Bald wieder in seinem Element: Eintracht-Trainer Adi Hütter beim letzten Auftritt seiner Mannschaft im Heimspiel gegen Basel.

Der Ball darf wieder rollen: Ab Samstag, 16.Mai, erfolgt der Wiederanpfiff der Fußball-Bundesliga nach mehr als zwei Monaten Corona-Pause. Dann geht es auch für Eintracht Frankfurt wieder los. Um 18.30 Uhr trifft die Mannschaft von Trainer Adi Hütter in einem Heimspiel vor leeren Rängen im Stadtwald auf Borussia Mönchengladbach. Eine ungewohnte Situation für alle in der hiesigen Fußballlandschaft.

Hütter jedenfalls rechnet nach der Saisonunterbrechung und der damit verbundenen „Durststrecke“ nicht unbedingt mit Fußballfesten nach dem Re-Start der Bundesliga. Es werde nicht „das Gleiche sein wie vor ein paar Wochen“, schätzt er die aktuelle Lage ein und betont weiter: „Ich kann mir vorstellen, dass die Spiele am Anfang eine nicht ganz so hohe Qualität haben werden, weil viele Dinge neu sein werden.“ Dazu gehören auch die verwaisten Plätze in den Stadien. „Es geht jedem Verein so. Egal wo man spielt, sind die Zuschauer der zwölfte Mann.“ Auf die Eintracht würde das im Besonderen zutreffen, worauf er seine Schützlinge in den kommenden Tagen einstellen möchte: „Ich muss die Mannschaft mental darauf vorbereiten.“ Den Unwägbarkeiten zum Trotz, in einem Aspekt ist sich Hütter am 26. Spieltag sicher: „Die Freude wird aber bei allen da sein.“ 

Zuvor hätten Mannschaft und Betreuerstab „ein Wechselbad der Gefühle“ hinter sich gebracht. Die Ungewissheit in der Krise, mit der viele zu kämpfen haben, hat sich auch auf den Sport ausgewirkt. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) war somit gezwungen, ein Hygienekonzept für die ersten beiden Spielklassen zu entwickeln, das schließlich von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der 16 Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch abgesegnet wurde. Hütter habe die kritischen Töne aus der Gesellschaft rund um das Thema Fußball zwar vernommen, er lobt aber auch den Verband für die getane Arbeit: „Die DFL hat einen super Job gemacht und tolles Konzept entwickelt. Wir sind sehr dankbar, dass wir wieder unserem Beruf nachgehen können.“

Zwischen Matchplan und Hygienekonzept

Nun geht es für die Teams also nicht nur darum, den Matchplan umzusetzen, sondern auch die Auflagen der DFL neben dem Platz zu erfüllen. Das beginnt bei der Quarantäne der Hütter-Elf in einem Frankfurter Hotel. An Spieltagen und zu Trainingseinheiten wird der Tross mit zwei Bussen zum Waldstadion und wieder zurück kutschiert. Hütter vergleicht das mit einem Trainingslager und erklärt weiter: „Wir sind in einem Haus, werden in zwei Hälften essen. Wir werden versuchen, einen Raum zu gestalten, in dem man mal zusammen Playstation spielen kann.“ 

Für den 50-Jährigen persönlich ist ein Aspekt der Maßnahmen, dass er zum Beispiel einen Mund-Nase-Schutz auf der Trainerbank tragen muss. Unmittelbar am Spielfeldrand könne er die Maske abnehmen, um seinen Jungs Anweisungen zu geben. Hütter bittet aber schon jetzt, „unbewusste Fehltritte“ nicht „zu eng zu bewerten.“ Das eine oder andere würde in der Hinsicht sicherlich falsch gemacht werden. Der Trainer versichert jedoch: „Wir halten uns an die Auflagen. Wenn ich auf der Bank sitze und eine Maske tragen muss, dann mache ich das.“ Das gelte auch für die Spieler: „Wenn es in die Zweikämpfe geht, versucht man auch den Zweikampf zu gewinnen. Außerhalb des Spielfeldes verhalten sich alle hygienemäßig höchst professionell.“

