Fredi Bobic blickt optimistisch nach vorne, weiß aber auch um die Gefahren der Pandemie. (Bild: Heiko Rhode)

Nach sieben Bundesligaspielen steht die Frankfurter Eintracht auf dem elften Rang. Eine Platzierung, mit der Sportvorstand Fredi Bobic leben kann. „Man merkt, dass die Liga sehr umkämpft ist“, sagte Bobic im Interview mit „eintracht.de“. Es gebe viele enge Spiele und die SGE müsse sich gegen jede Mannschaft die Punkte hart erarbeiten. Daher gehe der aktuelle Stand der Dinge in Ordnung. „Ich bin ich froh, dass bisher nur eine Partie verloren ging. Allerdings haben wir leider auch zu häufig unentschieden gespielt und somit Punkte liegengelassen“, bemängelt der 49-Jährige.

Er ist sich jedoch sicher, dass sein Team bis Weihnachten „wieder gewinnen“ werde. Auch, wenn in den nächsten Wochen mit Leipzig und Dortmund noch „echte Hochkaräter“ warten würden. Jedoch müsse sich die Eintracht auch vor diesen Gegnern nicht verstecken. Denn: „Sie sind uns aufgrund ihrer Spielweise ähnlich, weil es Mannschaften sind, die immer aktiv von sich aus Fußball spielen wollen.“ Und genau mit diesem Selbstbewusstsein blickt Bobic auch schon über die Mini-Winterpause hinaus. Denn da wolle die Eintracht „so viele Punkte wie möglich holen und uns im vorderen Drittel der Tabelle etablieren. Das ist ambitioniert, aber nicht unmöglich.“

Zufriedenheit nach schwieriger Transferphase

Nicht alles möglich war in diesem Sommer auf dem Transfermarkt. Aufgrund der Corona-Pandemie sei es in der Transferperiode durch die verlängerte vergangene Saison und die fehlenden Einnahmen der Vereine sehr schwierig gewesen. „Natürlich gab es auch Dinge, die wir gerne realisiert hätten. Allerdings müssen wir durch die Umsatzeinbrüche ganz genau hinschauen, was für uns machbar ist. Dass Amin Younes jetzt bei uns ist, ist toll. Er macht seine Sache gut, ist lernwillig und gleichzeitig topmotiviert, sich zu beweisen und zu spielen“, ist der Vorstand sicher, der generell mit den Neuzugängen zufrieden sei: „Insgesamt hat die Mannschaft die nötige Stabilität und ist konkurrenzfähig für die Bundesliga.“

Brisante Corona-Situation – Stabilität zurückgewinnen

Das ist gerade in Zeiten wie diesen eine wichtige Grundvoraussetzung. Denn die Pandemie geht auch an der Eintracht nicht spurlos vorbei. Bobic bezeichnet die aktuelle Situation für den Verein als „durchaus brisant“ und wird noch deutlicher: „Auch wir müssen schauen, dass wir überleben. Vor der Krise sind wir als Verein stark gewachsen. Deswegen gilt es jetzt im ersten Schritt, diese Stabilität zurückzugewinnen.“ Es mache ihn stolz, dass die Mannschaft freiwillig auf Teile ihres Gehalts verzichtet habe und das immer noch tue, um der Eintracht zu helfen. Wichtig sei, dass die SGE gut durch diese Pandemie komme und danach auch noch handlungsfähig sei. „Dafür geben wir alles. Trotzdem tut es weh zu sehen, wie vieles, was wir in den vergangenen vier Jahren aufgebaut haben, dadurch ein Stück weit verloren geht.“

Die große Hoffnung des Sportvorstands ist, dass alsbald wieder Fans ins Stadion kommen dürfen. Denn die Eintracht sei schließlich ein Verein, der „extrem stark mit seinen Fans verbunden ist.“ Daher glaubt Bobic, dass die Zuschauer vielleicht eine Art „X-Faktor“ sein können, der die Frankfurter positiv und optimistisch nach vorne blicken lässt. „Wir hoffen momentan, dass wir gut durch den November kommen und vielleicht im Dezember wieder ein paar Fans im Stadion begrüßen dürfen, die uns dann wieder mittragen“, meint Bobic.

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13 Kommentare

  1. „Wir hoffen momentan, dass wir gut durch den November kommen und vielleicht im Dezember wieder ein paar Fans im Stadion begrüßen dürfen, die uns dann wieder mittragen“, meint Bobic.

    Allein mir fehlt der Glaube…….
    Ein für mich, nach derzeitigem Nachrichtenstand aus Politik, Wissenschaft, den einzelnen Bundesländern und unseren Nachbarstaaten, utopischer Gedanke.

  2. @1…

    Für sowas gibt es Gerichte, auch wenn man mittlerweile sich kaum noch vorstellen kann, dass es eine Gewaltenteilung gibt.

