen 🙂

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