Lukas Hradecky zeigt auch in dieser Saison starke Leistungen im Kasten der Eintracht, welchen Spielern er nächste Saison die Bälle zuspielen wird, lässt er aber weiterhin offen.

Torhüter Lukas Hradecky hofft, dass Eintracht Frankfurt den derzeitigen Lauf fortsetzen kann. Wie es bei ihm in Sachen Vertragsverlängerung aussieht, wollte und konnte er indes nicht verraten. Sein Fokus liegt voll und ganz darauf, mit seinen Kollegen eine möglichst erfolgreiche Saison zu spielen, in der es im kommenden Spiel nach Sinsheim geht, wo die TSG Hoffenheim den aktuellen Tabellensiebten aus der Mainstadt zum Tanz bittet.

Schnell ist klar geworden, dass Hradecky nur über das Sportliche reden wollte: „Zur Zukunft kann ich nichts weiter sagen. Ich weiß nicht, was passieren wird.“ Das sei der momentane Stand der Dinge, gab der Finne weiter zu Protokoll. Seit fast einem Jahr ziehen sich inzwischen die Vertragsangelegenheiten des Stammtorwarts hin. Seitdem ist viel Wasser den Main entlang geflossen. Passiert ist aber so gut wie nichts, außer dass Familie Hradecky auch das zuletzt abgegebene Angebot der Eintracht abgelehnt hat, woraufhin die Verantwortlichen des Vereins dieses zurückgezogen haben. Für Gespräche sind beide Seiten jedoch nach wie vor offen, heißt es. Der Nationaltorwart seines Landes erklärt, er halte sich aus der Angelegenheit weitestgehend raus. Sein Vater regelt die Verhandlungen, dem Sohn bleibt nur brav folgendes dazu zu sagen: „Wenn etwas unterschriftsreifes auf dem Tisch liegen sollte, dann werde ich das machen.“ 

Wie dem auch sei, seine ungewisse Zukunft scheint dem Mann zwischen den Pfosten nicht weiter zu stören, auch wenn die Nummer Eins der Hessen seinen Status als Publikumsliebling durch sein Verhalten in den zurückliegenden Monaten so gut wie verloren hat. Zwar muss er zugeben, dass die Unmutsbekundungen der Fans im Sommer, als viele von ihnen sich einen Verkauf Hradeckys wünschten, damit die Eintracht wenigstens noch ein bisschen Ablöse hätte einstreichen können, „nicht schön“ waren. Seinen gewohnt guten Leistungen tut das ganze Hin und Her um seine Person aber keinen Abbruch.

Hradecky in Bestform

So ist Hradecky ein Garant für die erfolgreiche Defensive der Frankfurter. Das ist auch dem Anhang nicht verborgen geblieben, der seine Leistungen zu würdigen weiß. Nicht umsonst bekam der „Adler der Saison 2015/16“ zuletzt gegen Werder Bremen die selten vergebene SGE4EVER.de-Lesernote 1,0. Der Torhüter hofft, dass er seine Leistungen weiter bestätigen kann und hebt hervor: „Wenn ich der Mannschaft weiterhelfen kann, dann bin ich froh.“

Hradecky hat mit seiner Form ohne Zweifel seinen Anteil an dem momentanen Lauf der Eintracht. Der Torhüter hofft, dass nicht nur er, sondern das ganze Team den Rückenwind durch die Ergebnisse vor der Länderspielpause in die nächsten Partien mitnehmen kann. Die letzte Niederlage liegt bald zwei Monate zurück. Am 23. September verlor die Eintracht in Leipzig. Danach blieb die Mannschaft von Trainer Niko Kovac in sechs Spielen ungeschlagen. Es folgten drei Siege und zwei Unentschieden in der Bundesliga, zwischendurch wurde zudem die nächste Runde im Pokal erreicht.

Kein Weg vorbei: Lukas Hradecky macht sich breit.

