Stefan Ilsanker erzielte seine ersten beiden Bundesligatore. (Foto: imago images / Poolfoto)

Es war ein echter Befreiungsschlag im Abstiegskampf am vergangenen Mittwochabend in Bremen. Durch den 3:0-Auswärtssieg der Eintracht beim SV Werder Bremen baute die SGE ihren Vorsprung auf die Hanseaten, die derzeit auf dem 17. Platz liegen auf zehn Punkte aus, der Vorsprung auf Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsplatz wuchs auf acht Punkte.

Mittelfeldspieler Dominik Kohr betonte auf der Homepage der Eintracht, dass die SGE zwar nicht ihre beste Leistung abgerufen hatte, es am Ende aber doch verdiente drei Punkte gewesen seien: „Wir haben gut angefangen uns dann aber von Bremen zurückdrängen lassen und unser Spiel nicht weiter durchgezogen. Das haben wir in der Pause angesprochen. Wenn man sieht, wie wir in der zweiten Halbzeit aufgetreten sind, war es am Ende ein verdienter Sieg. So wollen wir weitermachen.“ Dabei war sicher auch die Halbzeitansprache von Trainer Adi Hütter ein Faktor. Der Österreicher wählte hier die optimistische Variante und sprach seinen Spielern Mut zu: „Wir sollten einfach wieder selbstbewusster auftreten, was wir nach dem Seitenwechsel auch gleich wieder umgesetzt haben. Unser Spiel auf engstem Raum und die Konter waren einfach super.“

Erleichterung und Motivation

Durch den Sieg holte die Eintracht sieben Punkte aus den vergangenen drei Spielen und baute sich so das Polster auf die vorher sehr nah gekommenen Abstiegsplätze auf. Kohr zeigte sich erleichtert, dass die SGE diese Phase hinter sich gelassen habe: „Die Phase vor den vergangenen drei Spielen war sicher schwierig, als wir mehr nach unten schauen und punkten mussten, um uns aus dieser Situation zu befreien. Deshalb sind wir froh, dass wir die entsprechenden Punkte geholt haben und wollen am Wochenende nachlegen.“

Diese Erleichterung sieht man nicht nur an der ganzen Mannschaft, sondern auch am Mittelfeldspieler selbst, der zuletzt zwei Mal in der Startelf der Hessen stand und hier gemeinsam mit Sebastian Rode im Mittelfeld aufräumte. „Mit Spielpraxis steigt automatisch das Selbstbewusstsein. Ich denke, das sieht man auch auf dem Platz. Wenn ich das Vertrauen erhalte, möchte und kann ich dieses auch mit Leistung zurückzahlen“, erklärte er. Und eben dieses Vertrauen kann die SGE auch am kommenden Samstag gebrauchen, wenn der 1. FSV Mainz 05 im Waldstadion aufschlägt und man sich mit einem Sieg gegen die Rheinhessen aller Sorgen entledigen kann. „Mainz konnte sich eine Woche auf das Spiel vorbereiten, während wir nur eine kurze Regenerationsdauer haben. Wir müssen sehen, wie der Trainer aufstellen wird. Grundsätzlich ist jeder zu 100 Prozent fit und wird sich reinhauen. Unter dem Strich geht es um Punkte, dafür ist es zweitrangig, wer auf dem Platz steht. Das Potential haben alle“, gibt sich Kohr kämpferisch.

