Martin Hinteregger war kaum zu überwinden. (Foto: imago/Jan Huebner)

Was hat ein Fisch im Wasser mit Eintracht Frankfurt in der Europa League zu tun? Dieser Vergleich bedarf spätestens seit gestern Abend wohl keiner Erklärung mehr. Mit einer äußerst überzeugenden Vorstellung besiegten die Hessen West Ham United mit 2:1 und stehen nun mit einem Bein im Finale des Wettbewerbs. Kein Wunder also, dass die Benotung sehr gut ausfiel.

An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung gegen West Ham United der zwölf bewerteten Spieler den Wert 2,04. Die Leistungen innerhalb einer Kategorie sind von oben nach unten zu bewerten. Der erste Spieler einer Kategorie hatte das beste Gesamtergebnis, der letzte Spieler das Schlechteste innerhalb der Kategorie. Die Einzelnoten der über 285 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:

Die SGE4EVER.de-Spielerbenotung wird euch präsentiert von:

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– Spieler des Spiels – Martin Hinteregger: Das Trauma von London ist überwunden. Nachdem Martin Hinteregger 2019 den alles entscheidenden Elfmeter gegen Chelsea verschoss, schied die Eintracht denkbar knapp aus dem Wettbewerb aus. Am gestrigen Donnerstag verteidigte Hinteregger alles, was es zu verteidigen gab. An ihm gab es kein Vorbeikommen. Ein bärenstarker Auftritt des Österreichers.

Daichi Kamada: Da war er wieder, der Euro-Daichi. Gegen West Ham spielte der Japaner seine vielleicht beste Partie im Eintracht-Trikot. Er war gefühlt überall auf dem Rasen und eroberte Bälle, leitete clever und schnell weiter, spielte Gegenspieler aus und war stets präsent. Vor allem aber für eine Sache sorgte Kamada: Tempo. Vor allem auf ihn waren die schnellen und gefährlichen Kontersituationen zurückzuführen, denn meist leitete der Japaner diese durch Antrittsstärke und schnelle, präzise und kluge Pässe ein. Er belohnte sich nach toller Vorarbeit durch Djibril Sow dann auch selbst und netzte zum 2:1-Endstand ein. Ein Kamada in diesem Format ist Weltklasse.

Kevin Trapp: Schlechte Spiele gibt es bei Kevin Trapp nicht mehr. Der Schlussmann der Hessen hielt, was es zu halten gab. Kaum zu sehen war, dass Trapp in der ersten Halbzeit an dem Pfostenknaller von Jarrod Bowen noch hauchzart dran war. Andernfalls hätte es noch früher zum Ausgleich der Londoner geläutet. Beim Ausgleich selbst sah Trapp ein wenig unglücklich aus, wenngleich ihm auch keine Schuld zuzuweisen ist. Er schlug den Ball noch mit der Hand aus dem Tor hinaus, aber dass es als Tor zu bewerten war, war offensichtlich. Kurz vor Schluss hatte Trapp ordentlich Dusel, als Bowen per wunderschönem Fallrückzieher den Ball mit ordentlich Wumms an die Latte setzte. Trapp war schon geschlagen gewesen. Dennoch strahlte der 31-Jährige Sicherheit aus und trieb die Mannschaft von hinten aus an.

Ansgar Knauff: Eine Tragödie, dass Ansgar Knauff „nur“ geliehen ist. Was der 20-Jährige da auf dem Frankfurter Flügel macht ist großartig. Gedankenschnell erkannte Knauff in der ersten Minute die überragende Flanke von Rafael Borré, überlief die Londoner Hintermannschaft und köpfte Kraftvoll ins lange Eck ein. Blitzstart für die Eintracht. Aber auch in der Folge sorgte er mit seiner Geschwindigkeit und Dynamik immer wieder für gefährliche Aktionen.

Sebastian Rode: Der Kapitän rannte und kämpfte was das Zeug hielt. Gute Zweikampfführung und hohe Präsenz waren maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Eintracht so organisiert auftreten konnte. Ein gesunder Sebastian Rode ist ist Gold wert.

Djibril Sow: Zusammen mit Rode hatte er das West-Ham-Mittelfeld um Declan Rice im Griff. Sein Abschluss konnte Keeper Areola noch parieren, Kamada schob zum Siegtor ein.

