Niko Kovac bleibt weiter seiner Linie treu

Kovac mit Statement zu Kritikern: Der aufkeimenden Kritik an Spielweise und Team lässt Trainer Niko Kovac keinen Spielraum. Vielmehr kann er sich einen kleinen Seitenhieb in Richtung Charly Körbel nicht verkneifen: „Der Charly kann das vielleicht besser einschätzen. Der ist schon länger hier. Mit mir gesprochen hat er darüber aber nicht“, gibt der Kroate mit einem Schmunzeln zu Protokoll. Dennoch äußert er sich auch ernsthaft zu der Thematik: „Ich bin der Meinung, dass es so, wie es momentan dargestellt wird, nicht ist. Das ist mir zu einfach. Gehst du nach links, sagen alle, du musst nach rechts und umgekehrt. Nach dem Spiel ist jeder schlauer und jeder weiß es besser. Wir haben Potenzial nach oben. Es ist aber nicht alles so schlecht, wie es zum Teil gemacht wird“,  erteilt er den Kritikern eine Absage und zieht auch gesellschaftliche Vergleiche: „Es ist wie immer im Leben. Es gibt Menschen, die sehen es so, andere sehen das anders. Das ist ein gesellschaftliches Problem. Wir müssen uns mal fragen, ob die Erwartungshaltung von uns Menschen nicht viel zu hoch ist. Von daher kann ich die Hektik nicht verstehen. Aber das ist so, das werd ich nicht ändern können.“ Das, so Kovac, gehe nur gemeinsam. Die aktuelle Situation relativiert er zusätzlich: „Es ist doch noch gar nichts passiert. Drei Spieltage sind gespielt, wir sind drei Punkte von Platz Sechs weg. Wir haben zwei Heimspiele verloren, das ist richtig. Aber die ganzen Depressionen hier sind total überzogen.“

Hradecky kehrt zurück: Eintracht-Keeper Lukas Hradecky wird der Eintracht während des kommenden Heimspiels gegen den VfB Stuttgart aller Voraussicht nach zur Verfügung stehen. Der Finne kehrte gestern ins Mannschaftstraining der SGE zurück, die letzten Tage hatte er wegen Rückenproblemen pausiert. Hradecky stand in bisher allen Pflichtspielen der SGE in der Startelf und spielte diese durch.

Videobeweis als „Benefit“: Trotz einiger strittiger Situationen, die auch die Frankfurter Eintracht direkt in ihren Spielen betrafen, zieht Trainer Niko Kovac ein positives Zwischenfazit zur Einführung des Videobeweises: „Der Großteil wurde richtig entschieden. Man hat ohne Videobeweis diskutiert, jetzt hat man ihn und man diskutiert auch. Man kann es den Menschen eben nicht recht machen.“ Der Kroate hingegen, der als Verfechter der neuen Technik gilt, sieht, dass der Videobeweis allen Beteiligten helfen würde.

Bundesliga hinkt hinterher: Das schlechte Abschneiden der Bundesligaklubs auf europäischer Ebene in den vergangenen Tagen, bei denen alle Vertreter ihre Spiele verloren haben, sieht Trainer Niko Kovac vor allem in finanziellen Ungleichheiten begründet: „Das Niveau der deutschen Bundesliga ist gut, international sind andere Verbände aber weiter, weil sie mehr Geld zur Verfügung haben.“ Gerade in den Top-Ligen seien Legionäre mit hoher Qualität zugegen: „In England spielen wenig Engländer. Das sind alles Dazugezogene, die das Niveau nach oben schieben. Das kann aktuell keiner außer Bayern und Dortmund in der Bundesliga“, sieht der 45-Jährige auch in der deutschen Eliteklasse aktuell Unverhältnismäßigkeiten.

Fabián auf der Waldtribüne: Vor dem morgigen Heimspiel öffnet auch die Waldtribüne wieder ihre Pforten. Neben dem ehemaligen Schiedsrichter Walter Eschweiler und einigen Vertretern des Geburtstagskindes EFC Äppelwoi wird auch Marco Fabián zu Gast sein. Der Mexikaner wird sein Spendenprojekt, das er gemeinsam mit Teamkamerad Carlos Salcedo ins Leben gerufen hat, vorstellen.