Lange Reise voller Glückwünsche

Bei Kohrs Kollege Stefan Ilsanker dürfte die Partie in Bremen nicht nur wegen des Befreiungsschlags in Erinnerung bleiben. Der Österreicher wurde in der 81. Minute eingewechselt, erzielte nur 17 Sekunden später sein erstes Bundesligator und markierte damit gleichzeitig den Bundesliga-Rekord für das schnellste Tor nach Einwechslung. Nur kurz später legte er sogar sein zweites Tor nach. Eine besondere Feier habe es aber nicht gegeben, erzählte er schmunzelnd: Die Nacht war kurz, aber nicht weil ich gefeiert hätte, sondern wegen der Rückreise. Wir sind über Mannheim zurückgeflogen und von dort mit dem Bus nach Frankfurt gefahren. Ich war die ganze Rückfahrt damit beschäftigt, mich für die zahlreichen Glückwünsche zu bedanken. Das macht man natürlich gerne. Zu Hause angekommen war ich froh, dass ich endlich ins Bett durfte.“ Da seine beiden Treffer von Bas Dost und Jonathan de Guzman, also zwei niederländischen Spielern aufgelegt wurde, hat der 31-Jährige eine einfache Lösung parat, damit er mehr Tore erzielt: „Zwei Mal von Holländern aufgelegt – ich denke, wir sollten mehr Holländer verpflichten.“

Bevor Ilsanker ins Spiel kam und die Partie entschied, war es ein echtes Abstiegskampf-Spiel im Weserstadion: Beide Mannschaften schenkten sich keinen Zentimeter und agierten teilweise extrem hart. Daher hat auch der Österreicher eine extrem umkämpfte Partie gesehen: „Die Jungs haben sehr gut dagegen gehalten, kaum etwas zugelassen und Trapper hat einmal überragend gehalten. Selbst haben wir uns auch ein, zwei gute Möglichkeiten erspielt. Gegen Ende hatten wir das Heft in der Hand und verdient gewonnen.“ Mit einem solchen Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 sieht auch Ilsanker die SGE vollends gerettet. Trotzdem ärgert er sich über die vergangenen Wochen: „Bei unserer Qualität hätten wir niemals unten reinrutschen dürfen. Es ist aber leider passiert. Wir befinden uns weiter im Kampf gegen den Abstieg, haben aber zuletzt einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Jetzt ein Dreier gegen Mainz wäre top, dann wären wir endgültig gesichert.“

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16 Kommentare

  1. Ich ertappe mich gerade dabei, endlich wieder sowas wie leichtes Kribbeln zu verspüren. Das ist mir durch diesen Zuschauerausschluß doch ziemlich abhanden gekommen. Die zweite HZ gegen Bremen hat mich aber tatsächlich wieder etwas hungrig gemacht. Freue mich und denke das 3 Punkte nicht utopisch sind. Danach darf Träumen dann erlaubt sein. Adi hat seine Spielweise doch etwas angepasst und leichte Korrekturen vorgenommen. Paket ist nicht optimal, aber wir sind gut aufgestellt und in den letzten Spielen müssen uns die anderen erstmal schlagen. 15 Punkte sind noch im Topf !

  2. Trapp
    Vadder, Hase, Hinti
    Chandler, Rode, Kohr, Kostic
    Kamada, Dost, Silva

    Und Mainz winke winke…..

  3. @3 Mainz winke winke = By by Bayern ….? Mmmmhhh…..
    Highcorage comes in front of the fall! Aber ich hoffe natürlich auch auf einen Sieg!

    @1 Ich finde diese Geisterspiele scheiße hoch 10, und dauerhaft ist das nix für mich. Aber bei mir kribbelt es auch. Haut mich, aber ich fände Platz 7 ziemlich geil! 🙂

  4. Das Vorhaben, gegen die Mainzer den Klassenerhalt zu sichern, ist gut, nein sehr gut.
    Aber mir sind viele hier zu euphorisch. Bremen hat auch gedacht, dass sie uns weghauen.
    Und ehrlich gesagt war die 1 Halbzeit von uns nicht überzeugend und das Spiel war offen.
    Die Mannschaft soll die Sinne schärfen, und alles dafür geben morgen erfolgreich zu sein.
    Vergesst nicht, die Mainzer sind ganz dicke im Abstiegskampf und werden keine Millimeter Boden
    freigeben. Ich rechne mit einem schweren Spiel für uns und hoffe auf einen Punktgewinn.

