Adi Hütter kehrte zu seinem Ex-Klub zurück. (Foto:imago images / Geisser)

Das Testspiel der Eintracht gegen die Young Boys Bern im Trainingslager in der Schweiz war für Eintracht-Trainer Adi Hütter ein ganz besonderes. Denn der 49-Jährige kehrte damit nicht nur ins Stade de Suisse, sondern auch zu seinem Ex-Klub zurück, wo er 2018 durch den ersten Meistertitel des Hauptstadtklubs seit 32 Jahren zur Ikone wurde.

Im Gespräch mit „Eintracht TV“ betonte der Österreicher, welch schönes Gefühl das für ihn war: „Wieder hier im Stadion gewesen zu sein, ist sehr schön. Das Einzige, was sich hier verändert hat, ist der Kunstrasen. Der alte war damals schon sehr abgerackert, jetzt ist wieder alles grün. Jetzt muss ich daran denken, wie es damals in der 89. Minute war, als Jean-Pierre Nsame gegen Luzern den Siegtreffer geschossen hat und wir als Meister feststanden. Auch an die Feierlichkeiten erinnere ich mich gut und sehr gerne. Das Stadion ist ein echtes Schmuckkästchen. Ich habe sehr schöne Erinnerungen an diese Zeit.“ Die Meisterschaft mit den Young Boys war damals eine echte Sensation, schließlich ging der Titel in den acht Jahren zuvor immer an den großen Konkurrenten FC Basel. Laut Hütter war hier die Einstellung der Spieler das große Plus. „Ich habe gespürt, dass wir neuen Esprit und hungrige Spieler brauchen, die hier ihren nächsten Schritt machen wollen. Wir haben versucht, sukzessive die Mannschaft zu verändern. Als Christoph Spycher als Sportdirektor gekommen ist, sind wir einen anderen Weg gegangen, der sich als erfolgreich erweisen sollte. Es war nicht einfach, den Serienmeister FC Basel vom Thron zu stoßen. Das Wichtigste war, dass wir die Mentalität hatten und daran geglaubt haben, das zu schaffen. In der Saison 2017/18 haben wir unser Ziel erreicht.“

YB im Herzen – den Adler auf der Brust
Auch aufgrund dieses Meistertitels genießt Hütter in der Schweiz großes Ansehen. Dies wurde ihm auch beim Testspiel mit der SGE entgegengebracht, als ihm tosender Applaus von den Rängen entgegenhallte. „YB ist in meinem Herzen. Wenn man hier drei Jahre gearbeitet hat und auch noch sportlichen Erfolg hatte, bleibt das ewig in Erinnerung. Es war ein unglaublich toller Moment für mich, als wir in Biel gegen YB gespielt haben. Die Leute sind aufgestanden und haben geklatscht. Das tut gut und zeigt, dass wir dort gute Arbeit geleistet haben“, zeigte sich der Österreicher dankbar.

Trotz allem heißt die Gegenwart für den ehemaligen Mittelfeldspieler Eintracht Frankfurt und deutsche Bundesliga. Dies sei durchaus ein großer Unterschied – sportlich als auch organisatorisch: „In Österreich und in der Schweiz sind die Ligen kleiner, man spielt vier Mal gegeneinander. In Deutschland ist das Niveau höher, die Begeisterung und die Atmosphäre sind nochmal intensiver. Ich muss aber auch sagen, dass YB oder auch der FC Basel in der deutschen Bundesliga eine gute Figur abgeben würden.“

Weiterentwicklung Ziel Nummer Eins
Der Coach äußerte sich aber nicht nur zu seiner Vergangenheit, sondern auch zu seiner Zukunft mit der Eintracht. Für die kommende, hoffentlich lange Saison mit drei Wettbewerben, hofft der 49-Jährige, dass er auch bei der SGE für eine Weiterentwicklung sorgen kann: „Wir müssen uns auf eine intensive Bundesliga-Saison und hoffentlich viele Spiele in der Europa League vorbereiten. Die Qualifikationsspiele sind unglaublich wichtig. Aber wir müssen den Fokus darauf legen, die Mannschaft weiterzuentwickeln, physisch in einen guten Zustand zu bringen und sie im taktisch-technischen Bereich auf sehr hohes Niveau zu führen.“

Kein Eintracht-Fan dürfte etwas dagegen haben, wenn Hütter in Frankfurt einen ähnlichen Status inne haben wird wie in Bern.

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2 Kommentare

  1. Naja, Meister mit der Eintracht zumidnest nicht in den kommenden 5 Jahren. Aber in 10 Jahren. Ich sage immer wieder, die Region Rhein-Main ist stark genug dafür, und wenn das aktuelle Team bleibt, besser wird, wächst, und vor allem innovativ und hungrig bleibt, dann sehe ich keinen Grund warum man in 10 Jahren nicht auch mal den BVB oder FCB angreifen kann. Jaja, 10 Jahre ist eine lange Zeit. Aber genauso kann da alles passieren. Bobic hatte ja neulich mal gemeint, Eintracht Frankfurt wird nie Meister. Aber das glaube ich nicht. Was in 10 Jahren liegt, mit einem überrschaenden dicken Sponsor und besserer Infrastrutur, bis dahin ausgebauter Jugendarbeit und entwickletem Kader, mit der aktuellen und bis dahin noch größeren Fan- und Mitgliederbase. Ich denke da geht noch was. Aber klar ist, dann muss ein paar Jahre am Stück vieles passen. Aber als Langzeitziel auf 10-15 Jahre kann ich mir das schon vorstellen.

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