Eintracht-Trainer Adi Hütter mit Matchwinner Martin Hinteregger nach der Partie.

Nach den beiden Europa-League-Qualifikationsrunden und dem Auftakt im DFB-Pokal ging es für die Eintracht im ersten Spiel der neuen Bundesliga-Saison im eigenen Stadion gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Mit der Mannschaft aus dem Kraichgau erwartete die Frankfurter die erste echte Standort-Bestimmung der neuen Saison und auch wenn noch nicht alles funktionierte, starteten die Adlerträger erfolgreich mit einem 1:0-Sieg in die neue Runde. SGE4EVER.de hat das Spiel wie immer noch einmal analysiert:

Dosiertes Pressing
Die SGE erwischte einen Traumstart und ging bereits in der ersten Spielminute nach einem Eckball durch Martin Hinteregger in Führung. Die Hessen waren ab der ersten Sekunde sehr aggressiv in den Zweikämpfen und voll da. Die frühe Führung spielte dann der von Adi Hütter gewählten taktischen Ausrichtung in die Karten. Der Österreicher betonte bereits in der Vorbereitung, dass man nicht mehr über weite Strecken der Spiele mit Power-Pressing spielen könne, denn die letzte Saison hat gerade zum Ende hin sehr deutlich aufgezeigt, dass dies nicht über 50 Spiele oder mehr funktionieren kann. Zu deutlich wurde der Kräfteverschleiß in den letzten so wichtigen Bundesliga-Partien der vergangenen Saison und so war hier dringend eine Umstellung nötig. Dies sollte natürlich nicht bedeuten, dass man dieses für den Fußball unter Hütter so wichtiges Element gar nicht mehr nutzen möchte, nur eben deutlich dosierter und gezielter. So schickte Eintracht-Trainer Adi Hütter eine auf den ersten Blick eher defensiv ausgerichtete Mannschaft in den Liga-Auftakt. Ante Rebic fungierte als einzige Sturmspitze und sollte durch Mijat Gacinovic und Daichi Kamada auf der sogenannten Achterposition unterstützt werden. Gerade da Hoffenheim in der Vergangenheit Probleme bei Ballverlusten hatte, wollte man genau diese mit den beiden Achtern erzwingen. Im defensiven Mittelfeld entschied der Trainer sich eher für die „Zerstörer“ Gelson Fernandes und Dominik Kohr und ließ die spielerisch stärkeren Lucas Torro und Sebastian Rode zunächst auf der Bank. Ein Schachzug der sich auszahlen sollte.

Wenig Ballbesitz und doch alles im Griff
Nach dem frühen Gegentor waren die Hoffenheimer gezwungen Spielkontrolle zu übernehmen und auf den Ausgleich zu spielen. Immer wieder wurden sie im frühen Pressing durch Kamada, Gacinovic und Rebic attackiert und fanden in der Mitte kein Durchkommen, denn Fernandes und Kohr waren stets zur Stelle. Gerade Fernandes lief einmal mehr unermüdlich die Lücken im Mittelfeld zu und machte es der TSG so unglaublich schwer mit ihrem Ballbesitz auch Raum zu gewinnen. So spielte Hoffenheim immer wieder hinten rum und fand nur selten Lücken in der kompakt organisierten Defensive der Frankfurter. Bei Ballgewinnen schalteten die Hessen zudem immer wieder überfallartig um und insbesondere der bärenstark aufspielende und kaum zu stoppende Filip Kostic (meiste Flanken aus dem Spiel(7), meiste Torschüsse (4), meiste Torschussvorlagen (3))überlief die Hintermannschaft von Hoffenheim ein ums andere Mal. Dies führte dazu, dass die Eintracht trotz signifikant weniger Ballbesitz (37 Prozent zu 63 Prozent) die deutlich gefährlicheren Torchancen hatte. Die SGE spielte ihre Angriffe aber oftmals nicht sauber zu Ende und der letzte Pass oder die letzte Flanke kam nicht genau genug. Ein Paradebeispiel die Situation kurz vor Abpfiff in der Rebic mit dem Ball Richtung Tor startet und die Hessen durch den mitgelaufenen Kostic eine 2:1 Überzahlsituation haben. Dem Kroaten gelingt der Querpass zu Kostic nicht und so mussten die Adlerträger noch einige Minuten zittern.