  5. Mit der gleichen Einstellung wie gegen VW oder die Fischköpp mache ich mir keine Sorgen das die 3 Punkte nicht bei uns im Wald bleiben. Angst macht mir eigentlich nur die hier schon erwähnte Euphorie auch innerhalb der Mannschaft. Fehlen Samstag auch nur 3 oder 4% der bisher vorhandenen Bereitschaft kann es ein böses Erwachen geben. Läuft alles wie bisher kann ich mir ein erneutes 3:0 gut vorstellen.
    Auf geht`s – Forza SGE

  6. Es wird schwer, zweifelsohne und oft hat die Einstellung gestimmt. Problem war dieses auf den Platz zu bringen! Sieg

  7. Man muss auch sagen, dass die Mainzer keinen totalen Scheiß zusammen kicken. Gegen Hoffenheim waren die eigentlich ganz gut und hatten auch gute Chancen. Kann ne echte Wundertüte sein, manchmal spielen die trotz der wenigen Punkte recht gut und manchmal halt garnicht. Das wird kein Selbstläufer. Ich halte mich an Adi: Verlieren verboten

  8. Mein Rezept den Geisterspielen mehr abzugewinnen ist, den Ton laut über die Sourroundanlage wiederzugeben. Man hört wirklich jeden Kommentar von den Bänken etc. deutlich und das macht es ein bißchen lustiger.
    Mainz ist gegen uns immer eine Wundertüte, meistens leider in die falsche Richtung. Aber Morgen denke ich, dass die SGE sich den Sieg holt.

  9. Meine Idee wäre

    Trapp
    Toure Hinti Ndicka
    Chandler Kohr Torro Durm
    Johnny Kamada
    Dost

    Sorry Paul, aber ich würde rotieren und Kraft für Pokal und EL sparen.

  10. Kraft für die EL sparen?!? Wir haben die große Aufgabe, morgen die Bonbonwerfer in die Regionen zu katapultieren, wo sie nach meiner Ansicht hingehören, nämlich mindestens in die zweite Liga. Daher morgen die beste Mannschaft aufstellen und die nächsten drei Punkte holen.

  11. @10 und warum dann Kostic raus? Der ist im Pokal gesperrt. 🙁 mit Johnny bin ich bei Dir. Der hat gegen Bremen in den wenigen Minuten mehrere schöne Standards reingebracht. Zusammen mit Dost, Hinti und Torro als kopfballstarke Abnehmer wäre das was.

  12. @11 + @12:
    Absolut richtig!
    Es muss primär um die schnellstmögliche Absicherung des Klassenerhaltes gehen!
    Allein schon, um Planungssicherheit im Hinblick auf Ligazugehörigkeit und den damit verbundenen Neuverpflichtungen zu haben.
    Europaleague dürfte den meißten Kandidaten zunächst mal zweitrangig sein, der Unterschied zwischen 1. und 2. Bundesliga jedoch keineswegs.
    Auf jetzt…..weiterhin kämpfen & siegen.

  13. @10 Jetzt nachdem sich die elf in 2 Spielen fast ein wenig finden konnte, wäre es mejnes Erachtens nach falsch , dermaßen stark zu rotieren und denke auch nicht , dass dies geschehen wird .

    Frei nach dem Motto, “ Never change a winning Team !“

    Trapp
    Vadder Hase Hinty
    Timmy Kohr Rode Kostic
    kamada Gaci
    silva

    Forza SGE!

  14. Man solle immer mit einer Niederlage planen. Egal gegen wen. Um so schöner ist es dann, wenn man gewinnt.
    Forza SGE

  15. Klassenerhalt hat Priorität, wie es @g-block sagt. 100%Zustimmung.
    Angenommen wir können das Spiel morgen erfolgreich gestalten, fahren wir sowieso mit breiter Brust nach München.
    Was auf uns in der EL zukommt, wissen wir ja noch gar nicht. Ob es das Rückspiel gegen Basel überhaupt gibt, ob der weitere EL Wettbewerb in einem Turnier ausgetragen wird. Oder alle Mannschaft automatisch für die nächste Saison EL qualifiziert sind.
    Eins ist sicher, der Klassenerhalt ist das Elementarste und Wichtigste und stellt den Grundstein für die kommende Saison.

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