Seit mittlerweile neun Jahren prangt das Logo von Indeed auf der Brust von Eintracht Frankfurt. Erst im vergangenen Jahr verlängerten beide Seiten ihre Zusammenarbeit vorzeitig bis 2029. Sollte der Vertrag wie geplant erfüllt werden, würde der weltweit tätige Jobvermittler insgesamt zwölf Jahre lang Haupt- und Trikotsponsor der SGE sein, so lange wie kein anderes Unternehmen zuvor auf der Vorderseite des Frankfurter Trikots. Der bisherige Rekordhalter Fraport, dessen Logo von 2001 bis 2012 die Brust der Adlerträger zierte, würde damit abgelöst werden.
Auch finanziell gehört die Partnerschaft mittlerweile zu den lukrativsten der Bundesliga. Nach einer aktuellen Übersicht des „Kicker“ kassiert die Eintracht durch den Vertrag mit Indeed erfolgsabhängig rund 13 Millionen Euro pro Saison. Damit gehören die Hessen zu den Spitzenverdienern der Liga und lassen zahlreiche namhafte Konkurrenten hinter sich.
Nur drei Bundesligisten verdienen mehr
Im ligaweiten Vergleich belegt die SGE den vierten Platz bei den Einnahmen aus dem Haupttrikotsponsoring. Lediglich der FC Bayern München, RB Leipzig und Borussia Dortmund erzielen höhere Erlöse.
Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Unterschiede zwischen den Bundesligisten:
| Platz | Verein | Unternehmen | Trikotsponsor seit | Einnahmen in Euro |
| 1 | FC Bayern München | Telekom | 2002 | 65 Mio. |
| 2 | RB Leipzig | Red Bull | 2009 | 35 Mio. |
| 3 | Borussia Dortmund | Vodafone | 2025 | 30 Mio. |
| 4 | Eintracht Frankfurt | Indeed | 2017 | 13 Mio. |
| 5 | Bayer 04 Leverkusen | Barmeniagothaer | 2016 | 9 Mio. |
| 6 | VfB Stuttgart | LBBW | 2025 | 8,5 Mio. |
| 7 | Borussia Mönchengladbach | Reuter | 2024 | 8 Mio. |
| 8 | Hamburger SV | Hansemerkur | 2022 | 8 Mio. |
| 9 | SC Freiburg | Lexware | 2026 | 8 Mio. |
| 10 | 1. FC Köln | REWE | 2007 | 7 Mio. |
| 11 | SV Werder Bremen | Matthäi | 2023 | 7 Mio. |
| 12 | FC Schalke 04 | Beumer Group | 2026 | 7 Mio. |
| 13 | TSG 1899 Hoffenheim | SAP | 2013 | 6 Mio. |
| 14 | 1. FSV Mainz 05 | Kömmerling | 2015 | 5 Mio. |
| 15 | SV Elversberg | Ursapharm | 1990 | 5 Mio. |
| 16 | 1. FC Union Berlin | Raisin | 2025 | 4 Mio. |
| 17 | FC Augsburg | WWK | 2015 | 4 Mio. |
| 18 | SC Paderborn | Hedenkamp | 2026 | 2,5 Mio. |
Quelle: Transfermarkt.de
Den Spitzenplatz nimmt der deutsche Rekordmeister ein. Die Deutsche Telekom zahlt den Münchnern nach Angaben des „Kicker“ jährlich zwischen 60 und 65 Millionen Euro. Dahinter folgen RB Leipzig mit Red Bull (rund 35 Millionen Euro) sowie Borussia Dortmund, das von Vodafone 30 Millionen Euro pro Saison erhält. Mit etwas Abstand folgt bereits die Frankfurter Eintracht. Mit den rund 13 Millionen Euro liegt die SGE deutlich vor Bayer 04 Leverkusen (9 Millionen Euro), Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart (8,5 Millionen Euro) und anderen Klubs wie Borussia Mönchengladbach, dem Hamburger SV, dem SC Freiburg (jeweils 8 Millionen Euro), dem 1. FC Köln, Werder Bremen oder Schalke 04, die jeweils etwa sieben Millionen Euro pro Jahr einnehmen.
Lange Zusammenarbeit mit Indeed
Seit Beginn der Partnerschaft im Jahr 2017 fiel die erfolgreichste Phase der jüngeren Vereinsgeschichte in diese gemeinsame Zeit. Mit Indeed auf der Brust gewann die SGE 2018 den DFB-Pokal und 2022 die UEFA Europa League. Die Marke ist dadurch eng mit den größten Erfolgen der vergangenen Jahre verbunden. Auch für Indeed dürfte sich die Partnerschaft ausgezahlt haben. Spieler wie Kevin Trapp, Mario Götze oder Laura Freigang waren in verschiedenen Werbekampagnen des Unternehmens zu sehen und sorgten gemeinsam mit den internationalen Erfolgen der Eintracht für eine deutlich größere Aufmerksamkeit der Marke.
