Adi Hütter vor dem Spiel gegen Mönchengladbach. (Bild: imago images / Poolfoto)

Nach neun Wochen Corona-Pause rollt seit Samstag der Ball wieder in der Fußball-Bundesliga. Im Vorfeld wurde viel darüber gesprochen, dass die „ganze Welt“ an diesem Wochenende nach Deutschland schaue. Die Frankfurter Eintracht bestritt gegen Borussia Mönchengladbach am Samstagabend das Top-Spiel des Spieltags und hatte somit eine prima Gelegenheit der Welt zu zeigen, wie schön sie Fußball spielen kann. Daraus wurde bekanntlich nichts. Am Ende musste sich die SGE verdient mit 1:3 geschlagen geben. Die Teilnehmer des heutigen FPS-Fantalks waren teilweise ziemlicher verärgert von dem, was sie am Samstag von Adi Hütters Team zu sehen bekamen. Kritik wurde nicht nur an den Spielern, sondern auch am Trainer geübt. Gleich mehrmals wurde Hütter in Frage gestellt.

Der Fantalk erscheint während der Saison an jedem Bundesligawochenende, an dem Eintracht Frankfurt ein Heimspiel bestreitet, sonntags zwischen 12 und 14:30 Uhr auf SGE4EVER.de. Ihr wollt auch einmal mit uns diskutieren? Dann bewerbt euch über das Fantalk-Bewerbungsformular und seid bei einem der nächsten Fantalks, die per Telefonkonferenz geführt werden, dabei.

Am heutigen FPS-Fantalk nehmen teil: SGE4EVER.de-Redakteurin Nadine Peter, Eintracht-Fan Mathias Päßler und FPS-Geschäftsführer Paul Taaffe.

These 1: Nach dem Auftritt gegen Gladbach muss man eingestehen, dass es nur noch um den Klassenverbleib geht. Der Vorsprung auf Platz 16 schmilzt.

Paul: „Hier gebe ich ein ganz klares ‚Ja‘ als Antwort. Ich habe mir in der Corona-Zeit viele Gedanken gemacht, auch über die Eintracht. Leider war es gestern eine Quälerei, das Spiel zu schauen. Das einzig Positive, das man aus dem Spiel gestern mitnimmt, ist, dass es mehr als klar ist, dass wir im Abstiegskampf sind. Wenn da jemand von einem einstelligen Tabellenplatz spricht, dann träumt er. Dadurch, dass keine Fans im Stadion sind, hat man gestern vielleicht sogar genauer hingeschaut. Für mich wurde klar, wie viele technische Defizite wir in der Mannschaft haben. Vielleicht bin ich jetzt sehr kritisch, aber mir ist danach, nachdem man so viele schlechte Spiele gesehen hat. Unsere Spieler sind fast alle technisch limitiert, mit Ausnahme von André Silva, der sehr gut mit dem Ball umgehen kann. Die Aufstellung war für mich eine Katastrophe, die hat Adi Hütter zu verantworten. Ich finde, wir brauchen wieder die Dreierkette. Ich hätte Mijat Gacinovic gebracht, der die Einstellung hat, und auch Timothy Chandler. Ich finde einen Stürmer zuhause, der noch unflexibel ist, nicht gut. Mit nur einem Stürmer könnten wir auch genauso gut mit zehn Mann spielen. Das Mittelfeld war eine absolute Katastrophe gestern. Auch Touré, der viel zu passiv und lasch eingestellt ist. Evan N’dicka hat Talent, ohne Frage, aber er hatte gestern wieder einen schlechten Tag und gehört in die Innenverteidigung. Last but not least: Die Einstellung war katastrophal. Das wurde Eintracht Frankfurt nicht gerecht, wie die Spieler da rumgelaufen sind. Fazit von mir: Es ist eine ganz, ganz katastrophale Situation, die mich an 2011 erinnert. Jetzt haben wir die Chance, die Kämpfer zu mobilisieren. Wir kommen da unten nur mit Kämpfern raus, mit Gras fressen. Anders geht es nicht. Wir haben nicht die Techniker dafür. Hütter ist meiner Meinung nach nicht mehr in der Lage, die Mannschaft einzustellen sowie die optimale Aufstellung zu finden und an der Linie sieht er versteinert und verzweifelt aus. Er redet nur mit seinen Co-Trainern, anstatt mal an die Linie zu gehen und Körpersprache zu zeigen, um seine Spieler wachzurütteln. Er strahlt keine Emotionen aus. Wir müssen jetzt das Kämpfen lernen und das muss auch Hütter verkörpern. Es geht darum, dass wir besser als Düsseldorf, Mainz oder Augsburg sind. Wenn wir das nicht erkennen, sind wir weg. Das kann man noch verhindern, aber ist eine ganz gefährliche Situation.“