  3. aber ich dachte wir sind die großen Gewinner der Corona-Krise. Sowas sollen ja tatsächlich Menschen geglaubt haben im Sommer…

  4. @2. vex:
    Geh mal davon aus, dass derzeit kein Verwaltungsgericht, welcher Instanz auch immer, dem Sport und insbesondere einem größeren Zuschaueraufkommen stattgeben würde.
    Davor gäbe es ganz andere Maßnahmen und Veranstaltungen, die die Gerichte aufheben oder zulassen würden.
    Würde Eintracht Frankfurt im Alleingang klagen, fiele die SGE ohnehin hinten runter.
    Das ginge nur im Kollektiv und wäre sogar dann fast aussichtslos……

  5. Bobic: „Sie sind uns aufgrund ihrer Spielweise ähnlich, weil es Mannschaften sind, die immer aktiv von sich aus Fußball spielen wollen.“
    Hat ja schon gegen Stuttgart super geklappt! Denke Mannschaften wie Leipzig und Dortmund knicken nicht konditionell ein wie Stuttgart, die auch aktiv Fußball spielen.

  6. @G-Block:

    So wie das Beherbergungsverbot?

    Die Einzelklagen haben aufgrund ihrer Komplexität kaum Aussicht auf Erfolg, und die größeren Verbände halten sich momentan noch mit Klagen zurück. Das ändert sich aber langsam, erst recht, wenn die Existenz langsam auf dem Spiel steht und dir Maßnahmen immer willkürliche werden.

    Wenn du ein abgestimmtes Hygienekonzept in der Tasche hast, keiner die erhöhte Gefährdung mit Sicherheit nachweisen kann, dann fehlt die Rechtsgrundlage.

  7. Hygiene Konzept hin oder her. Wir können alle froh sein wenn der Spielbetrieb nicht noch vor Weihnachten eingestellt wird!

  8. nach vex da erinnere ich mal kurz an die Superspreader Demos in der Leipziger Innenstadt und in Frankfurt. Sind die nicht von Gerichten erlaubt worden? Und nur weil Gerichte nicht so entscheiden wie du es magst, heißt das noch lange nicht es gibt keine Gewaltenteilung mehr. Ich muss so einen Scheiß wie in Leipzig (aufgrund von Urteilen) ja auch ertragen.
    Da wären mir Stadionbesuche unter Eintracht´s Hygiene Aufsicht aber auch mal lieber. Am Ende hat schwarzweiss aber recht, mal schauen ob überhaupt gespielt werden wird.

  9. @6. vex:

    Die Rechtsgrundlage wird immer Bevölkerungs- und Zivilschutz heißen, bzw. die Infektionszahlen untermauern dieses noch.
    Derzeit arbeitet man an einer Evaluirung des Infektionsschutzgesetz und die Neuerungen werden eher den Verfechtern der strikteren Verordnungen in die Karten spielen, bzw. die Rechtssicherheiten noch aufwerten.
    Ich vermisse das Stadion auch und betrachte es seit 32 Jahren als mein Wohnzimmer, aber ich fürchte, dass wir uns, zumindest bis zur Rückkehr zur gewohnten Normalität mit 51.500 Zuschauern noch eine Weile gedulden müssen.
    Es kann sein, dass phasenweise auch mal wieder 6 – 10.000 Z. ins Stadion dürfen und die Genehmigung dann aber, situationsbedingt wieder entzogen wird.
    Die Rechtssicherheit hierfür wird immer gegeben sein.

  10. @g-block
    Spannender link: 88,7% gegen Laenderspiele jetzt – das ist ein eindeutiges Votum! Waeren wir in einer weniger indirekten Demokratie, laege das weitere Vorgehen auf der Hand… Bedauerlicherweise ist das System in D inzwischen eher Richtung parlamentarischer Lobbyismus mutiert. Wir werden wohl eher erleben, dass Huetter das Wechselkontingent voll ausschoepft als eine Reform des GG. Und nun bitte ich den Adler um eine weitere SouthPark-Lektion! 😉 Bittebitte mehr davon, once more it would make my day…

  11. Eine Redform des GG wird es nicht geben, eher werden die Grundrechte am 18.November noch mehr eingeschränkt.

    Aber aufgrund der ganzen Maßnahmen werden noch viele Firmen und Unternehmen Pleite gehen und ich denk mal das es den einen oder aderen Verein aus den 3. Ligen erwischen wird.
    Als erstes wird man schauen müssen das man man irgendwie wirtschaftlich überlebt, das sportliche steht wohl erstmal hinten an.
    Ich weiß jetzt nicht wie die Eintracht in Bezug auf Zuschauer geplant hat und hoffe man war da nicht zu optimistisch.
    Aber wenn der Verein es schafft durch die Krise zu kommen, dann haben wir ein solides Fundament mit dem wir sportlich arbeiten können.
    Wenn wir es im laufenden Betrieb noch schaffen mal 2 gute Halbzeiten zu spielen…. Hach man wird doch wohl nochmal träumen dürfen…
    In diesen Sinne Forza SGE

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