Die Partnerschaft beschränkt sich dabei längst nicht mehr ausschließlich auf die Profimannschaft der Männer. Das Sponsoring umfasst inzwischen auch die Frauen-Bundesligamannschaft, die U21, den E-Sports-Bereich, die Fußballschule, die Traditionsmannschaft sowie den Vereinssport. Darüber hinaus ist Indeed auch Partner von EintrachtTech, des Deutsche Bank Parks und verschiedener Nachhaltigkeitsprojekte des Klubs.
Lange Partnerschaften werden seltener
Ein Blick auf die Bundesliga zeigt, dass langfristige Trikotsponsorings inzwischen eher die Ausnahme sind. Während Borussia Dortmund erst seit 2025 mit Vodafone zusammenarbeitet oder Stuttgart ebenfalls im vergangenen Jahr die Landesbank Baden-Württemberg als neuen Hauptsponsor präsentierte, setzen andere Vereine über viele Jahre auf dieselben Partner. Besonders heraus sticht Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg. Dort unterstützt der Pharmahersteller Ursapharm den Verein bereits seit 1990 und ist damit ligaweit die mit Abstand längste bestehende Partnerschaft. Hinter dem Unternehmen steht die Unternehmerfamilie Holzer, die den Klub seit Jahrzehnten prägt und den sportlichen Aufstieg maßgeblich begleitet hat. Auch der FC Bayern arbeitet bereits seit 2002 mit der Deutschen Telekom zusammen, während der 1. FC Köln seit 2007 von der Rewe Group unterstützt wird. Sollte die Zusammenarbeit zwischen Eintracht Frankfurt und Indeed wie geplant bis 2029 bestehen bleiben, würde sie sich ebenfalls in diesen exklusiven Kreis langjähriger Partnerschaften einreihen.
Eintracht etabliert sich wirtschaftlich an der Bundesliga-Spitze
Die Zahlen zeigen, wie sehr sich Eintracht Frankfurt in den vergangenen Jahren auch wirtschaftlich entwickelt hat. Mit rund 13 Millionen Euro jährlich ist der Klub inzwischen im oberen Bereich der Bundesliga zu finden und lässt zahlreiche direkte Konkurrenten hinter sich. Die langfristige Zusammenarbeit mit Indeed ist dabei ein weiterer Beleg dafür, dass die Eintracht auch für international tätige Unternehmen zu einer attraktiven Plattform geworden ist. Gerade vor dem Hintergrund der sportlichen Entwicklung, der Europapokalteilnahmen der letzten Jahre und der wachsenden internationalen Strahlkraft dürfte die Partnerschaft auch in den kommenden Jahren eine tragende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung der Hessen spielen.






10 Kommentare
Gab es kein Bild vom neuen Trikot?
Finde es nämlich extrem klasse, dass das 'Jobs finden' weggefallen ist!
Ich bin in der Materie nicht ganz so tief drin, deshalb frage ich mich Folgendes: Wie kann es sein, dass wir trotzdem jedes Jahr einen Transferüberschuss von zig Millionen Euro erzielen müssen, obwohl unser Stadion nahezu immer ausverkauft ist, wir bei den Werbeeinnahmen zur Spitzengruppe gehören und in den vergangenen Jahren regelmäßig international gespielt haben, wodurch ebenfalls zusätzliche Einnahmen erzielt wurden?
Krass was ein unterschied zu den top 3 und dann nochmal fast das doppelte zu Bayern. Da weiß man warum es jedes Jahr die Tabelle weiter auseinander geht.
Unser Kaderwert ist in den letzten 10 Jahren von knapp 100 Millionen auf 400 Millionen Anfang letzte Saison gestiegen.
Ein größerer Kaderwert, bedeutet auch mehr Gehalt für die Spieler, die diesen Kader bilden. Unsere jungen Talente verdienen soviel, wie unsere Topspieler von 2016. Und unsere jetzigen Topspieler fast 5 mal soviel. Haben wir früher maximal 8-10 Millionen für Neuzugänge bezahlt, sind es jetzt 25 Millionen. Das heisst, das Geld das verdient wurde, wurde in neue Spieler investiert. Wie beim Autohändler: günstig einkaufen, teuer verkaufen. Das Geld des Autohändlers steht auf seinem Parkplatz, bei uns läuft es über den grünen Rasen.
Manche Autos verkauft der Händler sofort, manche stehen ein bisschen länger, und binden sein Kapital. Der Händler will aber immer mehr und bessere Autos. Darum verkauft er nicht ein Auto, und ersetzt es durch ein anderes. Er verkauft ein Auto und kauft zwei, die fast soviel kosten wie das verkaufte. Den der Händler will wachsen.
Genauso wie die Eintracht.
Darum brauchen wir Transferüberschüsse.
Top erklärt !
Ergänzend vielleicht noch, dass wir zwar ein paar Juwelen teuer verkauft haben, aber auch selber einige 5-10 Millionen Transfers hatten, die überhaupt nicht eingeschlagen sind.
Für Zweidrittel der Liga wäre nur einer dieser Transfers fast unmöglich.