Mathias: „Ich unterstütze Paul hier voll und ganz. Meiner Ansicht nach hätten wir, auch wenn wir ihm viel zu verdanken haben und er sicher auch ein paar Spieler entdeckt hat, schon in der Winterpause einen Schlussstrich ziehen und Hütter entlassen müssen. Die letzten Spiele vor der Winterpause haben das gezeigt. Dann gab es ein kleines Hoch mit den Spielen gegen Leipzig und Salzburg. Aber man sieht jetzt, woran es lag, nämlich an den Zuschauern. Das macht mir am meisten Angst, dass die Spieler sich nur motivieren können, wenn das Stadion voll ist und die Zuschauer voll hinter der Mannschaft stehen. Wenn niemand oder wenig da ist, kommt gar nichts von der Mannschaft. Der Trainer erreicht die Spieler meiner Meinung nach seit Wochen und Monaten nicht mehr. Das Spiel ist ideenlos und ohne Kreativität. Und jetzt trotz solch einer Pause entwickelt auch Hütter keine neuen Ideen mehr im Spiel. Es ist ausrechenbar und die Gegner wissen, auf was sie sich einstellen können. Und wenn jetzt noch die paar guten Spieler, die wir haben, mit Kostic und Kamada einen schlechten Tag haben, dann passiert gar nichts mehr. Bei den Gegentoren weiß ich gar nicht, ob die Dreierkette besser gewesen wäre. Wenn die Gladbacher Spieler solche Freiräume haben, dann weiß ich auch nicht mehr. Es war schon zum Ende der Hinrunde klar, dass wir in der unteren Hälfte spielen. Ich denke die anderen Mannschaften unten haben den Vorteil, dass sie wissen um was es geht, nämlich um den Klassenerhalt. Bei uns habe ich das Gefühl, dass es bei ganz vielen noch nicht angekommen ist, wenn ich höre, dass wir von einstelligen Tabellenplätzen reden. Ich finde die Einstellung bei anderen Mannschaften ist besser.“

Paul: „Es geht nur über die Einstellung. Daher hoffe ich auch, dass wir zur Dreierkette zurückkehren und Hasebe wieder spielt, weil unser Spiel dann auch strukturierter ist. Das war gestern ein Sauhaufen. Das war wirklich katastrophal, als ob sie Fußball verlernt hätten.“

Nadine: „Ich kann mich meinen Vorrednern anschließen, ich sehe das ähnlich. Kevin Trapp hat das gestern sehr treffend gesagt, dass alle die Tabelle lesen können. Der Vorsprung ist arg geschmolzen und Mainz spielt heute erst noch. Wenn die gewinnen, haben sie die Eintracht überholt. Sie stecken also hinten mittendrin. Der einzige Hoffnungsschimmer ist, dass die anderen Mannschaften hinten auch nicht gut sind. Die Bremer beispielsweise sind eigentlich ähnlich wie die Eintracht, haben aber auch ein Einstellungs- und ein Mentalitätsproblem. Auch wenn man hier abwarten muss, wie sie aus der Pause kommen. Ich habe bei Hütter auch den Eindruck, dass er resigniert. Er ist an sich ein ruhiger Typ, aber ich habe gestern schon erwartet, dass mal ein bisschen Klartext kommt. Klar, man muss einen Spieler nicht öffentlich schlecht machen, aber was mich gestern gestört hat, war, dass er versucht hat, alles schön zu reden. Auch wenn man noch den Anschlusstreffer in der zweiten Halbzeit gemacht hat, fand ich die Mannschaft nicht so viel besser, als in der ersten Hälfte. Das Einzige, was besser war, war Silva. Hier verstehe ich Hütter aber auch nicht, warum er nicht von Beginn an gespielt hat.“

Paul: „Ich glaube, dass Hütter überfordert ist und resigniert hat. Er hatte eine solche Situation noch nie. Die Bundesliga ist nicht wie Österreich oder die Schweiz. Durch seine fehlenden Emotionen erreicht er die Mannschaft nicht, um das einzuimpfen. Ohne Kampf steigst du ab!“

