Aurelio Buta will nach langer Leidenszeit endlich voll angreifen. (Foto: IMAGO / HMB-Media)

Er ist eigentlich ein gefühlter Neuzugang: Eintracht-Rechtsaußen Aurelio Buta scheint nach seinem Wechsel im vergangenen Sommer und einer langen Verletzten-Leidenszeit endlich so richtig bei der Frankfurter Eintracht angekommen zu sein. Der Portugiese zeigte sich im Winter-Trainingslager in Dubai und bei Testspielen gallig, aggressiv und spielfreudig – und freut sich auf seine ersten Pflichtspiele für die SGE.

Im Interview mit der „Bild“ sprach der 25-Jährige nun über seine Leidenszeit, seine ersten Minuten auf dem Platz – und seine ungebrochene Leidenschaft zum Fußball. „Es ist das, was ich am besten kann und am liebsten mache. Und nach so langer Zeit ist es einfach schön, wieder auf dem Platz zu sein. Ich genieße jeden Moment mit der Mannschaft und das Gefühl, wieder zu spielen“, erklärte der Rechtsfuß. Er fühle sich bereit, auch über die volle Distanz: „Wenn der Trainer mich für 90 Minuten aufstellt, bin ich bereit. Aber klar, ich muss erst mal wieder das Gefühl für Spielrhythmus kriegen. Das ist ein Prozess. Ich hoffe, dass ich bald meine Spielminuten bekomme.“

Lehren aus langer Ausfallzeit

Insgesamt fehlte der Portugiese fast zwei Jahre wegen Verletzungen in den letzten Jahren. Daraus habe er aber auch seine Stärken gezogen: „Ich habe auch gelernt, dass die Verletzungen mich mental stärker gemacht haben. Das durchzustehen war nicht leicht. Sich nach der Operation zurück zu arbeiten – und dann nach der Entzündung jeden Schritt in der Reha noch einmal von Neuem machen zu müssen. Mithilfe meiner Familie und auch durch die Unterstützung des Klubs hier bei Eintracht habe ich es geschafft.“ Er betonte, dass es zwar keinen Tag gegeben habe, an dem er aufgeben wollte, er aber natürlich trotzdem oft schlechter Laune gewesen sei und seinen Körper verflucht habe: „Man fragt sich: Warum ich? Wieso schon wieder? Aber das vergeht auch.“ Geholfen habe ihm dabei sein Kindheitstraum: „Als ich als Kind anfing, Fußball zu spielen, habe ich immer davon geträumt, in vollen Stadien zu spielen. Den Spaß am Spiel zu genießen. Diesen Traum will ich noch immer verwirklichen.“

Besonders prekär wurde die Situation, als sich die lange Ausfallzeit noch einmal verlängerte, weil er sich in einem Krankenhaus mit einem Keim infiziert hatte. Rachegelüste gegenüber des Krankenhauses habe er hier aber nicht: „Die Situation war schon seltsam, weil so etwas einfach nicht passieren darf. Aber ich will niemanden beschuldigen. Und ich habe meine ganze Energie eingesetzt, um wieder gesund zu werden – und ich will jetzt keine Energie hergeben, um dieses Problem zu verlängern. Ich bin so schnell wieder gesund geworden wie möglich.“

Seit der Vorbereitung auf die Rückrunde ist der 25-Jährige jetzt aber wieder fit und so richtig angekommen in der Mannschaft der Eintracht. Er betonte, das er mittlerweile besser auf seinen Körper höre: „Ich trinke viel mehr Wasser als früher – für meine Muskeln. Weil ich durch das Schwitzen viel Substanz verliere. Und ich arbeite mit einem Personal-Trainer in Portugal. Nach dem Training rufe ich ihn an, und per Zoom zeigt er mir Übungen, die gut für mich sind.“ So habe er auch die Angst vor einem Rückschlag, die in den ersten Trainingseinheiten noch da war, abgelegt und denke mittlerweile hier nicht mehr daran.

Voller Einsatz – egal in welchem System

Bei der SGE spielt man – nach einem kurzen Switch auf die Viererkette – mittlerweile wieder das System mit einer Dreierkette und einem Schienenspieler auf jeder Seite. Für ihn sei dies keine große Umstellung – obwohl er als rechter Verteidiger gilt: „Ich kann die Position im Mittelfeld auch spielen. In Antwerpen haben wir auch mit Dreier-Kette gespielt.“ Daher fiel ihm auch die Umstellung auf den Fußball von Oliver Glasner und der Eintracht nicht schwer. Dies liege aber auch am Chefcoach selbst: „Sich darauf einzustellen, war gar nicht so schwer. Weil der Trainer uns immer wieder erklärt, was er will – auch mir, als ich verletzt war. Und ich habe alle Spiele gesehen – und wie sich die Spieler in ihren Positionen bewegen. Im Training jetzt fällt es mir deshalb leichter.“ Nachdem er die Hinrunde nur von der Tribüne aus verfolgte und ihm das „sehr“ gefallen habe, brennt er nun auf die ersten Pflichtspielminuten für die SGE. Dann können sich die Fans auf vollen Einsatz freuen, versprach er: „Ich bin ein Spieler, der alles fürs Team gibt und der mit Leidenschaft spielt.“

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7 Kommentare

  1. Wir drücken alle die Daumen, dass er unverletzt bleibt und spielen kann – und uns, hoffentlich, noch viel viel Freude bereiten kann

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  2. Es wäre Buta und uns zu wünschen, das er seine Verletzungsmisere ausgestanden hat. Zumindest kann er jetzt an eine regelmäßige Spielbelastung herangeführt werden und sich mit Ebimbe die rechte Seite teilen. Butas Körper ist noch relativ frisch aus der Verletzung und wird noch ein wenig brauchen, um auf maximal Belastung zu kommen. Dafür gibt es die Rückrunde und er kann zur neuen Saison ein neuer Faktor werden.

    Das sich im Scoutingbereich etwas tun muss, ist auch klar. Das MK zwei Leute aus Leipzig holt sehe ich nicht als problematisch an, am Ende holt man Leute, die man eben kennt und schätzt. Besser die Leute kommen aus Leipzig und nicht aus Paderborn (nicht weil sie dort schlechter sind, sondern eher auf Zweitliga-Spieler spezialisiert sind :-)).

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  3. @2

    Das gute ist, das die gleich die Zugangsdaten von ihrem Scoutprogramm mitbringen können.
    Da war doch mal was? 😛

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  4. Der quasi einzige Spieler der in der Euroleaguesaison 2021/22 damals Filip Kostic fast komplett aus dem Spiel genommen hat. Ich glaube das hat damals nachhaltig Eindruck hinterlassen und er bringt auch enorme Schnelligkeit gepaart mit Robustheit mit,so dass ich denke,dass wir noch viel Freude an ihm haben werden.

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  5. @6 Sehe es genauso. Habe es bereits in älteren Threads geschrieben, sowohl Buta , als auch Smolcic waren super Zugänge ( mein Erster Eindruck ) . Smolcic hat bis dato nicht enttäuscht und wird sienen Weg bei uns gehen, man spricht mittlerweile vom möglichen Abwehrchef,…….Selbst wenn Ndicka gehen würde, muß nicht, aber kann….muß uns nicht Bange werden, die Defensive wurde bereits gut versorgt, auch wenn uns ein weiterer Innenverteidiger nun gut tun würde. Bei Daichi sehe ich es etwas anders, da würde ich wirklich an die Schmerzgrenze gehen, um ihn zu halten. Forza SGE

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