Jetro Willems ist zurück auf dem Platz.

Er ist wieder da! So oder so ähnlich würde man wohl die letzten Tage von Eintracht-Linksverteidiger Jetro Willems beschreiben. Nachdem sich der Niederländer Anfang des Jahres, damals noch in Leih-Diensten bei Newcastle United, das Kreuzband gerissen hatte, kehrte er vergangene Woche wieder auf den Trainingsplatz der Frankfurter Eintracht zurück.

„Es fühlt sich großartig an, nach acht Monaten wieder auf dem Platz zu stehen. Es ist einfach etwas anderes, gemeinsam mit der Mannschaft zu trainieren und wieder einen Ball am Fuß zu haben“, freute sich der Abwehrmann im Interview mit „Eintracht TV“ über seine Rückkehr. Gleichzeitig betonte er, dass er sich die Zeit nehme, die er brauche, um wieder auf 100 Prozent zu kommen. „Ich muss geduldig bleiben. In erster Linie möchte ich fit werden, um mein volles Potential abrufen und wieder Fußball auf demselben hohen Niveau wie zuvor spielen zu können“, so Willems. An die Situation, die zu seiner Verletzung führte, erinnere er sich noch ganz genau: „Es war eine seltsame Situation, ich wollte im Prinzip drei Sachen gleichzeitig machen: sprinten, den Ball stoppen und mich drehen. Ich habe es mir danach auch nur einmal im Fernsehen angesehen. Ich wollte mich mit diesen negativen Bildern nicht belasten, sondern nach vorne schauen.“

Mentale Stärke trotz Rückschlägen

Besonders bitter: Der 27-Jährige verletzte sich genau zu der Zeit, in der er bei Newcastle United nicht nur zum Stammspieler, sondern auch zum Leistungsträger aufgestiegen war. Viele waren sich vor dem Kreuzbandriss sicher, dass die Magpies den Abwehrmann per Kaufoption verpflichten würden. Nach der Verletzung war dies freilich erst einmal keine Option mehr. Er gab zu, dass es eine schwierige Situation für ihn gewesen sei: „Ich denke, es ist ganz normal, dass du dich fragst, warum es dich trifft. Ich war in einer sehr guten Form, hatte einen Lauf.“ Willems versuche jetzt wieder positiver an die Sache zu gehen: „Wichtig ist, mental am Ball zu bleiben. Es ist auch nicht meine erste Knieverletzung. Ich hatte im Zuge des Heilungsprozesses auch das Gefühl, in den vergangenen Jahren nur mit 80 Prozent auf dieser Seite gespielt zu haben. Deshalb ist das für mich jetzt die Gelegenheit, zurück zu den 100 Prozent zu finden.“

„Eintracht, wie ich sie kenne!“

Jetzt ist er zurück in Frankfurt, wo er um einen Platz in der Fünferkette der SGE mit Filip Kostic einen schier unüberwindbaren Gegner hat. Allerdings sei die Rückkehr auf den Platz derzeit noch weit weg, so Willems: „Meine Rolle hat sich natürlich dadurch geändert, dass ich individuell trainiert habe und davor im Ausland war. Die Mannschaft fokussiert sich auf die anstehenden Spiele und ich mich auf meine Genesung. Ich versuche, mich trotzdem einzubringen, wo es geht und wenn es angebracht ist.“ Dabei habe sich zwar einiges im personellen Bereich geändert, aber die Philosophie und die Mentalität seien noch die gleiche wie vor seinem Wechsel auf die Insel: „Das sieht man in den Spielen. Es ist die Eintracht, wie ich sie kenne.“

Seine persönliche Leidenszeit und seine Leihe nach England seien für ihn auch durchaus lehrreich gewesen, betonte er: „Ich habe mich in den vergangenen ein, zwei Jahren weiterentwickelt. Mental bin ich stärker geworden, kann noch mehr an meine Grenzen gehen. Dazu hat sicherlich auch meine Verletzung beigetragen. Diese Zeit hat mich geprägt, denn ich konnte fast nichts selbst machen. Zudem hatte ich einfach viel Zeit, um nachzudenken.“ 

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8 Kommentare

  1. Ich glaube auch für ihn persönlich wäre die beste Lösung nach England zurückzugehen . Von seinem Spielstil passt er dort viel besser hin als bei uns. Für die Bundesliga ist seine Spielart leider zu unkonventionell. Zudem wäre er bei uns nur Ersatz und das Geld was wir für ihn erhalten würden, könnten wir gerade gut gebrauchen.

  2. @1 sehe ich genauso. Als Typ mag ich ihn, sportlich als reiner LV in der 4erKette gut. Als Idee als 6er wegen Technik nicht verkehrt, doch die Umsetzung war nicht zufriedenstellend. Leider passt er nicht ins System, daher lieber abgeben und die Kohle mitnehmen (und von der Gehaltsliste) runter. Jeder Euro hilft uns weiter. MW 5,5 Millionen, eingekauft für 4,5 Millionen….Alles was über 4,5 Millionen ist ist okay.