Nadine: „Ich war aber auch noch nie ein Freund davon, die Fehler nur beim Trainer zu suchen, denn die Spieler sollten auch wissen, um was es geht. Da würde ich jeden Spieler in die Pflicht nehmen!“

Paul: „Das stimmt, aber er ist der Verantwortliche. Da muss man auch zu den Transfers kommen. Wir haben gut verkauft und schlecht eingekauft. Ein Sow war gestern wieder ein absoluter Totalausfall, genauso wie Toure rechts hinten. Wer nicht sieht, dass er hier nichts zu suchen hat, ist blind! Warum lässt man hier einen Chandler nicht spielen? N’dicka ist ein Innenverteidiger mit viel Talent. Aber außen ist er eine Katastrophe. Mit diesen Außenverteidigern hat man keine Chance gegen Mannschaften wie Gladbach.“

Mathias: „Ich sehe es auch wie Nadine, dass auch die Spieler in der Pflicht sind. Aber es ist quasi schon die ganze Saison erkennbar, dass sich die Spieler nur motivieren können, wenn die Fans da sind. Bei den Auswärtsspielen funktioniert es nicht, auch wenn das Stadion leer ist. Dass dann ein kompletter Ausfall der Mannschaft entsteht, verstehe ich nicht. Da muss man sich als komplettes Team inklusive Trainer mal zusammenreißen und motivieren können!“

Paul: „Vielleicht sollte Fredi Bobic die letzten neun Spiele den Trainerjob machen, er war ja als Spieler schon immer sehr motiviert und motivierend. Wir haben noch 27 Punkte zu holen und ich würde überlegen, Hütter zur Seite und Bobic in die Pflicht zu nehmen. Ich glaube, es würde nicht schlechter laufen als mit Adi Hütter.“

These 2: Das Spiel der Eintracht ist auch nach der langen Pause zu durchsichtig, zu einfach und zu einfallslos.

Matthias: „Ja, das ist so. Wir haben es in den letzten Jahren immer noch irgendwie über Kraft und Schnelligkeit hinbekommen, dann auch mal die Gegner zu überraschen. Gerade auch in der letzten Saison ist es uns häufiger gelungen, die Gegenspieler mal mit einem frühen Tor zu frustrieren. Das machen jetzt die Gegner mit uns und scheinbar haben wir keine Mittel da zu reagieren. Unser Spiel ist schon die ganze Saison über auf zwei Spieler ausgelegt, nämlich auf Kostic und, wenn er fit ist, auf Silva. Ansonsten funktioniert gar nichts mehr. Man hat irgendwie versucht, die drei Büffel zu ersetzen und das hat nicht geklappt. Keiner hat erwartet, dass wir ein Äquivalent bekommen, aber dass dem Trainer und dem Trainerteam nichts anderes einfällt, als von Dreier- auf Viererkette umzustellen, kann ich nicht mehr verstehen. Auch, dass der einzig kreative Kopf, wie Paul es schon sagte, mit Hasebe draußen gelassen wird, verstehe ich überhaupt nicht. Auch spielen wir viel zu häufig sehr defensiv. Hat der Trainer Angst, dass wir abgeschlachtet werden? Aber gerade dann spiele ich doch lieber etwas offensiver und versuche, etwas zu reißen und den Gegner zu überraschen, als sich hinten rein zu stellen und trotzdem mit drei bis vier Toren Unterschied zu verlieren. So war es ja die letzten Spiele über. Der letzte Liga-Sieg war gegen Augsburg und seitdem gab es gar nichts mehr. Wir sind offensiv nicht vorhanden. Uns fehlt da auch einfach der kreative Kopf, der den Ball mal halten und verteilen kann. Kostic ist das nicht und Kamada eben so wenig. Wir haben zwar Spieler, die ein Spiel alleine entscheiden können, aber niemanden, der mal ein Spiel an sich zieht und bestimmen kann – im Sinne eines Prince Boatengs. Jedem Gegner ist klar, wie die Eintracht spielt und wenn die Kostic zustellen, dann ist das Offensivspiel schon so gut wie kaputt. Und Gacinovic kann zwar mal ein Spiel alleine entscheiden, aber er leidet immer noch unter der Unsicherheit in seinem eigenen Spiel. Er hätte schon seit ein bis zwei Jahren mal den Schalter umlegen sollen.“

