Kevin-Prince Boateng kämpft seit Jahren gegen Rassismus.

Es ist DAS Thema, das die Welt derzeit neben der Corona-Pandemie in Atem hält: Der grausame Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd und die darauf entstehenden Proteste und die Debatte gegen Rassismus. Zuletzt hatten sich auch Bundesliga-Spieler wie Marcus Thuram, Achraf Hakimi oder Jadon Sancho positioniert und mittlerweile posteten auch ganze Klubs Bilder mit niederknieenden Spielern oder klaren Aussagen gegen Rassismus.

In einem Interview mit „Sky Sports“ hat sich nun auch Ex-Adler Kevin-Prince Boateng, der sich seit vielen Jahren aktiv und offensiv gegen Rassismus einsetzt, zur Thematik geäußert. Der 33-Jährige betonte, dass die derzeitigen Proteste „ein Anfang, aber noch lange nicht genug“ seien.

Allgemein sieht der Mittelfeldmann vor allem im Fußball aber noch nicht genug Einsatz gegen Rassismus: „Macht der Fußball viel dagegen? Nicht wirklich. Eine Werbung im Fernsehen oder ein Banner, wenn die Teams auf das Feld gehen, ist nicht genug. Es ist schon spät, aber noch nicht zu spät.“ Er verstehe auch nicht, dass es Überlegungen gab, die Spieler, die am vergangenen Spieltag Botschaften geäußert haben, zu bestrafen. Boateng betonte, dass er verstehe, dass die FIFA politische oder religiöse Botschaften nicht akzeptiere, der Fall George Floyd sei jedoch etwas anderes: „Wenn du eine Message wie Sancho hast, ist das etwas komplett anderes. Er hat etwas für die menschliche Spezies getan, das ist nichts Politisches oder Religiöses.“

Alltäglicher Rassismus

Und dass hier noch einiges getan werden müsse, erlebe er beinahe täglich selbst und vor allem auf den Fußballplätzen. „Affe, für jedes Tor kriegst du eine Banane. Wir packen dich in eine Box und schicken dich zurück in dein Land. Das ‚N-Wort‘ wurde schon oft benutzt. Sie spritzen mit Wasser und sagen, dass man damit vielleicht den Dreck abwaschen könnte“, nennt Boateng einige schlimme Beispiele. Er selbst sei darüber aber nicht mehr traurig, sondern „nur noch wütend.“

Erziehung und Protest als Lösung?

Eine Lösung wäre für den DFB-Pokalsieger von 2018 eine entsprechende Erziehung der Menschen schon im Kindesalter, beispielsweise durch ein Unterrichtsfach in der Schule: „Wie Mathe, Englisch oder Geschichte. Wir müssen unsere Kinder bilden, das ist das größte Problem!“ Aber auch für erwachsene Menschen hat er eine Lösung und stellt sich hier eine große Protestaktion vor: „Nimm jede schwarze Person aus dem Sport oder jeden schwarzen Schauspieler aus Filmen, wie wäre das? Langweilig. Ich will einen Tag, an dem kein schwarzer Spieler zur Arbeit geht. Nicht, weil wir nicht arbeiten wollen oder keinen Respekt vor dem Verein haben, sondern zu Ehren unserer schwarzen Community. Vielleicht an George Floyds Geburtstag.“

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17 Kommentare

  1. großer Respekt vor KPB und all den anderen, die immer wieder klare Kante gegen Rassismus zeigen!!
    Das hat weder im Fussball, noch sonst wo etwas zu suchen.. ist leider immer noch ein weiter Weg.

  2. @1 sauerlaender1

    Missverständliche Formulierung, aber jeder weiß denke ich, was du sagen möchtest. Im Zweifel ersetze „Das“ im 2. Satz durch „Rassismus“, nur damit du keine schlechten Reaktionen bekommst. Die Nerven bei vielen Leuten liegen ja, verständlicherweise, etwas blank bei so einem Thema.

    Beste Grüße!

  3. Danke für den Hinweis Folke, so war es gemeint!
    Dann bitte ich um ein Edit der Redaktion, meine 5 Minuten sind schon rum 🙂

  4. Eigentlich finde ich das überhaupt nicht mißverständlich…

    Wie heißt doch so schön “Eigentlich ist alles gesagt, aber halt noch nicht vom jedem“. Eigentlich bin ich gegen Politik beim Sport, aber andererseits wird ja schon beim Fußball ua länger gegen Rassismus aufgerufen und wir erinnern uns an das Pokalspiel von Hertha auf Schalke und die öffentliche Reaktion auf mutmaßliche Schmährufe, die leider früher in Stadien fast normal waren von einigen Vollidioten.
    Ob es insgesamt in den Köpfen weniger wurde oder nicht mag ich nicht beurteilen, aber keiner kann zumindest in deutschen Stadien der 1. & 2. Bundesliga glauben, dass ein gebrüllter Rassismus toleriert und folgenfrei wäre…und das ist auch gut so!
    Zu den aktuellen Ereignissen haben ich jedoch eine etwas differenzierte Meinung, aber der Fokus soll ja auch hier eigentlich bei der SGE liegen, die mich nach 2 tollen Jahren in letzter Zeit hart nervte, dann leider fast schon emotionslos ließ und nun wenigstens die Runde bekommt, um den Klassenerhalt nicht erst bis zum Spiel gegen Paderborn spannend zu machen.