  3. Da ich nicht glaube, dass ein Verein einen Spieler aus einer derartigen Verletzung rauskauft bleibt er sicherlich das Jahr bei uns. Letzte Saison hat es Hütter auch mit der 4er Kette probiert, meint ihr nicht das Willems die einzige logische Lösung wäre anstelle von N’dicka? Wenn Hütter vorhat immermal wieder mit der 4er Kette zu spielen hätten wir mit Willems eine gute Besetzung, vorausgesetzt er wird fit.

  4. Schon die letzte Diskussion über DdC hat gezeigt, einige denken der Transfermarkt und die Aktivitäten der Eintracht sind das reine Wunschkonzert : was wir wollen, kann die Eintracht problemlos umsetzen, wenn wir Spieler haben möchten, schreien die Spieler und deren Vereine sofort “ hurra“ und wenn einem ein Spieler nicht mehr passt, dann wird er selbstverständlich meistbietend abgegeben, aber nur an Vereine, die uns passen!
    Alles kein Problem, Corona-Folgen uninteressant , Geld spielt kaum eine Rolle und jeder tanzt nach unserer Pfeiffe
    Nicht ärgern, ich will keinem die Kompetenz absprechen. Ein bisschen mehr Vertrauen in den Sinn und Verstand unseres Vorstandes könnte aber angebracht sein.
    Um es nochmal zu sagen, im Moment geht’s in aller erster Linie um das sichere Überleben des Vereins !
    Da gehören auch unpopuläre Entscheidungen und Maßnahmen dazu.
    Forza SGE !

  5. € 3, da hast du Recht. Wenn AH vor hat, 4er-Kette zu spielen, dann ist Wilems natürlich die erste Wahl, vor allem weil N´dicka verletzt ist. Im Moment sehe ich persönlich keine 4er-Kette bei uns.

  6. @ Dieter…da bin ich bei Dir…ich bin der Meinung, das die Gehaltsliste runtergefahren wird.
    Es geht auch mal darum, einen Kader von ca 26-28 Spielern zu haben, der den dementsprechenden nationalen wie internationalen Regeln entsprechen (Einheimische, Lokalplayer, U19/U21/U23 Spieler etc.)

    Sicherlich sind wir noch weit weg, aus unserem Nachwuchsleistungszentrum zu partizipieren,
    Off-Tonic: Ich würde mich freuen, wenn man eigene U19 Spieler an den Kader heranführt. Otto beispielsweise hat als 02er Jahrgang (er kann nich ein Jahr U19 spielen) einen Vertrag bis 2023. Da erwarte ich einfach, das er Freundschaftsspiele in der Sommer-/Wintervorbereitung bekommt, damit er Seniorenluft schnappen kann. Da erwarte ich auch, das er mal im Bundesligakader steht und einfach mal als 5. Wechsel für drei Minuten kommt.

    Deswegen halte ich es für nicht verkehrt, das die Spieler, die keine Rolle spielen, dementsprechend jetzt auch mit kleinem Verlust transferiert werden, damit etwas Kohle reinkommt. Wenn nicht dann eben nicht – im Sommer sind Sie dann von der Gehaltsliste.

  7. Q5 + 6
    Vollkommen richtig.
    Wir haben über 90 Mio Personalkosten und wissen nicht, ob die
    Deckungslücke 20,30 oder 40 Mio hoch sein wird.
    Also ist es doch vernünftig, Gehälter und Kosten einzusparen,
    solange es sportlich vertretbar ist.
    Den Vereinen geht es jetzt so wie den Obstbauern im alten
    Land nach einem schweren Gewitter mit Hagel.
    Jeder hofft, dass er von seinem Bestand noch möglichst viel retten
    kann und die anderen einen viel größeren Schaden haben.
    Viel wird für die nächsten Jahre davon abhängen, wer nach einem
    Neustart noch finanziellen Spielraum hat.
    Schwierig, schwierig.

  8. @2
    ‚Leider passt er nicht ins System‘
    Mal abwarten. Manchmal ändern sich Systeme. Generell schon ein brauchbarer Spieler in der Viererkette.
    Als er zu uns kam war er noch etwas grün. Es wurde m.E. auch deshalb auf Dreierkette umgestellt und er später als Backup auf anderen Positionen eingesetzt.
    Mir wärs generell recht wenn er wechselt. Aber viel gibts für nen Spieler nach so langer Verletzung nicht.
    Wenn es Interessenten gibt: super! Auch hier wird man einfach froh sein, wenn man ihn von der Gehaltsliste bekommt.
    Wenn nicht, dann planen wir halt mit ihm als LV. Trotzdem würd ich auf der Position gern noch nen Neuen sehen…auch wenn dieser dann nen Jahr braucht bis er einschlägt.
    Einfach mal 2 ordentliche LV im Kader und ich bin glücklich. Würde uns m.E. flexibler machen.
    Bei Durm hoffe ich auf nen ablösefreien Wechsel. Ich glaub nicht, dass wir für ihn was bekommen. Da er noch bis 2023 Vertrag hat (das war ein Fehler!) wird man froh sein, wenn er runter von der Payroll ist. Auch ne Leihe ist natürlich denkbar…wenn der Verein an ihn glaubt. Auch in Nicht-Corona-Zeiten wäre der Markt für ihn wohl nicht sonderlich groß.

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