Nadine: „Für mich ist das Spiel auch definitiv zu einfallslos. Die Gegner wissen mittlerweile, wie die Eintracht spielt. Egal ob zuhause oder auswärts, wir sind sehr ausrechenbar. Und für mich widerspricht das Ganze auch dem, was Hütter im Winter, ich war ja mit im Trainingslager, erzählt hat. Variabilität war da das große Stichwort. Man wollte im Winter daran arbeiten, dass man nicht mehr so leicht auszurechnen ist. Das Trainingslager stand unter genau diesem Motto. Man hat dann umgestellt von einer Dreier- auf eine Viererkette und das hat in den ersten Spielen auch gut funktioniert, aber das war es dann auch. Hütter hat dann auf diesem System beharrt, bis auch das nicht mehr geklappt hat und nun steht man im selben Dilemma wie vor der Winterpause. Uns fehlt die Flexibilität und die taktische Grundausrichtung. Und das verstehe ich nicht! Die Dreierkette ist doch bei der Eintracht seit Jahren einstudiert und war eigentlich immer das System das gegriffen hat, mit wenigen Ausnahmen. Wir sind zu durchschaubar für den Gegner, sind nicht im Stande ihn mal zu überraschen und auch von draußen kommen über Auswechslungen zu wenige Impulse. Gacinovic kam gestern erst wieder sehr spät rein und hat mir dann aber ganz gut gefallen. Da will auch verstehen wer will, weshalb man beim Stande von 0:2 nicht mal früher mehr Kreativität für die Offensive auf den Platz bringt. Dass Silva erst zur Pause kam, ist okay – besser spät als nie, aber ich hätte ihn gerne von Anfang an gesehen. Gut, dass Hütter da in der Pause reagiert hat, aber ich finde, da hätte man direkt Gacinovic hinterher aufs Feld schicken können. So hätte die Mannschaft nochmal eher reagieren können gegen den Rückstand.“

Paul: Der Gacinovic bringt immer Kampf auf den Platz!“

Nadine: „Ja, und er ist einer, der sich immer zerreißt und weiß, worum es geht. Deswegen hätte ich ihn gerne früher gesehen. Nichtsdestotrotz, und ich denke, das ist das große Problem der Eintracht: es kommt aus dem Mittelfeld zu wenig. Egal mit welcher Aufstellung wir spielen. Über Dost kann man sagen, was man will, aber er bekommt auch einfach keine verwertbaren Bälle in die Spitze.“

Paul: „Der Grund dafür ist glasklar: Man hat Sow geholt, um dieses kreative Loch zu stopfen und der ist ein Ausfall! Sebastian Rode ist ein defensiver Mittelfeldspieler, der auch mal einen kreativen Pass spielen kann. Sow ist genau für die Kreativität geholt worden und Sow ist gescheitert. Ich finde, er hat jetzt genug Zeit gehabt! Wie lange soll der denn noch brauchen? Und wer hat ihn geholt? Adi Hütter! Für mich ist es nicht sehr sinnvoll, über diese These zu reden, denn es ist so offensichtlich! Wir spielen einfallslos und die Gründe dafür haben wir tausend Mal diskutiert! Im Mittelfeld ist gar nichts. Wie oft haben wir darüber gesprochen, dass Touré hinten rechts ein großes Risiko ist? Er macht hin und wieder mal vernünftige Dinge nach vorne, aber das ist zu wenig! Hinten rechts verteidigen kann er nicht! Das war amateurhaft, wie er versucht hat, den Ball im eigenen Strafraum zurückzuspielen, anstatt den auf Kosten einer Ecke rauszuspielen. Wir haben in der Mannschaft nur zwei gute Techniker. Kamada und Silva. Letzterer ist nicht in der Startelf gewesen und Kamada hat eine falsche Einstellung oder muss geführt werden auf dem Platz. Ich hab da länger überlegt. Jetzt einen neuen Trainer zu holen, wäre sehr risikobehaftet, aber meiner Meinung nach können wir es nicht mehr riskieren, Hütter an der Seitenlinie stehen zu haben. Der ist überfordert in seinen Handlungen, das sieht jeder. Der Mann ist der Situation nicht gewachsen! Das geht schon damit los, dass er die falschen elf Spieler von Anfang an aufstellt. Er ist nicht einmal in der Lage, das optimal auszuschöpfen. Nicht mal das! Spieler wie Hasebe, Gacinovic und Silva bleiben auf der Bank für eine ganze Halbzeit! Was denkt er sich dabei?! Das weiß doch jeder, dass die Aufstellung falsch war! Ich könnte mich jetzt so austoben. Ich will Hütter nicht mehr als Trainer sehen. Hütter ist nicht mehr der richtige Trainer. Vielleicht noch bei den Bayern, weil da gewinnen wir sowieso nicht, aber danach muss eine Übergangslösung her. Bobic als Interimstrainer wäre, denke ich, die beste Option. Der ist für die Transfers verantwortlich, also soll er auch damit arbeiten. Aber Hütter geht einfach nicht mehr. Der ist am Ende seines Lateins.“