Auflagen rund um den Übungsbetrieb hatte es auch schon vorher gegeben. Nachdem seit April unter Einschränkungen und in Kleingruppen trainiert werden durfte, ist das Team seit Donnerstag wieder im Mannschaftstraining. „Die Spieler freuen sich, dass sie wieder elf gegen elf Fußball spielen können“, gibt der Hütter einen Einblick in das Seelenleben der Profis. Zumal alle wieder auf dem Rasen stehen und ihrem Beruf nachgehen wollen: „Ich habe nach dem Go der Politik die Spieler gefragt, ob es jemanden gibt, der nicht trainieren oder spielen möchte. Aber alle bei uns wollen dabei sein“. Die beiden ersten Einheiten hätten ihm gezeigt, „welchen Spaß die Jungs haben.“ Bei aller Freude, vergisst Hütter aber nicht, worum es eigentlich geht und kommt im gleichen Atemzug sofort auf das Sportliche zu sprechen: „Ich war überrascht, wie gut das schon funktioniert hat, vom Tempo und vom Taktischen her.“

Zurück zum Sport

Dennoch: Dass es am Ende dann doch so schnell ging, sei für den Österreicher überraschend gewesen. „Daher ist die Zeit jetzt sehr knapp.“ Im Kleingruppen-Training sei viel am Positionsspiel gearbeitet worden. Mit Beginn des Mannschaftstrainings kommen nun die Zweikämpfe dazu. Zeit, sich taktisch auf den Re-Start vorzubereiten, bleibe kaum, denn „es geht jetzt Schlag auf Schlag“. Der Terminkalender der Bundesligisten ist eng getaktet. Hütter will bei den vielen Englischen Wochen auf Rotation setzen: „Wir brauchen jeden einzelnen Spieler. Und man muss ganz genau überlegen, wann und wie man rotiert. Es wird bei mir keine Mannschaft geben, die in dieser Phase nur durchspielen wird.“

Es gehe nun darum „es besser zu machen als vor der Corona-Pause.“ Zwar sei die Mannschaft im Winter zunächst gut in die Rückrunde hineingekommen, aber es wurden vor der Unterbrechung „zwei schwere Auswärtsspiele gegen starke Gegner verloren.“ Zudem wurmt Hütter immer noch die Heimniederlage gegen Union Berlin. Nun soll das Ruder also wieder herumgerissen werden. Dabei geht der Trainer jedoch nicht so forsch vor wie Stürmer Bas Dost, der jüngst vorgerechnet hat, dass das Team noch alle Spiele gewinnen und so in die Europa League einziehen könne. Der Niederländer sei „grundsätzlich ein positiver Typ, träumen darf man immer“, sagt er und lässt sich zunächst ein bisschen von Dost verleiten: „Es wäre Hammer, wenn wir das umsetzen können.“ Ganz so einfach ist es dann doch nicht. „Es ist schwer umsetzbar und hochgegriffen. Aber wir versuchen natürlich, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen“, gibt Hütter einen Ausblick, was die Eintracht-Fans vor den Fernsehgeräten nach dem Bundesliga-Neustart ab dem 16. Mai erwarten könnte. 

