Sportdirektor Bruno Hübner und der Bereichsleiter Medien und Kommunikation, Markus Jestaedt
Sportdirektor Bruno Hübner und der Bereichsleiter Medien und Kommunikation, Markus Jestaedt

Wie SGE4EVER.de in Erfahrung bringen konnte und nun auch auch vom Kicker in seiner Montagausgabe bestätigt wurde, gehen die Eintracht Frankfurt AG und Mediendirektor Markus Jestaedt künftig getrennte Wege. Der frühere Sky-Fernsehkommentator war in der Vergangenheit wiederholt für die schlechte Außendarstellung des Vereins in die Kritik geraten. Unbestätigten Meldungen zufolge werden auch Reha-Trainer Michael Fabacher und Fitness-Trainer Christian Kolodziej von ihren Aufgaben entbunden; Letzterer war bereits in Stuttgart von Fredi Bobic entlassen worden.

Mitten in der Saison 2014/15 präsentierte Eintracht Frankfurt einen neuen Medienchef: Markus Jestaedt, der zuvor lange Zeit für verschiedene Fernsehsender gearbeitet hatte und zuletzt in seiner Zeit bei Sky aufs Abstellgleis geraten war, nachdem der Pay-TV-Monopolist bei der Auswahl der Kommentatoren auf eine handverlesene Zahl von Gesichter gesetzt hatte. Als Bereichsleiter für Medien und Kommunikation sollte sich Jestaedt um die strategische Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsarbeit kümmern und die klassische Pressearbeit mit digitalen Angeboten und EintrachtTV verknüpfen. Die Notwendigkeit, die vielfältigen Prozesse im Bereich Kommunikation zu steuern, hatte die Vereinsführung schon länger gesehen, doch war eine Besetzung der Stelle des Medienchefs mit Oliver Forster im Jahre 2013 an dem Veto von Armin Veh gescheitert, der dem früheren FFH-Moderator eine kritische Berichterstattung nicht verziehen hatte. EintrachtTV wurde schließlich auch ohne Mediendirektor ins Leben gerufen und entwickelte sich unter der Federführung von Jan Martin Strasheim zu einem bemerkenswerten Medium der Eintracht.

Armin Veh war beim Amtsantritt von Jestaedt schon nicht mehr bei den Hessen; der erfahrene Fernsehmann hatte es im sportlichen Bereich nun mit dem wortkargen Thomas Schaaf zu tun. Aus dem berüchtigten Umfeld der SGE wurde Jestaedt eher kritisch gesehen. Die Journalistenvertreter zogen in Zweifel, ob ein Fernsehmacher ohne Leitungserfahrung in der Lage sein würde, das komplexe – und in Frankfurt besonders fragile – Verhältnis zwischen Verein, AG, Mannschaft, Fans und Medien im Hinblick auf Transparenz, Kommunikation, Beteiligung und Vermarktung zu steuern. Die Anhänger des Vereins nahmen darüber hinaus mit Missfallen zur Kenntnis, dass dem Neuen jegliche Bindung zur SGE fehlte und er sogar wiederholt eingestehen musste, noch nicht einmal Fan der Eintracht zu sein.

Gleichwohl: Jestaedt agierte selbstbewusst, erweckte den Eindruck, sich nicht mit Kleinigkeiten abgeben zu wollen, und formulierte anspruchsvolle Ziele. Als seine Hauptaufgabe nannte er die Entwicklung einer „Strategie für eine erfolgreiche Kommunikationspolitik“. Er stellte sich als Teamarbeiter hin und verkündete ungefragt, „niemandem den Job“ wegnehmen zu wollen. Unbeschadet dieser vermeintlichen Zurückhaltung, versetzte er als eine der ersten Amtshandlungen die beiden Pressesprecher Carsten Knoop und Ruth Wagner ins zweite Glied und moderierte zunächst selbst die Pressekonferenzen. Doch das Wirken von Jestaedt bei Eintracht Frankfurt stand von Anfang an unter keinem guten Stern: Die Diskussionen rund um Thomas Schaaf und sein Ende als Trainer bei Eintracht Frankfurt warfen ein schlechtes Licht auf die Kommunikationspolitik des Vereins.