These 3: Das „Experiment“ Viererkette ist gescheitert. Die Rückkehr zum bekannten System mit Dreierkette ist nun angebracht. 

Nadine: „Definitiv. Ich weiß zwar nicht, ob das das Allheilmittel bis zum Ende der Saison wäre. Aber nachdem man gestern sah, dass die Defensive nicht gut gestanden hat, aus dem Mittelfeld keine Impulse kamen und die Stürmer völlig in der Luft hingen, wäre es spätestens nach dem Spiel in München an der Zeit, dies in Erwägung zu ziehen. Grundsätzlich wäre es wichtig, in Zukunft mehr Flexibilität an den Tag zu legen und sich je nach Gegner taktisch ausrichtet: Mal mit Dreier- und mal mit Viererkette. Nach dem Spiel in München, wo nur in den seltenen Fällen etwas zu holen ist, wird es richtig wichtig. Zu Beginn der Rückrunde wurde schon Leipzig oder Salzburg geschlagen, was den Eindruck vermittelte, dass die Eintracht gegen stärkere Mannschaften besser spielt. Aber dann kommen Gegner auf Augenhöhe.“

Paul: „Augenhöhe ist gut. Ich denke an Köln oder Paderborn. Das sollen auch Gegner auf Augenhöhe gewesen sein und beide Spiele gingen verloren…“ (2:4 und 1:2, Anmerkung der Redaktion)

Nadine: „Die Eintracht spielt scheinbar lieber gegen stärkere Gegner, das hat gegen Gladbach nicht funktioniert und wird wahrscheinlich nächste Woche in München auch nicht funktionieren. Dann steckt man richtig in der Bredouille und muss das Heimspiel gegen Freiburg zwingend gewinnen und in Wolfsburg mindestens einen Punkt holen. Dann kommt Mainz zu Hause – in diesen drei Spielen müssen sieben Punkte geholt werden. Dann wären die Frankfurter aus dem Gröbsten raus. Aber das ist alles mit sehr viel Vorsicht zu genießen, denn, wie Paul sagte, hat man in der Hinrunde gesehen, dass man gegen solche Mannschaften richtig auf die Nase fallen kann. Insofern bleibt abzuwarten, ob in den Spielen der Schalter umgelegt werden kann.“

Paul: „Die Dreierkette als Allheilmittel zu sehen, halte ich für Wunschdenken. Denn auch eine Dreierkette ohne Mentalität funktioniert nicht. Dies haben wir gegen Paderborn und Köln deutlich gesehen, wo wir komplett auseinandergefallen sind. Wir haben 2:0 gegen Köln geführt und uns am Ende mit 2:4 blamiert. Ich fühle mich mit einer Dreierkette wohler. Mit Hasebe als Libero, der dem Spiel Struktur gibt, und zwei Außenverteidigern, wodurch das Mittelfeld mehr Unterstützung erhält. Das bekommt uns schon mehr als eine Viererkette, das sehe ich wie Mathias und Nadine. Viel wichtiger ist allerdings die Mentalität auf dem Platz. Die bringen Hasebe und Gacinovic mit, die gestern von Anfang an gefehlt haben. Gegen Freiburg würde ich mit einer Dreierkette spielen. Aber es geht eben nur mit Mentalität, Mentalität und Mentalität! Und die muss auf den Platz gebracht werden, um den Abstiegskampf zu überleben.“

Mathias: „Es ist weniger die Frage, ob es eine Dreier- oder Viererkette sein soll, als vielmehr die der Aufstellung. Paul sagte, dass Hasebe immer bei der Dreierkette in der Mitte spielen würde. Aber Hütter hat auch schon Hinteregger auf dieser Position aufgestellt. Die Viererkette ist gar nicht so schlecht, weil Kostic damit mehr entlastet wird und mehr Power hat, nach vorne zu gehen. Aber dafür brauchen wir Hasebe als Spieler vor der Viererkette, der dann Struktur reinbringen kann.“