Insgesamt guter Auftakt im Kollektiv
Rebic kämpfte aber als einzige Spitze für die Mannschaft und musste auch im Zweikampf mit Gegenspieler Kevin Vogt viel einstecken. Natürlich wird Rebic niemals der Wandspieler, wie es Sebastien Haller war, aber mit einem Sturmpartner wie dem gehandelten Bas Dost, könnte der Kroate auch seine Stärken wieder besser einbringen, insofern er nicht doch noch wechselt. Bis auf wenige Szenen, wie die vermeintlichen Gegentore, die durch den Videoschiedsrichter aufgrund von Abseitspositionen zurückgenommen wurden, stand die Abwehr der SGE sehr sicher. Auch Kapitän David Abraham zeigte sich stark verbessert und Hinteregger kämpfte voller Adrenalin – bis zu seinem ersten Krampf in seinem Leben. Makoto Hasebe zeigte einmal mehr seine Klasse was Antizipation und Stellungsspiel angeht und Kevin Trapp war zur Stelle, wenn er gefordert wurde. Die Qualifikation zur Europa-League hat den Frankfurtern schlussendlich nicht geschadet, denn konträr zur vergangenen Saison, wo man mit einem Supercup-Debakel und dem Ausscheiden im DFB-Pokal startete, war man diesmal gleich voll auf der Höhe, auch wenn bestimmte Automatismen natürlich noch Zeit brauchen und der ersehnte Mittelstürmer ebenfalls noch integriert werden muss. Das Selbstvertrauen haben die Hessen sich aber nun schon früh in der Saison erarbeitet und man ist nun sechs Pflichtspiele ungeschlagen bei einem Torverhältnis von 16:5. Dies wird bei den kommenden,sehr schweren Aufgaben gegen Racing Strasbourg in den Play-Offs und gegen Leipzig in der Liga sehr helfen.

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60 Kommentare

  1. @grantler du triffst es mal wieder recht gut, ma darf granteln aber ma darf auch zufriede sein und von waldhof oder hoffenheim weghaue zu spreche is vermesse. Es is OK, wenn auch a weng zögerlich, denke Pacienca is besser als viele denke und der wird uns noch viel Spaß mache, noch viel zeit bekomme und viele Tore schieße.

  2. Mit einem Tag Abstand zum Spiel, werden die Kleinigkeiten von gestern unwichtiger, z.B. dass Kamada defensiv nicht stattfindet oder die geringe Chancenverwertung. Aber wir haben 3 Punkte (also Punktgleich mit Tabellenführer) , 6 Siege aus 6 Spielen und keine Verletzen (außer Russ). Sow kommt bald dazu, Ante bleibt, Bas Dost kommt und bestimmt noch eine Überraschung. Mit Kostic haben wir den besten Außenbahnspieler in der Liga und er wird wohl bleiben…
    Alles in allem, läuft es doch einwandfrei!! In diesem Sinne, schönen Montagfeierabend

  3. Ordentliches Spiel mit dem richtigen Ergebnis bei toller Stimmung im Stadion.
    Hoffenheim, voraussichtlich ein enger Konkurrent um die besseren Plätze, besiegt, mehr geht zu Saisonbeginn kaum.
    Die gestrige Laufleistung, wie im Forum angesprochen, interessiert mich kaum, genau sowenig, wie die Ballbesitzstatistik. Was zählt, das sind 3 Punkte. Kilometer sparen, stattdessen mit Spielintelligenz die richtigen Pässe spielen. Mit Effizienz erfolgreich sein, Adi wird’s richten.

  4. @52
    Du triffst es eigentlich ziemlich gut und es wäre bestimmt nicht zu verachten, wenn die Unser im Forum, die sich gerne am „halbleeren““ Glas orientieren, Ihre Betrachtungen auch nochmal überdenken.
    Jeder hat seine Berechtigung und es gibt auch keinen Grund, dass die „Kritiker“ so tun, als stehe ihnen die Opferrolle zu.
    Wir haben gestern gewonnen. Das Spiel jederzeit beherrscht, doppelt soviel Torschüsse als der Gegner abgegeben und von den realen Torchancen brauchen wir garnicht zu reden.
    Natürlich war gestern nicht alles Gold….. Und das darf auch angesprochen werden, nur mir stimmen da die Relationen in den Forderungen nicht ganz. Nehmen wir z.B. Gaci oder Gelson. Beide Jungs geben alles, hauen sich voll rein und dennoch offenbaren sie in bestimmten Situationen Schwächen. Trotzdem und auch mit ihnen hat es zu 3 Punkten gereicht. Ich gehe aber noch weiter und will für meine Verhältnisse gerne zurück auf den Boden der Eintracht Tatsachen. Wenn beide oder auch andere alle diese (z.T. ja berechtigten) Forderungen erfüllen würden, ja Freunde, glaubt ihr sie würden bei der SGE spielen ?
    Jedem seine Meinung, doch als Fans der SGE kann man doch auch einfach mal feiern.
    Forza SGE !