Schaaf war sehr bald Geschichte, und zur großen Überraschung mancher Beobachter kehrte Armin Veh in den Stadtwald zurück, um das Ruder zu übernehmen. Es sollte nicht allzu lange dauern, bis Markus Jestaedt zu spüren bekam, dass der neue/alte Trainer seine eigenen Vorstellungen von Pressearbeit hat. Die von ihm gesteuerten Pressekonferenzen gehörten sehr bald wieder der Vergangenheit an, nachdem Veh dem Medienchef coram publico deutlich gemacht hatte, dass er diese Form der Präsentation nicht schätzt und dass auf der Pressetribüne nur einer das Sagen hat.

Seitdem wirkt Jestaedt angeschlagen und agierte überwiegend aus dem Hintergrund heraus. Mit der zunehmenden sportlichen Krise machte die Eintracht häufig die Schotten dicht. Geheimtrainings wurden anberaumt, Verantwortungsträger tauchten ab und in der Öffentlichkeit äußerten sich nur noch wenige handverlesene Spieler. Die Medienvertreter sahen sich in ihren Vorbehalten gegen den Fernsehmenschen Jestaedt bestätigt. Der schlechte Eindruck, den die Mannschaft auf sportlichem Parkett in weiten Teilen der Rückrunde hinterließ, korrespondierte mit der unzureichenden Außendarstellung des Vereins.

Bei seinem Amtsantritt hatte Jestaedt angekündigt: „Wir werden … uns Gedanken machen, für was Eintracht Frankfurt eigentlich steht – und wie wir das vermitteln. Sichtbare Ergebnisse wird es dann hoffentlich ab der kommenden Spielzeit geben.“ Auf die Vermittlung und auf die Ergebnisse mussten wir vergeblich warten, da die Entfremdung zwischen dem Fernsehprofi und der Öffentlichkeit von Tag zu Tag spürbarer wurde. Mit dem personellen Umbruch in der Führungsetage wurden schließlich auch die Personalie des Mediendirektors kritisch hinterfragt und Konsequenzen gezogen.

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18 Kommentare

  1. Somit geht ja das große Ausmisten weiter, hoffentlich in die richtige Richtung 🙁

  2. Kommt jetzt Günter-Peter Ploog, Waldemar Hartmann oder gar Steffen Seibert? Ich fürchte, es wird Reinhold Fanz; der kann nämlich alles. 🙂

    Oder doch Durstewitz/Kilchenstein wg. Verdienste beim Schaaf-Abgang?

  3. @ 3: So wird es kommen. Durstewitz als neuer Medienchef und Kilchenstein als neuer Fitnesstrainer.

  4. Ich tippe auf Reinhold Fanz, da er alle vaknaten Jobs übernehmen kann. Und notfalls als Spieler zur Verfügung steht. Außerdem kennt er sich glaube ich auch mit Rotwein aus .

    Medienchef könnte jetzt auch Oliver Forster werden. Wenn der frei ist. Wäre keine schlechte Wahl

  5. @Hooliganverachter: Großartige Vorschläge, vielen Dank! Günter-Peter Ploog hatten wir jedoch schon einmal. Ich habe aus dieser Zeit eindrückliche und bleibende Erinnerungen. Waldemar Hartmann ist zu sehr Clubberer, und Steffen Seibert antwortet nur sehr ungern auf Fragen. Nein, wenn es Esther Sedlaczek nicht machen will, kommt eigentlich nur Fritz von Thurn und Taxis infrage. Ein richtiger Profi!

  6. Unseren Fitnesstrainer Koldoziej kam doch in der Saison wo wir uns drn letzten Minuten so viele Gegentore gefangen haben.
    seit dem er da ist, fand ich unsere Mannschaft fit und auch austrainiert.
    Daher würde mich interessieren, was er für Gründe gibt ihn zu entlassen.
    Die Kommunikation der Eintracht war allerdings sehr schlecht in letzter Zeit siehe posse schaaf.
    Aber ich frag mich wie sehr die Medien )Fr) und die Leute weiter oben, Steubing, Hellmann für die miese aussendarstellung der Eintracht mit daran beteiligt sind.