Paul: „Die fehlende Mentalität wurde doch gestern am deutlichsten von Kostic gezeigt. Der hat von Anfang an so eine Bocklosigkeit ausgestrahlt. Seine Körpersprache war nicht typisch Kostic. Er ist bei weitem nicht dort, wo er mal mit seiner Kampfeinstellung war. Egal ob Dreier- oder Viererkette: Die Einstellung ist das Entscheidende und das war bei Kostic gestern grenzwertig.“

Nadine: „Für mich war das gestern ein typischer Kostic, denn bei ihm gibt es nur schwarz oder weiß. Entweder hat er einen super Tag, dann funktioniert auch alles und dann bringt er seine Leistung auf dem Platz und es gelingt ihm alles. Oder es ist so ein Tag, wie gestern.“

Paul: „Die Häufigkeit der bocklosen Spiele von Kostic nimmt allerdings zu.“

Nadine: „Ja, das stimmt.“

Paul: „Früher hat er alles gegeben. Es war eine seltene Ausnahme, dass er neben sich gespielt hat. Aber zuletzt, wie gestern auch, war es eine völlig falsche Körpersprache. In der Mannschaft stimmt vieles nicht. Das wurde gestern so deutlich. Ilsanker wurde in der Winterpause gekauft – der stellt mit seinem Spiel eine Gefahr für seine eigene Gesundheit dar. Irgendjemand hat gesagt, Ilsanker könne Instagram ganz gut, aber Fußballspielen habe er nie gekonnt. Zumindest in Frankfurt zeigt er das nicht. Ich bin heute wahnsinnig kritisch, aber ich kann nicht anders. Es gab gestern 5:1 Gelbe Karten, das ist ein Zeichen für limitierte und kopflose Fußballer. Kohr kassierte nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung die Gelbe Karte und ist damit gegen München nicht verfügbar. Unglaublich.“

Mathias: „Um noch mal auf die These zurückzukommen: Paul hat mehrfach Touré kritisiert. Meiner Ansicht nach spielt er auf der falschen Position, denn er ist einer der wenigen, die tatsächlich mit dem Ball umgehen können.“

Paul: „Naja! Nicht in der Defensive.“

Mathias: „Ja, nicht in der Defensive. Aber warum Chandler und Da Costa nicht spielen, verstehe ich nicht.“

Paul: „Allein wie er versucht, einen Angreifer zuzustellen, ist sowas von hoffnungslos.“

Mathias: „Da ist er definitiv limitiert. Aber dafür haben wir Chandler und Da Costa, die das gezeigt haben, kämpfen und auch wissen, worum es geht. N’Dicka auf der linken Position ist auch ein bisschen überfordert. Ihn sehe ich auch eher als Innenverteidiger.“

Paul: „Genau, er ist richtig talentiert, er ist Innenverteidiger durch und durch. Aber die linke Verteidigerposition liegt ihm einfach nicht, dafür ist er zu groß und unbeweglich.“

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54 Kommentare

  1. @Fozzi, #33,
    du sprichst mir aus der Seele.
    @Paul,
    die Idee mit der Task Force finde ich gut. Sie müsste dann von jemanden geleitet und moderiert werden, der nicht zur Sportlichen Leitung gehört und trotzdem genügend Autorität, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen hat.
    _______

    Alle Spieler, die vorgestern auf dem Platz standen ;-), haben schon richtig gute Spiele abgeliefert. Warum das nur (noch) selten bis gar nicht mehr funktioniert, sollte schnellsten analysiert und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Hier sind Trainer- und Analystenteam gefragt. Ein „Weiter so“ darf es nicht geben. Und so zitiere ich mal wieder Georg Christoph Lichtenberg: „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.“
    In diesem Sinne, weg mit all den Befindlichkeiten und ran ans anders – und hoffentlich besser – machen!!

  2. @51 Genau so ist es. Dem muß man nix hinzufügen. Alle diese Spieler haben schon hervorragende Spiele gemacht. Irgendetwas scheint im Binnenklima der Mannschaft nicht richtig zu funktionieren. Ein nicht zu unterschätzendes Element in diesem Team.

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