Der 27-Jährige kann die derzeitige Situation trotz der guten Ergebnisse richtig einschätzen. Er weiß, dass die drei Last-Minute-Treffer gegen den VfB Stuttgart, Hannover 96 und gegen Werder Bremen neun Punkte gebracht haben: „Wenn wir die nicht geholt hätten, würde es anders aussehen“. Hradecky spricht von „glücklichen Siegen“ und warnt gleichzeitig, dass das Pendel auch schnell wieder in die andere Richtung ausschlagen kann: „Die Spiele, in denen wir gut spielen, aber nicht so viel mitnehmen, werden auch noch kommen.“ Trotzdem konnte in den letzten Wochen das nötige Selbstvertrauen getankt werden, um auch das nächste Spiel gegen Hoffenheim optimistisch angehen zu können.

„Ich bin mir sicher, dass wir etwas holen können“

Hradecky spricht von einem „schwierigen Gegner“, der am Samstag auf die Eintracht wartet. Der Europa-League-Teilnehmer mache seine Sache gut, dennoch sagt der Torwart: „Wenn es bei uns so weitergeht wie bisher, bin ich sicher, dass wir etwas holen können.“ Dabei baut er auf die auch in dieser Saison gut funktionierende Defensivabteilung der Kovac-Truppe. Ein Grund dafür in den Augen des Torhüters ist, dass erfahrene Spieler wie David Abraham und Makoto Hasebe geblieben sind und die richtigen Spieler auf dem Transfermarkt gefunden wurden. Die neuen Akteure, wie Simon Falette, würden sich zunehmend steigern und „je mehr wir trainieren, desto besser werden wir.“

Ob eine gute Defensive am Samstag gegen die Kraichgauer reichen wird, wird sich herausstellen. Das soll aber nicht das einzige Rezept sein, um zu bestehen. Hradecky weiß um die „gute fußballerische Qualität“ der Hoffenheimer, „aber sie sind auch nur Menschen und machen Fehler. Wir müssen Druck ausüben, es gibt Mittel gegen sie, die wir einsetzen können.“ Beim letzten Aufeinandertreffen im Frühling diesen Jahres „haben wir ein gutes Auswärtsspiel gemacht“, erinnert sich „Mr. Clean Sheet“, wie der Torwart vor seiner Zeit bei der SGE in Dänemark gerufen wurde, zurück. Damals musste sich die Eintracht durch einen Gegentreffer in der 90. Minute geschlagen geben. Der Torschütze übrigens war Benjamin Hübner, der Sohn von Sportdirektor Bruno Hübner.

Mindestens sechs bis sieben Punkte vor Weihnachten

Es war eines der wenigen guten Spiele der SGE in der vergangenen, ergebnisschwachen Rückrunde. So etwas wie im Frühling dürfe nicht mehr passieren, gibt Hradecky die Richtung vor und hofft, dass die Mannschaft aus der damaligen Situation gelernt hat. In Abstiegsangst möchte er in dieser Saison nicht mehr geraten. Also hofft der Finne, dass bis Weihnachten noch mindestens sechs bis sieben Punkte auf das Konto der Eintracht kommen. „Ich könnte mir vorstellen, dass das ein guter Anfang wäre, sodass wir sicher im Mittelfeld platziert bleiben können“, erklärt Hradecky und sagt weiter mit dem Blick auf Samstag gerichtet: „Wir konnten vor der Länderspielpause den Tabellenkeller auf Distanz halten. Wir freuen uns jetzt auf das Spiel gegen Hoffenheim. Vielleicht können wir uns danach weiter oben festbeißen.“

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14 Kommentare

  1. Wichtig ist, dass Berthold sich endlich mal zu Hradecky äußert 😉

    Auch wenn Hradecky ein guter Torhüter ist, wir bekommen nie Ruhe rein und selbst bei Vertragsverlängerung wird es meiner Meinung nach immer Gerüchte geben. Deswegen lieber im Winter verkaufen und sich jetzt schon nach gutem Ersatz umschauen ( Hitz etc…)
    Trapp wird’s wohl leider nicht werden 🙁

  2. Ich habe mittlerweile auch die hier oft diskutierte Meinung angenommen, dass die Torwartfrage keine Baustelle werden wird. Es gibt immer sehr gute Torleute in D. Mit Hradecky wär es natürlich super, ohne ihn wird ein anderer den Job halt machen. Da vertraue ich auf Hübner und Bobic, das Richtige zu entscheiden.