  7. An der Aussendarstellung lässt sich in der Tat arbeiten. Da ich nicht aus der Region komme und somit keine Tageszeitung lese, in der täglich über die SGE berichtet wird kann ich das schwer einschätzen wie es sonst so läuft aber gut, wenn auch solche Posten hinterfragt werden. Es geht ja darum, Gelder freizuschaufeln und besser zu werden und wenn man so eine Top-Position einnimmt, dann muss man auch Leistung zeigen – sollte dies nicht der Fall gewesen sein, muss es ein anderer machen. Luft nach oben ist auf allen Posten.
    …..Marcel Reif hätte jetzt doch wieder Zeit – wär das nicht einer? 🙂
    Ne ernsthaft – wegen mir kann jeder einzelne Redakteur dieser Seite hier den Posten annehmen. Das sind Frankfurter mit Herzblut. Bei ner ordentlichen Bezahlung und ner Festanstellung wären wir sicher alle bestens über den Verein informiert (was wir hier ja auch so sind).

  8. @ Ralf Ich kann mich noch gut an die Ploog-Zeit erinnern. Da waren wir von Octagon mit viel frischem Geld versorgt worden. Das musste ausgegeben werden.

  9. @ 1. AlterSack54

    Von den 3 bis 4 Hauptverantwortlichen jedenfalls hat man sich offenbar noch nicht getrennt.

  10. Ich fand din Geschichte damals mit Forster eine sauerei. Er ist mutmaßlich wirklich mit dem Herzen bei der Eintracht und ihn einfach aufgrund schlechter Berichterstattung bzw negativer berichte nicht einzustellen ist einfach unprofessionell. Hatte er nicht selbst angedeutet dass es sein Traum sei für die Eintracht zu arbeiten? Ich hatte den Eindruck veh wollte nur – aus welchen Gründen auch immer – eine schützende Hand über Ruth Wagner halten. Nun ja…

  11. Bin für Steppi, den versteht eh keiner, da kann man nachher immer sagen, es war anders gemeint!

  12. was die beiden Trainer betrifft: wie lange hätten die Vertrag? Da werden bestimmt dicke Abfindungen fällig.

  13. Ich fürchte wir können uns Fanz nicht leisten und außerdem soll er ja wohl den Gauck beerben.

    Gruß SCOPE

  14. Schwaffel Fritz von T&T und Dummschwätzer Bela Ratlos
    Waldi Hartmann macht die Pressekonferenzen.

    Fehleinkäufe Profi Hübner überlebt alle

  15. Die Trennung von Jestaedt kann man nur begrüßen. Seine Zeit hier war eine Aneinanderreihung von Peinlichkeiten, Fettnäpfchen und kommunikativen Fehlentscheidungen. Mit Forster wäre ich hochzufrieden und soweit ich das Beurteilen kann macht auch die Ruth einen sehr guten Job und hat zudem noch den besten Draht zu den Spielern. Besser als Knoop und Jestadt ist sie allemal.

    Abgesehen davon tritt hier aber jetzt genau das ein, wovor ich bzgl. der Verpflichtung von Bobic so Angst hatte. Hoch angesehene Mitarbeiter wie Kolodziej und Fabacher werden entlassen. Folgen werden wahrscheinlich irgendwelche Spezies von Bobic. Genau wie damals in Stuttgart. Da hat er unter anderem alles, was die sich im Jugendbereich über Jahre aufgebaut haben mit einem Handstreich zerstört und damit die Jugendarbeit um Jahre zurückgeworfen.
    Es ist ja schön und gut, wenn man ausmisten will. Aber man kann doch nicht einfach alle Strukturen in den ersten Wochen zerstören. Wenn der Bobic so weiter macht, gehts uns wie Stuttgart mit 5 Trainern in drei Jahren und einem Verein, der Jahr für Jahr versucht irgendwie das Unheil Abstieg zu verhindern. Mit einer funktionierenden Jungendarbeit könnte der Abstief für die Schwaben zu einer Runderneuerung führen. So ist es ein einziges Desaster, von dem sie sich so schnell nicht erholen.

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