Weiterhin hungrig: Adi Hütter ist mit der Leistung seines Teams in Stuttgart zwar äußerst zufrieden, aber insgesamt noch lange nicht satt.

Wenn man auswärts mal so locker, flockig mit 3:0 gewinnt und einen ungefährdeten Sieg feiert, dann kann man als Trainer auch mal zufrieden sein. Das war Frankfurts Coach Adi Hütter nach dem Sieg in Stuttgart auch. Obgleich er nicht müde wird zu betonen, dass bei der Eintracht trotz der Serie von sieben ungeschlagenen Spielen bei sechs Siegen keiner abhebt, vor allem er selbst nicht.

Mannschaft zeigt Reaktion – Hütter zollt Respekt

Im Optimalfall stehen die Hessen nach dem 10. Spieltag auf Platz Sechs, es könnte aber auch Platz Vier sein. Betrachtet man die letzten drei Monate ist es so oder so eine immense Entwicklung, die Adi Hütter mit seinem Team da hingelegt hat. Nach dem Pokal-Aus in Ulm hätten die kühnsten Optimisten die SGE wohl nicht dort gesehen, wo sie gerade ist. „Ich bin glücklich, dass wir das alles gedreht haben. Wir waren vorher in einer Phase, in der es nicht einfach war. Aber wie wir uns da rausgearbeitet haben, das verdient Respekt. Den möchte ich an meine Mannschaft weitergeben“, so der bodenständige Hütter nach dem Erfolgserlebnis im Schwabenland, das für den Österreicher nicht nur aus dem klaren Ergebnis bestand, sondern vor allem auch aus der Art und Weise, wie seine Mannschaft sich auf dem Rasen präsentiert hat: „Wir haben eine absolute Reaktion gezeigt auf das Spiel in Nürnberg. Da war heute wieder ein ganz anderer Wind drin,“ sah Hütter auch in dem freien Tag am Dienstag, den er trotz oder gerade aufgrund des schwachen Auftritts in Nürnberg gab: „Wenn es in die Hose gegangen wäre, wäre es vielleicht der Grund gewesen, warum wir nicht gewonnen haben. Jetzt haben wir alles richtig gemacht“, musste er nach dem Spiel schmunzeln, hat ihm seine Mannschaft das Vertrauen zurückgezahlt, „aber sie geben es nicht mir zurück, sondern der Sache. Der Mannschaft, dem Verein.“ Das 3:0 hätte bei einer besseren Chancenverwertung noch deutlich höher ausfallen können, „aber wenn man auswärts 3:0 gewinnt, dann muss man zufrieden sein. Das bin ich auch.“

Zufrieden ja, satt nein – Eintracht mit Selbstvertrauen unterwegs

Aber Adi Hütter wäre nicht Adi Hütter, wenn er auch nach einer solchen souveränen Leistung nicht doch noch ein Haar in der Suppe gefunden hätte. Ein wahrer Perfektionist eben, der sich auf Erfolgen kein bisschen ausruht. „Wenn der Trainer zufrieden ist, sind die Spieler es auch. Das geht dann in die falsche Richtung.“ Das will und werde er nicht vorleben, denn „ich bin sehr, sehr hungrig“, auch wenn er die aktuelle Entwicklung natürlich sehr genieße. Doch wo waren die Haare in der Maultaschensuppe vom Freitagabend? Neben der ausbaufähigen Chancenverwertung nannte der 48-Jährige vor allem die Leistung nach der Halbzeit: „Da haben wir am Anfang zu einfache Fehler gemacht, den Ball nicht mehr zirkulieren lassen und nicht mehr konsequent nach vorne gespielt.“ Zudem sei man auch in den Zweikämpfen nicht mehr entschlossen genug gewesen. Eine Phase, in der die Stuttgarter durchaus nochmal herankommen hätten können. „Im Fußball kann es, speziell auswärts, schnell gehen. Wenn man da das Tor bekommen, kommt das Publikum, der Glaube an die eigene Mannschaft nochmal zurück.“ Aber nervös sei er in der Phase auch nicht geworden. Denn eins habe dem VfB sichtlich gefehlt: „Man hat im gesamten Spiel gesehen, was es ausmacht, wenn eine Mannschaft Selbstvertrauen hat oder mit dem Rücken zur Wand steht.“ In der Hinsicht waren die Rollen ganz klar verteilt.

Lob für Ersatzspieler – Träumen? Nicht mit Hütter

Selbstbewusst war auch die Anfangsformation, die Hütter ins Rennen schickte. Sebastién Haller, Ante Rebic und Luka Jovic gleich zu Beginn zu bringen – das dürfte auch den Gegner überrascht haben. Es war zwar nicht wie ein Stuttgarter Kollege in der Presserunde mit dem Trainer nach dem Spiel mutmaßte ein 5-2-5, aber es war mit den beiden offensiven Außen Kostic und da Costa doch geballte Wucht in vorderster Front: „Wir wollten den Gegner unter Druck setzen, zu Fehlern zwingen.“ Das, so Hütter, haben die Männer in der Offensive vor allem in der ersten Hälfte extrem stark umgesetzt. Dass dabei nicht alles gelingen wollte, gerade im Verwerten der Chancen, lässt er durchgehen: „Luka ist ein gutes Beispiel. Der hat zwar nicht getroffen, aber wie er gearbeitet, gerackert hat für die anderen – so stell ich mir das vor.“ Eine geschlossene Mannschaftsleistung habe er gesehen. Auch von denen, die reingekommen sind: „Das gefällt mir, wenn Spieler Reaktionen zeigen und sich in den Dienst der Mannschaft stellen“, bewertete er die Leistung der eingewechselten Stendera, Willems und Müller.

Aber träumt ein Adi Hütter beim Blick auf die Tabelle nicht wenigstens ein ganz kleines bisschen? Nein, ein solches Statement kann dem ehemaligen Salzburger auch auf Nachfrage von SGE4EVER.de nicht entlockt werden. Denn auch der dritte Tabellenplatz in der Nacht von Freitag auf Samstag sei ja nur eine Momentaufnahme, mutmaßte der Vorarlberger bereits kurz nach dem Spiel, dass die Welt am Samstagnachmittag um halb sechs bereits anders ausschauen würde: „Fakt ist und wichtig ist, dass wir unsere Hausaufgaben mit den drei Punkten gemacht haben.“ Hausaufgaben machen und weiter Punkte sammeln statt Träumen. Die größten Schlagzeilen macht die Eintracht derzeit eben auf dem Platz.

- Werbung -

54 Kommentare

  1. Ich habe vorhin eine lustige Zeichnung gesehen.

    Er, am Zeitung lesen,
    Sie, am Rätsel lösen
    Sie zu ihm: „Weltmacht mit drei Buchstaben“
    Er: „SGE“

  2. @49.+50.
    An dem Tag als NK uns wiederholt belogen und uns zum dritten Mal diesen Spruch zugemutet hat, habe ich die Anfangsbuchstaben aneinandergereiht und beschlossen ihn so zu nennen.
    Was eventuellen „Tiefgang“ betrifft, müsst Ihr den EISWEI persönlich fragen.

  3. Wenn Kovac in Bauernheim geflogen wird ist er erstmal „verbrannt“, dann bitte schnellstmöglich wieder eine U23 aufmachen und Kovac einen „sicheren“ Job geben…………./Ironie off

Kommentiere den Artikel

- Werbung -