Ich gehe davon aus, dass die Rechnung der Eintracht vor einiger Zeit eine Entscheidung getroffen hat:
Um überhaupt Talente in dem Teich in dem wir fischen wollen zu bekommen, müssen höhere Gehälter zahlen, als wir eigentlich können. Und wie müssen das Spiel der Berater mitspielen, die einen ordentlichen Teil vom Kuchen anhaben wollen. Gleiches gilt ähnlich für Vertragsverlängerungen.
Außerdem wollte man sich infrastrukturell und personell sehr gut aufstellen und hat dafür Geld in die Hand genommen.
Dafür plant man einen Verkauf von ~40 Mio. pro Jahr fest ein, um diese Kosten wieder einzufahren. Alles, was darüber hinaus geht, wird reinvestiert.
Die Alternative wäre gewesen, sich Spieler wie RKM, Ekitiké, Wahi, Lindström, Doan etc. von Anfang an nicht leisten zu können oder auf anderen Gebieten deutliche Einschränkungen hinzunehmen.
Wäre interessant, wenn es da mal einen gut recherchierten Artikel gäbe.
Ob das überhaupt geht, weiß ich nicht, weil die Eintracht natürlich Gründe hat, ihre genaue finanzielle Aufstellung nicht öffentlich zu machen, weil das die Verhandlungsposition verschlechtern würde.
Mal nebenbei: Das ist übrigens der Bereich, den Hellmann verantwortet. Nur weil zuletzt öfters die Frage aufkam, was er überhaupt so tut...
Wir sind auf regelmäßige Transfererlöse angewiesen, weil wir unseren Kader aus dem laufenden Einnahmen nicht vollständig finanzieren können.
Allerdings: dass wir einen hohen Transferüberschuss erzielen müssen, kann auch eine Übertreibung sein, eine Zeitung meint es, und alle anderen übernehmen das.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat letzte Woche einen sehr detaillierten Bericht über die finanzielle Situation der Eintracht veröffentlicht, den ich auch hier eingestellt hatte. Tenor: der Einsatz ist gesund, wäre mein Eigenkapital von 68 Millionen €, viele Verträge sind sehr leistungsorientiert abgeschlossen worden, was bedeutet, dass ohne die Teilnahme im internationalen Geschäft auch für die Spieler viele Bonnie wegfallen. Die Eintracht schließt in der Regel Verträge ab, die mehr an Leistung orientiert sind als andere Bundesliga Vereine.
Man darf auch nicht vergessen, dass die eintracht eine Kapitalerhöhung durchgeführt hat und dass sie einen langfristigen Vertrag mit der Deutschen Bank abgeschlossen hat.
Trotzdem hat man natürlich einen strukturellen Nachteil gegenüber den Plastikvereinen, weil diese andere finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt bekommen, die weit über dem liegen, was das Unternehmen spricht, der Verein eigentlich wert ist. Und Dortmund und Bayern sind uns weit voraus.
Das bedeutet, dass wir immer auf die Kosten schauen müssen, und das ist ein Wettbewerbsnachteil gegenüber Leverkusen, Wolfsburg, Leipzig und Hoffenheim.
Und wir müssen erst Erlöse erzielen, ehe investieren können. Das ist bei den Plastikvereinen auch anders.
Wenn man jetzt sieht, dass Freiburg im International Geschäft spielt und enormer TransferÜberschüsse erzielte, könnte es sein, dass die uns auch mittelfristig auf die Pelle rücken, auch wenn wir deutlich höhere Einnahmen generieren.
Wahr ist aber auch, dass die Eintracht zu den Bundesligavereinen gehört, die am meisten an SpielerVertreter zahlen.
Man sollte also nicht alles glauben, was man liest, in Wirklichkeit spielen sehr viele Einflussfaktoren eine Rolle.
Zamberk hat das ja recht ausführlich aufgeschlüsselt, dass man wegen der prämienbasierten Verträge durchaus immer das operative Geschäft aufrecht erhalten könnte, auch ohne Transfereinnahmen. Wenn ein Spieler jedoch nur noch 2-3 Jahre Vertrag hat, dann muss man ohnehin entweder verkaufen oder zu verbesserten Bezügen frühzeitig verlängern. Das will man oft nicht, um nicht ins Risiko zu gehen. Also holt man tolle Talente mit Steigerungspotential. Dafür braucht die Eintracht aber dann Überschüsse und somit flüssiges Kapital für Neuinvestitionen. Man muss die Fluktuation in der heutigen Marktsituation einplanen, flexibel bleiben und mit den Einnahmen Stück für Stück den Kaderwert erhöhen, bis man dahingehend an Leipzig und Leverkusen heranreichen kann. Da ist es auch naheliegend, auch die Ablösesummen zu steigern. Das Geld muss reinvestiert werden, damit es nicht von der Steuer gefressen wird. Hohe Summen sollten aber nur in Spieler in Topform investiert werden, die gleich funktionieren, um Verluste zu vermeiden.
Bestes bsp. Hohe Summen und nicht Topform - Wahi! Dieses Problem haftet uns noch immer an wie ein Kaugummi an der Sohle.
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