Die Eintracht-Frauen haben sich im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde zum UEFA Women’s Europa Cup mit 1:0 bei Fimleikafélag Hafnarfjarðar durchgesetzt und damit ihre Pflichtaufgabe erfüllt. Das entscheidende Tor erzielte Rebecka Blomqvist per Elfmeter in der sechzigsten Minute. Nach der Partie blickten die Torschützin, Mittelfeldspielerin Noemi Ivelj und Cheftrainer Niko Arnautis auf einen intensiven Abend auf Island zurück.
Blomqvist: „Wir haben über 90 Minuten alles gegeben“
Mit dem Ergebnis konnte Blomqvist trotz einer nicht perfekten Leistung gut leben. „Das Spiel war jetzt nicht unser bestes“, räumte die Angreiferin nach der Partie ein. Gleichzeitig habe die Mannschaft über die gesamte Spielzeit alles gegeben und damit eine gute Ausgangslage für das Rückspiel geschaffen. „Wir fahren mit 1:0 nach Hause, das war das Wichtigste“, fasste die Schwedin zusammen. Den einzigen Treffer der Partie erzielte die 29-Jährige selbst vom Elfmeterpunkt. Nachdem Laura Freigang im Strafraum zu Fall gebracht worden war, habe sie schnell gewusst, dass sie den Strafstoß übernehmen möchte. „Ich dachte: Den würde ich gerne nehmen“, erzählte die Schwedin. Anschließend behielt sie die Nerven und verwandelte sicher. „Das war ein schönes Gefühl“, sagte die Torschützin.
Für das Rückspiel am kommenden Mittwoch sieht Blomqvist vor allem in der Offensive noch Möglichkeiten zur Steigerung. Bereits im gestrigen Spiel habe man gesehen, wo sich Räume gegen die Isländerinnen ergeben können. Vor allem Bälle hinter die Abwehrkette und Zuspiele in die Räume davor seien Möglichkeiten, die die Eintracht im ersten Duell noch nicht konsequent genug ausgespielt habe. Genau dort müsse die Mannschaft im Rückspiel ansetzen.
Ivelj fordert mehr Effizienz
Auch Noemi Ivelj betonte die Bedeutung des Sieges. Die Bedingungen auf Island und die lange Anreise hätten die Aufgabe nicht einfacher gemacht. Dennoch habe die Eintracht das Spiel über weite Strecken kontrolliert. „Wir haben dominiert“, stellte die Mittelfeldspielerin fest. Gleichzeitig hätte sich die 19-Jährige ein deutlicheres Ergebnis gewünscht. Die Frankfurterinnen hätten genügend Möglichkeiten gehabt, „ein paar Tore mehr“ zu erzielen. Vor allem die Chancenverwertung war aus ihrer Sicht ein Punkt, an dem die Mannschaft noch zulegen muss. Auf die Frage, was in der ersten Halbzeit gefehlt habe, antwortete Ivelj daher kurz und präzise: „Die Effizienz.“ Die Eintracht habe viel Ballbesitz gehabt und sich häufig in der gegnerischen Hälfte aufgehalten. Im letzten Drittel müsse man daraus jedoch noch konsequenter eine Torgefahr entwickeln. Für das Rückspiel gibt die Schweizerin deshalb eine klare Marschroute vor: den Ball kontrollieren, das Spiel dominieren und gleichzeitig „auf jeden Fall hart in den Zweikämpfen“ bleiben.
Arnautis lobt die defensive Stabilität
Cheftrainer Niko Arnautis legte den Fokus zunächst auf einen anderen Aspekt. Für ihn war es entscheidend, auf Island ohne Gegentor zu bleiben und mit einem Sieg nach Frankfurt zurückzukehren. Beides habe seine Mannschaft umgesetzt. „Es war ein wichtiger erster Schritt“, erklärte der Trainer. Dass dabei nicht alles rund lief, war für Arnautis angesichts der Umstände nachvollziehbar. Die Kulisse, der rutschige Platz und die äußeren Bedingungen hätten die Partie zu einer unangenehmen Aufgabe gemacht. Umso wichtiger sei es gewesen, die Konzentration über die gesamte Partie hochzuhalten. Vor allem defensiv zeigte sich Arnautis zufrieden. Gegen den Ball habe seine Mannschaft sehr stabil agiert. Offensiv fehlte dagegen zunächst die nötige Präzision. „Uns hat der finale Pass gefehlt, diese Ruhe dann im letzten Ball“, analysierte der 46-Jährige.
Dabei wollte Arnautis die Leistung der Gastgeberinnen nicht außer Acht lassen. Hafnarfjarðar habe in jeden Zweikampf alles hineingelegt und sei durch die Unterstützung der eigenen Fans zusätzlich angetrieben worden. Dadurch sei es für die Eintracht schwierig gewesen, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Nach der Pause wurden die Räume größer, wodurch sich aus Sicht des Trainers auch mehr Möglichkeiten für die Frankfurterinnen ergaben. Die Mannschaft habe ruhig bleiben und den Gegner weiter bespielen müssen, bis sich die entsprechenden Lücken auftaten. Genau das sei schließlich gelungen: „Die Chance war dann da. Wir haben das Tor gemacht und dann passt das.“
Für das Rückspiel fordert Arnautis vor allem mehr Entschlossenheit: „Wir müssen noch klarer werden, sowohl bei den Torchancen als auch beim letzten Ball.“ Mit der Ausgangslage zeigt sich der Trainer dennoch zufrieden: „Es war eine ganz konzentrierte Leistung, natürlich ein verdienter Sieg.“ Am kommenden Mittwoch, den 30. September, empfängt die Eintracht Hafnarfjarðar im Stadion am Brentanobad. Anpfiff ist um 18.30 Uhr. Das Ziel ist für Arnautis dabei klar: Die Frankfurterinnen wollen den Einzug in die nächste Runde perfekt machen.






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