  5. Rassimus ist Scheiße! Keine Frage aber ich finde es unerträglich wie jeder auf den Zug aufspringt. Tut mir leid mit Floyd aber ehrlich gesagt in USA ist das fast Tagesordnung und sobald es hier rüberschwoppt ist es das Thema schlecht weg! Jeder 2te Bericht dreht sich darum! Wir sollten lieber anfangen vor unserer Tür zu kehren und unseren sozialen Brennpunkt durchleuchten. Da haben wir genug zu tun. Aber es ist viel Interessanter auswärts zu Essen! Amerika ist leider geprägt. Ich sag nur Yankees, Unterdrückung, Kulucks Klan das ist deren Geschichte nicht unsere!..Dabei sollte es auch bleiben. auch beim Fussball! Wir haben unsere eigene Geschichte um die wir uns kümmern sollten. Oder habt ihr schon mal erlebt, dass in USA die Leute (Sportler) ihr T-Shirt hochreißen mit eine Botschaft für die Opfer wo z.b. der Amokläufer die Moschee auseinandergeschossen hat! Ne habt ihr nichts weil die es nicht machen.. Also WTF die, die das machen sind Sympathie seeker, like Hascher.. Es hat im Sport nichts zu suchen

  6. lieber schwarzweiß, ich respektiere deine Meinung, wonach man evtl. politisch motivierte Meinungen aus dem Sport raushalten sollte.. schlechtes Beispiel: Diskussion über die Gestaltung von Steuern oder Benzinpreisen..
    Aber gerade beim Rassismus ist es wichtig – finde ich – das Thema im Brennpunkt zu halten. Denn so schleicht es sich nicht weiter latent in die Gesellschaft ein.. und auch im Sport ist es halt sehr präsent. Nicht nur in Deutschland/Europa – ja stimmt, wir haben hier selber genug Themen – aber eben auch in den USA, siehe bspw. American Football nach entsprechenden Äusserungen von Trump.
    Ich persönlich wünsche mir an der Stelle etwas mehr Differenzierung und das hat sicherlich nicht etwas mit Sympathie-Seeken usw. zu tun, sondern mit gesundem Menschenverstand im Allgemeinen.

  7. Ich hab 10 jahre in Süd Afrika gelebt und glaube mir ich weiß was Rassistisch bedeutet. Und da meine ich nicht den weißen. Wenn schwarze Leute weiße Frauen vergewaltigen, die Männer und Kinder Töten nur weil sie Land besitzen.. Man muss auch mal weiter schauen als nur aus dem Fenster raus..

  8. Aber lass es nicht politisch werden.: Es wird immer Schwarz und Weiß geben (Wortspiel) 🙂

  9. Das finde ich überragend und enorm wichtig ,dass KPB Position bezogen hat und seinen Kampf fortsetzt. Nachdem gestern auch schon Oliver Pocher ganz deutlich Stellung bezogen hat ,war ich etwas irritiert , wieso von unserem – früheren – Aushängeschild so gar nichts kommt. Gut , dass er sich doch gemeldet hat.
    Und ehrlich gesagt erwarte ich jetzt eigentlich auch von Peter Fischer , dass er sich zu Wort meldet.

    Wie Perlentaucher schon erwähnt hat , Karl Valentin hat Recht.

  10. @7 schwarzweiss: Echt jetzt, erzähl mal. Hat man versucht, dich zu töten? Hat sich mal ein schwarzer Polizist auf dich geknieet und abgewartet, ob du noch Luft kriegst? Deine Frau, hat man ihr Gewalt angetan? Durften deine Kinder nicht in die Schule, weil sie weiß sind? Und hat man euch Kartoffeln zugeworfen? Das will ich jetzt wirklich mal wissen (natürlich ohne politisch zu werden).