    Hradecky hat aber die einzigartige Chance aufgrund seiner freundlichen Art und der gezeigten guten Leistungen noch viele Jahre bei der Eintracht viel Schönes und Gutes zu erleben und dabei in erster Reihe stehend auch selbst aktiv mitzugestalten. Und er würde auch ein Topgehalt von der Eintracht bekommen.
    Er sollte mal mit seinem Papa (oder besser auch mal mit Mama) reden, was neben noch mehr Geld für ihn persönlich als erwachsenen Menschen auch wichtig ist (und werden wird), er ist ja kein Teenie mehr.

    Er könnte meinetwegen gerne bis zum Karriereende bleiben. Wenn er aber nicht will, dann ist es halt so.

    FORZA SGE!

  3. Bei diesem Thema kann man entspannt bleiben. Die Torhüterposition ist die unwichtigste überhaupt. Wenn der Rest der Mannschaft das macht was sie soll, dann kommen vlt. 2-3 halbgefährliche Dinger auf den Kasten pro Spiel. Beste Beispiel M.Neuer: bekommt 3 Schüsse im Spiel aufs Tor und 1 bis 2 gehen rein (für mich viel zu hochgehandelt der Typ… aber naja).
    Ich will sagen: mir is egal wer da steht (bis auf Hitz … der hat diese Saison schon wieder sehr oft bei Kleinigkeiten gewackelt und is auch nich mehr der jüngste…. da könnten wa auch unsern Zimbo befördern)

  4. Ich lese sehr viel aber ob alles wahr ist was Bild oder Kicker schreiben sei dahingestellt.
    Ich habe mal einen Abschnitt eines Bild Berichtes kopiert von der Offiziellen Eintracht Seite:

    Mög­lich, dass noch ein­mal über das bis­he­ri­ge An­ge­bot von fast drei Mil­lio­nen Euro pro Jahr dis­ku­tiert wird. Ende: offen. Al­ler­dings hatte die Hr­a­de­cky-Sei­te für Ein­tracht un­mög­li­che 4,5 Mio Euro ge­for­dert. Diese Summe kann er in der Bun­des­li­ga le­dig­lich bei Bay­ern, Dort­mund oder Wolfs­burg ver­die­nen.

    Ich sage mal , kein Wunder das bei dieser Summe die Vertragsverhandlungen stocken…..das kann die Eintracht nicht zahlen. Würde im Winter wieder verhandelt werden, sollte sich L.H. mal selbst hinterfragen was Ihm wichtiger ist.

  5. zu diesem Thema wurde glaube ich schon alles gesagt, kommt halt noch mal vor der Wintertransferperiode hoch. Ich kann mit beiden Lösungen (Bleiben oder Gehen) leben, in der FNP steht auch, dass das Management sich schon seit „Jahren“ mit dieser Personalie beschäftigt hat, somit haben die auch einen gescheiten Ersatz in der Hinterhand. Vom mittlerweile zurückgezogenen Angebot hat sich die SGE ja an die Decke gestreckt.

  6. Leidiges Thema.
    Eine Verlängerun hätte ein bitteren Nachgeschmack Auf Grund des hin und hers in diesem Sommer. Thema müsste längst beendet sein.
    Auch im Ausland gibts gute Torhüter. Werder hat diese Saison erst einen aus Tschechien geholt für „wenig“ Geld.