U17-Spieler nominiert: Patrick Finger von der U17 der Eintracht ist von Trainer Michael Prus für die Länderspielreise der deutschen U17-Junioren nach Dänemark nominiert worden. Dort wird der Adler am 5. und 7. Oktober zum Kader der Nationalmannschaft gehören.

 

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7 Kommentare

  1. Ist Hradecky ins Mannschaftstraining zurückgekehrt um morgen spielen zu können, nach dem Motto, irgendwie wirds gehen oder gibt es einen Konsens mit seiner tatsächlichen Gesundheit und der medizinischen Abteilung bzw. der Ärzte.
    Einen motivierten aber körperlich angeschlagenen und gehandicapten Hradecky können wir uns morgen im Tor nicht leisten.
    1. führt das zu Leistungsminderung und möglicherweise zu Chancen des Gegners und 2. reduziert das potentiell unser Wechselkontingent.
    Einen fitten Zimmermann würde ich dann einem angeschlagenen Hradecky vorziehen.

  2. Im März 2016 gg. BMG entschied sich NK für Hradecky anstatt für Lindner, obwohl LH unmittelbar zuvor wegen Rückenbeschwerden (Hexenschuss) nicht am Training teilnahm. Alle 3 Gegentore waren mehr als unnötig, mindestens 2 konnte man als grobe TW-Patzer bezeichnen; und die Aufstellung von LH als Fehlentscheidung des Trainers. …

  3. @zizou:
    Das trifft genau was ich meine.
    Ich hoffe der Einsatz von LH wird hinreichend überdacht.
    „Auf Biegen und Brechen“ wäre jedenfalls möglicherweise sonst ein Bärendienst.

  4. Es wäre schön, wenn sich Kovac mal der Kritik stellt und nicht immer mit seinen weltverbesserlichen Äußerungen kommt. Wir sprechen hier über Fußball und natürlich ist das mitunter ein Spiegelbild der Gesellschaft, aber es ist einfach nicht wahr, dass alle erst hinterher schlau sind und aus den Ecken kommen. Und gerade bei der Eintracht bringt mal viel Geduld auf, weil man es einfach seit Jahrzehnten gewohnt ist und der jedes Jahr versprochen nächste Schritt nicht kommt und m. E. auch nicht kommen kann (Thema Geld). Wenn man z. B. nur die Aufstellung vom Spiel gegen Leipzig nimmt, die man ja erst eine Stunde vor Spielbeginn bekommt, gab es einen Aufschrei und keiner hat gesagt genau richtig. Er hat es leicht sich in der Öffentlichkeit ein Podium zu suchen. Wenn er sich in zwei von 6 Spielen ein wenig selbst kritisiert, sollte er auch daraus lernen. Natürlich spielen 15 von 20 Mannschaften den gleichen langweiligen Stiefel, aber muss unbedingt die Eintracht dazu gehören? War noch selten so gespannt, auf die Aufstellung wie heute.

  5. Es ist einfach unseriös und unredlich, das Gekicke von Leipzig auf die kompletten ersten 6 Spiele zu übertragen. Das wurde zum Teil gemacht und DAGEGEN würde ich mich auch wehren. Die Eintracht war meist sehr bemüht, das Spiel zu machen. Wenn der Trainer anmerkt, dass da AUCH vieles noch nicht klappen kann, weil die Automatismen und Laufwege noch fehlen, hat er doch völlig recht. Wenn hier der Eindruck erweckt werden soll, wir würden nur destruktiv spielen, ist das einfach falsch und meiner Meinung nach eine Unverschämtheit dem Trainer gegenüber. Und da bin ich wie gesagt 100% beim Trainer, denn wir stehen mit 2-1-3 nicht gut, aber ischer auch nicht schlecht da. Er dort, wo wir hingehören.

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