  11. Bist ja ein witziches Kerlchen Grüssmann eine runde Applaus! Bekannte von mir sind auf eine Plot getötet worden.. Hatten leider die falsche Hautfarbe

  12. @schwarzweiss

    Oha. Sehr dünnes Eis. Und vor allem völlig unaustariert.
    Natürlich funktioniert Rassismus in alle Richtungen. Aber wenn man bei offenem Küchenfenster Galopp—Geräusche hört, wird es zu 99% ein Pferd und kein Zebra sein. Will sagen: auf unserem Planten bezieht sich der Begriff Rassismus vor allem auf den weißen Teil der Bevölkerung. Die Anfeindungen gehen gegen Schwarze, Asiaten oder welchen – nicht weißen – Mitmenschen auch immer.
    Sich Nischen zu suchen um das Bild zu relativieren, ist zu nichts gut. Denn grundsätzlich geht es nicht nur um die Frage „Weiss gegen Schwarz“, sondern um das Ideal „alle gegen Rassismus“.

    Und ausgerechnet Südafrika als Beispiel für den Rassismus der Schwarzen auszuwählen, zeugt, gerade unter Berücksichtigung des Umstandes, dass du zehn Jahre Zeit hattest, dich mit dem Land, den Leuten und der Geschichte auseinanderzusetzen, von wenig Empathie und Einfühlungsvermögen für das globale Krebsgeschwür namens Rassismus.

  13. In verschiedenen Ländern in Süden Afrikas, auch in Südafrika, gibt es großen Rassismus in die andere Richtung. Dass er eine Folge des Rassismus der weissen Kolonialmächte ist, wie sge1899 richtigerweise andeutet, macht ihn nicht weniger problematisch.

    Aber das hindert einen nicht daran, die aktuellen Proteste zu begrüßen und das große Problem des Rassimus (das zumindest in der westlichen Welt meistens gegen Schwarze geht) zu bekämpfen.
    Insofern, super Prince!

    (Rassimus muss übrigens nicht immer nur Hautfarbe sein… gerade in Coronazeiten 😉
    Und Religionszugehörigkeiten usw usw….)

  14. Nicht wirklich..Rassismuss in jeglicer Form ist schlicht falsch. Fakt ist doch in USA hat es sich „wieder“ mal um einen weißen gehandelt der einen schwarzen getötet hat (was ja öfters vorkommt). Genau da wird die Rassismuss Karte gespielt weiß gegen schwarz Und SGE1899, genau das wiederholt sich immer und immer wieder. Schon mal gemerkt, dass es im nur so in USA ist! Das hat nichts mit dünnen Eis zu tun. Am ende ist es falsch zu töten egal welcher Hautfarbe und Nationalität. In SA ist leider der schwarze ein Rassist. Der weiße Mann hat das Land genommen, Arpartheit u.s.w. Es gibt die ANC es gibt die DA es gibt ANC Youthleague mit einen gewissen Malema. Ich habe live reden von ihm gehört „Tötet den Buren, Tötet die weißen nehmt euch das Land“. Es gibtDas musst du erstmal verkraften. Sowas wird unter den Mantel des Schweigens gehalten. Auch Mandela ist nicht der Engel für den alle ihn halten.. Aber lass es nicht zu weit ausweiten das Thema.. Rassismuss ist scheiße klare Kante. Wie Leben in einer Multikulti Welt und sollten die so nehmen wie sie ist. Leider gibt es immer wieder „Deppen“ in dieser Welt.

  15. @11 schwarzweiss: mich darfst du ruhig witzig finden. Aber das Thema ist es nicht. ich verstehe nicht, was du mit dem Satz „Bekannte von mir sind auf eine Plot getötet worden“ meinst. „Plot“? Bei einer Verschwörung? Auf einem Grundstück? Wann und wo hat sich das ereignet? Weshalb glaubst du, dass es sich um eine rassistische Tat handelte? Du brauchst keinen langen Bericht zu verfassen, gib mir einfach einen link, das wird ja wohl irgendwo gemeldet worden sein. Dann lese ich das nach.

  16. @15 Grüssmann.. Wie im link schon beschrieben, Danke G-block.. Plot steht für Grundstück! Ist in Ordnung wenn du an meinen Aussagen zweifelst, steht dir zu aber ich weiß wie es ist ein Ausländer zu sein in einen schwarzen Land! Ich habe viel Licht und Schatten gesehen! Wenn Du jeden Tag Nachrichten liest /schaust wieviel News hast du von Süd Afrika erfahren in 365 Tagen? Richtig nicht viel…Warum das so ist weiß ich nicht es ist aber so.. evtl weil es immer noch einen dritte Welt ist. Who knows. Aber in 365 Tagen passiert viel Scheiße… Hier was zum Lesen …Wobei mit Bauern die Buren /Farmer gemeint sind!

    https://www.pnn.de/meinung/portraet-julius-malema-anc-jugendliga-suedafrika-toetet-die-bauern-toetet-die-buren/21902658.html

    https://www.nwzonline.de/meinung/oldenburg-das-politische-buch-toetet-den-buren_a_50,2,2139412905.html

    https://www.zeit.de/2012/07/DOS-Farmermorde/seite-3

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