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13 Kommentare

  1. Ich freue mich auch, unsere Eintracht, die BL bald wieder im TV zu sehen. Dass ich es für zu früh halte, auch die Lockerungen insgesamt, gehört auch zu meiner Wahrheit.
    Der Fussball gibt uns viel, die jahrzehntelangen Freundschaften, im Waldstation gewachsen und über das Spiel und den Fussball hinaus verfestigt und gelebt.
    Fussball ohne Fans ist Fussball ohne Atmosphäre und würde auf Dauer immens an Bedeutung einbüßen, auch das ist Realität.
    Bleibt zu hoffen, dass dies endlich auch dem größten Goldsteakverschlinger und vielen mehr unter den Höchstverdienern ersichtlich wird.
    Wenn wir schon beim Thema sind…
    die Profis von Werder verzichten auf gerade mal 2,5% ihres Jahresgehalts, während viele von uns mit Kurzarbeitergeld und ALG2-Aufstockung überleben müssen, erbärmlich. Gott sei Dank gibt es positive Ausnahmeprofis, mögen es mehr werden. Ich stehe vor der Entscheidung, meine nicht nutzbaren Dauerkartenanteile zu spenden, die SGE bietet vorbildlich eine breite Auswahl an. Ist Euch bekannt, in welcher Höhe der Spendenanteil den sozialen Einrichtungen zu Gute kommt?
    Die Profis sollten ihre Chance nutzen, etwas zurückzugeben, das ist definitiv kein unverschämter Wunsch. Es gibt eine Vielzahl Bedürftiger, sozialer Einrichtungen,
    medizinisch/wissenschaftlicher Institutionen, die allergrößte Hilfe benötigen.
    Bleibt bitte alle gesund, dass wir uns so bald, wie möglich wiedersehen können, im Stadion und anderswo.

  2. Die Spenden gehen zu 100% an die gewählte Einrichtung. Du kannst auch splitten also einen Teil spenden, einen Teil bei der Eintracht lassen, Gutschrift etc. Schau auf der Eintracht HomePage dirt wird alles erklärt.

  3. @2Dr.Hammer, danke für deine Info, hilfreich und ermutigend, so ist es sinnvoll.
    Etliche Menschen und Institutionen hängen aktuell am überlebensnotwendingsten Tropf, für sie zählt jeder Cent, das sollte uns allen bewußt sein.
    Auch und insbesondere an die Profis, die jetzt (angeblich) Vertragsverlängerungen mit unmoralischen Summen fordern…
    Ich spreche jetzt nicht unsere Eintracht an, jeder Insider weiß, wovon ich schreibe. Möge es bei uns nie soweit kommen…und die löblichen Hilfsaktionen noch ausgeweitet werden, ich hoffe, dass dies auch bei den möglichen Machern ankommt.
    Bleibt alle gesund.

  4. @1. frankfurter jung:
    Der Hinweis von „Dr. Hammer“ ist richtig.
    Ergänzend möchte ich noch anmerken, dass Du die Möglichkeiten der individuellen Verteilung am deutlichsten siehst, wenn Du bei der Eintracht angemeldet bist, was Du ja ohnehin machen musst um Deine Dauerkarte in die Ticketbörse einzustellen.
    Dort wird Dir dann, nach Eingabe der EF-Nummer, der IF-Nummer und der 14-stelligen Kartennummer ein Fenster aufgemacht, in dem Du alle 5 verbleibende Heimspiele einzeln dargestellt bekommst.
    Für jedes der 5 Heimspiele kannst Du dann individuell wählen zwischen Rückerstattung durch Überweisung, Rückerstattung durch Gutschein (Fanshop etc.), Spende an eine von 4 sozialen Institutionen wie z.B. Tafel Frankfurt oder Verzicht zu Gunsten von Eintracht Frankfurt.
    Der Vorgang dauert normalerweise höchstens 5 Minuten und ist gut verständlich aufgebaut.

  5. @4.G-Block, vielen Dank, ein gutes Konzept der SGE, das jedem nach seinen Möglichkeiten ge-
    recht wird.
    Dir/Allen ein angenehmes Wochenende
    Bleib/Bleibt gesund.

  6. @ G-Block,
    lese deine Berichte sehr gerne.Wollte es eigentlich nicht öffentlich schreiben, aber man sieht auch andere haben Fragen dazu. Du machst Mut und meinst höchstens 5 Minuten. Das gilt aber sicher nur für die die das täglich machen.Bin online ein gebranntes Kind. Stimmt ist alles toll erklärt. Aber ich komme erst gar nicht in diese Ticket Börse rein um mich anzumelden. e-Mail Adresse falsch.
    Aber ich habe ja noch ein paar Tage. Es würde mir in der Seele weh tun wenn ich der Tafel nichts spenden könnte. Habe gerade gelesen, falls es was neues gibt, das die Eintracht uns weiter informiert.