  5. Nordischer Gott der Ungeduld? = Hammersbald

    Wäre schön, wenn dem Dost-Bekenntnis mal langsam eine Vollzugsmeldung folgen würde.
    Gerne auch noch „Stinkstiefel“ Donis verkünden.
    Ante, stell Dich hin und sag endlich dass Du bleibst.

    … und wenn dann noch Müller, Stender & Co sich ordentlich abgemeldet haben, können wir loslegen.
    Auf geht’s.

  6. War am Sonntag im Stadion und mit der Überzeugung nach Hause gefahren, der Sieg war verdient.
    Will auch nicht meckern, nur ein wenig über Verbesserungsvorschläge spekulieren.

    Das Spiel erinnerte mich zu sehr an die vergangene Saison, wobei die erforderlichen Personen im Sturm fehlten.
    Auch hatte ich mir mehr kreative Offensive versprochen, oder doch eingebildet, es sei mehr versprochen worden.

    Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, weshalb ich unbeirrt an meinem Wunschdenken_kreativen Offensivfussball_ festhalte.

    Da ich aber lieber 5:3 gewinne, als 3:5 zu verlieren, sehe ich ein, zuerst muss die Abwehrarbeit solide erledigt werden.
    Und die Abwehr beginnt weiter vorne, spätestens im Mittelfeld. Die Aufstellung für das Mittelfeld habe ich nicht verstanden, die Wechsel noch weniger, aber das Ergebnis gibt dem Trainerteam recht, die Abwehrarbeit war sehr solide, schön anzuschauen war sie nicht.

    Rebic als alleinige Spitze kann die Nerven nur entlasten, wenn der Gegner uns an die Wand spielt und wir mit 10 Mann im eigenen Sechzehner Großbrand löschen.
    Bas Dost sehe ich weniger als Heilsbringer, vielmehr als Übergangslösung, seis drum, hauptsache es klingelt auf der richtigen Seite. Man kann ein System nicht von einer zur nächsten Saison verändern. Rebic und Dost, das könnte büffeln.

    Aber wer füttert die beiden?
    Kamada finde ich klasse, da würde ich sogar ins Risiko gehen, aber dazu braucht es Geduld, die ich bei uns nicht sehe.
    Leider wird auch Paciencia schon abgeschrieben, zumindest subtil erscheint mir das so. Kostic und Rebic übersehen ihn und ich hatte den Eindruck Trapp faltet ihn zusammen, weil er irgendetwas an Gonzo auszusetzen hatte. Nach Abpfiff auf der Ehrenrunde ist Gonzo regelrecht vor ihm weggelaufen_ mein Eindruck, liege hoffentlich falsch_.

    Einzig die linke Seite war eine Offenbahrung, Balsam auf die gebolzte Seele. Kostic müsste einen Zwillingsbruder mit ´´rechtem Füsschen´´ haben.

    Auf der rechten Seite erhoffe ich mir (nein ich verlange es!) mehr Experimentierfreude, dann verzeihe ich auch Fehler_wie heisst es so schön neudeutsch_no risk, no fun_
    Da ich_meine persönliche Meinung _ bei AlmamyT mehr Technische Begabung sehe als bei DDC und er lieber RV als reIV spielt, wäre dies so eine Idee.
    Erik Durm ist Kloppo infiziert, warum nicht auch auf rechts? Und die ständigen Gerüchte aufgreifend, vielleicht schult unser Trainerteam A-Donis zu einem RV um, wie einst unseren hochgeschätzten Filip.
    Ansonsten bitte noch einmal tief in sich gehen und gegebenenfalls tief in die Tasche greifen.

  7. @57 fuenfzudrei

    Ja, ich muss gestehen, dass ich die Wechsel auch nicht sofort verstanden habe, im Nachgang hat es dann aber Sinn gemacht.

    Bezüglich Paniencia habe ich also doch keine Wahrnehmungsstörungen, da Dir das ja auch auffällt. Ich hatte es ja schon erwähnt. Irgendwas stimmt nicht, irgendwas haben sie mit ihm. Binden ihn nicht ein und er wird auch öfters rüde angegangen. Auch von Abraham. Das ist schon eine Zeitlang so. Vielleicht gucken die Spielerfrauen zu viel nach ihm.. keine Ahnung.

  8. Lieber 831899, ich möchte ganz freundlich sein und weiss, ich lese mehr als ich hier selber schreibe. Aber deine Versuche auf hessisch zu schreiben schmerzen echt, Rechtschreibfehler passieren aber diese pseudo Mundart braucht es wirklich nicht. Denk mal freundlich drüber nach, Danke. (Gilt auch für ähnlich gelagerte Mitfans und User)

  9. @Dr.Hammer: Ich glaube, dass soll fränkisch sein, macht es aber nicht besser. Ich lese die Beiträge einfach nicht mehr, weil es mir zu anstrengend ist 😉

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