Rafael Borré: Was ist Rafael Borré für ein wahnsinniges Mentalitätsmonster? In letzter Zeit lief es nicht so rund beim Kolumbianer, aber davon lässt der sich mal so gar nicht behindern. In der ersten Minute flankte er wunderschön und butterweich auf den einlaufenden Ansgar Knauff. War dieser Spielzug einstudiert oder ein Moment purer Genialität? Eigentlich egal, denn das bedeutete die frühe Führung für die Eintracht. Es kommt diebische Freude auf, wenn man sich vorstellt, was der Stürmer erst wird leisten können, wenn Randal Kolo Muani neben ihm spielt.

Tuta: Hellwach und voll konzentriert, war es der Brasilianer, der oft noch ein Bein dazwischen bekam oder Konter unterbinden konnte.

Filip Kostic: Wie immer viel unterwegs auf der linken Seite, brachte immer wieder Flanken in die Mitte, selten fanden diese jedoch einen Abnehmer. In Halbzeit zwei nicht mehr viel von ihm zu sehen. Es war nicht der ganz große Auftritt des Filip Kostic. Wer weiß, vielleicht hat er sich diesen fürs Rückspiel aufgehoben?

Almamy Touré: Auf ungewohnter Position musste der Rechtsfuß auf links verteidigen. Beim 1:1 zu weit weg von Torschütze Antonio, ein weiteres Mal kam der „Bruder Leichtfuß“ bei einem schlampigen Pass durch. Ansonsten zeiget Touré erneut, dass er da ist, wenn man ihn braucht.

Jesper Lindström: Sein Foul an Lanzini war unnötig und der folgende Freistoß sorgte für den Ausgleich. Nach der Pause legte der Däne eine Schippe drauf, war entscheidend beim 2:1 beteiligt. Nach knapp einer Stunde war mit Oberschenkelproblemen Schluss.

Jens Petter Hauge (ab 62.): Der Norweger kam für Lindström, spielte unauffällig.

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7 Kommentare

  1. Großes Lob an die komplette Mannschaft, das war ne rischtisch geile Leistung!
    Am Donnerstag müssen wir das Waldstadion zur absoluten Festung machen, jeden Ballgewinn wie ein Tor feiern, die Hammers gnadenlos auspfeifen, deren Fans dürfen keinen Stich bei uns machen. Scheißegal…alles raushauen was die Batterie hergibt…wer kann nimmt sich Freitag frei, die annern machen blau! 🙂

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  2. Scheppe,dann besorg mir bitte dringend noch eine Karte für den Donnerstag, das ich am Freitag zu Hause bleiben kann.

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  3. und wie soll ich meinem Arbeitgeber erklären, dass ich mir im 58. Lebensjahr endlich den Freitag freigeschaufelt habe und ab 19. Mai nur noch montags und freitags arbeiten kann weil ich immer in der CL mit dem Adler reisen muss?

    Aber Spaß beseite die dauernden Reisen werden ganz schön ins Geld gehen, egal da müssen wir durch. Scheiß egal ich denke wir haben mit unserem Support auch gestern wieder gezigt was wir drauf haben, dass der Hinti so emotional zu uns gerannt kam, Kamada ganz vorne dabei der Ansgar aus dem Grinsen – so wie ich – sein Leben lang nicht mehr rauskommt, was unser Seeheim/ Hähner Gase gestern wieder performt hat, möge der Seppl noch lange gesund bleiben… und mit dem Hase B. und Jakic, Sow haben wir vier 6er für nächste Saison die reif für die CL sind.

    Heulen könnte ich nur wenn ich an die Verkäufe denke die kommen werden, um Kamada, Sow, Kostic, N’dicka und Hinteregger nicht nächstes Jahr ablösefrei oder für „en Abbel und en Oi“ abgeben zu müssen

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  4. Also, die 2 für Tuta kann ich so nicht unterschreiben. Was der sich an Fehlpässen im Spielaufbau geleistet hat, hat dazu geführt dass meine grauen Haare noch um mindestens zwei Stufen grauer wurden.

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  5. 1980 sind wir mit einem Rückstand ins 2. Halbfinale gestartet, damals haben wir den großen Bayern München mit 5:1 in der Verlängerung aus dem Stadion gefegt.
    Ich bin sicher wir sehen ein ähnlich aufregendes Spiel und wir lassen uns das Endspiel nicht mehr nehmen.
    Brüllt die Engländer nieder

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  6. Schwierig so ein Spiel zu benoten, da bis auf Trapp, Hinti, Sow, Kamada und auch Borré, der Rest kaum aufgefallen ist. Ich fand Tuta im Spielaufbau auch schwierig und vor allem bei Rode hab ich mich ab und an gewundert. Aber das Spiel haben wir durch die geschlossene Mannschaftsleistung gewonnen. Darum haben alle eine zwei schon mal safe.

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