    Bleibt alle gesund und steckt euch nicht an. Damit wir unsere Eintracht, wann auch immer wieder, lauthals unterstützen können.

    Adlergruss zampie

  7. @6. zampie07 :
    Da noch mehr als 50% der Rückabwicklungszeit verbleibt (Start 04.05. / Ende 31.05.) und wir heute Samstag haben wo einfach viele noch vorhaben ihre Tageskarten für Heimspiele, Tageskarten für Auswärtsspiele, Restbestände an Tageskarten für das EL-Heimspiel geg. Basel und Saison-Dauerkarten einzustellen und abzuwickeln, ist der Server natürlich wieder stark belastet.
    Ein besserer Zeitpunkt hierfür ist eindeutig abends ab 21.00 Uhr bzw. Nachts.
    Da ist die Frequenz auf der Seite niedig bis gar nicht vorhanden.
    Dies als Erklärung, warum Du oder andere, vor allem am Wochenende kaum bis gar nicht auf den Server kommen.
    Die andere Problematik die Du beschreibst, was Deine email-Adresse angeht, hört sich aus der Ferne betrachtet so an, als wärest Du bereits angemeldet, allerdings unter einer anderen email-Adresse.
    Das merkt das System dann anhand Deines Namens und Deiner hinterlegten Adresse.
    Zwei Anmeldungen mit gleichem Namen und identischer Adresse, aber unterschiedlichen email-Adressen sind unzulässig.
    In diesem Fall, insofern Du es also für Dich nicht mehr nachvollziehen kannst, solltest Du die Funktion „Passwort vergessen“ bzw. „Benutzernamen“ vergessen verwenden.
    Sollten diese Schritte auch fehlschlagen, ruf am Montag beim Kundenservice an oder schreib eine email an info@eintrachtfrankfurt.de.
    Dir und allen anderen Usern hier auch ein schönes Wochenende und gebt bestmöglichst weiterhin auf Euch acht.

  8. @G-Block,

    ich wusste das ich mich auf dich verlassen kann. Dafür lese ich deine Berichte schon zu lange. Danke auch die Anregungen wegen den Wochentagen und Uhrzeit. Wenn ich es in den nächsten gut 2 Wochen hin bekomme, melde ich mich wieder hier. Ich werde dann ein Spiel mehr der Tafel spenden, weil du mir geholfen hast. Als kleines Danke schön.

  9. @G-Block, gut, dass es Dich gibt in diesem Forum, andere natürlich auch.
    Aber für Deine Kompetenz, Dein Engagement und Deine fundierten Informationen, interessant und gut für uns Alle, sage ich einfach mal und sehr gerne DANKE.

  10. Seitdem ich GBlock hier kennengelernt habe brauche ich kein Bild und Kicker mehr.
    Ich lade Dich sehr gerne zum Stammtisch in Frankfurter Haus ein GBlock.
    Hast du mehr als verdient. Da kommt der Chris bestimmt auch dazu

  11. Ich erwarte auch jetzt von Adi dass die Spieler alles geben. Das war m.e. viel zu häufig nicht der Fall und er versteinert und ideenlos auf der Linie will ich auch nicht mehr sehen!

  12. @10.
    FPS Paul:
    Auch Dir Paul, möchte ich gerne Danke sagen.
    Zum einen für die lobenden Worte, zum anderen für die Einladung, der ich sehr gerne folgen möchte.
    Vielleicht kannst Du mir in Zusammenarbeit mit der Redaktion eine email senden, aus der ich die „Eckdaten“ wie zum Beispiel Datum und Uhrzeit entnehmen kann.
    Ich komme gerne und freue mich über die Einladung.
    Komplimente habe ich aber auch an Dich zu vergeben, da der FPS-Fantalk das Forum hier noch etwas dynamischer und offener gemacht hat, in dem man einigen freiwilligen nach jedem Heimspiel die Gelegenheit gab bzw. gibt, aktiv und undifferenziert über aktuelle Themen live mitzureden.
    Ich lese den FPS-Fantalk sehr gerne.

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