  7. „Er weiß, dass die drei Last-Minute-Treffer gegen den VfB Stuttgart, Hannover 96 und gegen Werder Bremen neun Punkte gebracht haben“
    er ist halt sehr sehr schlau 😉

  8. Ich würde ja sagen die drei Last-Minute-Treffer haben je nur 2 Punkte gebracht, also 6 in der Summe 😉 Aber das ist wohl Ansichtssache…

    zu LH: Die Aussage, dass er da nicht involviert sei, finde ich grandios peinlich. Jeder normale Mensch nimmt Einfluss darauf, wo er bei einem anstehenden Jobwechsel arbeiten möchte, welche Mannschaft ihn reizen würde und was seine Ziele sind. Aber da es scheinbar nur um das Gehalt geht und die anderen Faktoren eine untergeordnete Rolle spielen (andernfalls könnte er sagen er fühlt sich hier wohl und wertgeschätzt und wünscht von seinem Vater, dass es zu einer Einigung kommt), muss man das nüchtern zur Kenntnis nehmen und einen Haken dran machen.. Wie unser Fredi das auch getan hat 🙂

  9. @8.
    Wo genau sagt Lukas, dass er nicht involviert sei und keinerlei Einfluss auf seine beruflichen Belange hat bzw. nimmt? An seiner Stelle würde ich auf notorisch-dämliche Fragen genauso antworten oder noch besser: „Es gibt aktuell nichts neues zu berichten!“ Und daran sollten sich dann auch sämtliche Sportredakteure halten – zumindest die, welche nicht weiterhin das Gewäsch und Geläster über LH im Umfeld befeuern möchten.
    Ich bin sicher, wenn die Hradeckys ein attraktiv(er)es Angebot bekommen -oder bereits haben-, dann wird LH wechseln – womöglich bereits in der WP.
    Falls nicht, wird er bei uns einen ‚unterschriftsreifen‘ Vertrag unterschreiben und (wer weiß wie lange) bleiben.
    Das soll keineswegs heißen, dass LH sich seine Zukunft betreffend ggü. Verein und Medien bisher sonderlich clever verhalten hat, im Gegenteil.

  10. Kurz und knapp:
    Wenn er bei uns 700.000& angeblich verdient, fast 3 Mio angeboten bekommen hat und dieses ausschlägt , dann hat er was anderes bereits Save! Fakt ist er wechselt ablösefrei und darf es noch nicht kommunizieren! Wie bei Sefe und Rode damals auch! Bei Kempf in Freiburg finde ich die Kommunikation besser, Freiburg sagt er verlängert nicht, weil er ablösefrei wechseln möchte! So geht es auch zu kommunizieren!

  11. „…dann hat er was anderes bereits Save!“

    Und das müsste dann nicht nur extrem safe sein, sondern auch noch richtig fett.
    Weil es sich sonst nämlich überhaupt nicht rechnet.

  12. Zu @10
    Ja das wäre ehrlich.

    LH mag eine Super Tormann sein. Aber als wir ihn geholt haben war er ein Nobody. Dank auch unseres Torwarttrainers und unserer starken Defensive ist er dies geworden. Im finnischen Nationaltor sieht er übrigens ganz alt aus. Aber solange die Fam. Hradecky nur an der Fam. Hradecky interessiert ist und ihr unsere SGE völlig egal ist, ist es mir völlig egal wo er spielt. Den Adler auf der Brust hat er nicht verdient. Da gehört mehr als sportliche Leistung dazu.

  13. @10.
    Völlig egal, überflüssig und unsinnig sind insb. solche Absonderungen über LH.
    Neben seinen weit überdurchschnittllichen, oft genug spitzenmäßigen sportlichen Leistungen ist er für Team und Verein eine wichtige Integrationsfigur sowie ein klasse Typ und Charakter – und das ziemlich konstant seit mehr als 2 Jahren für relativ (ja, fast lächerlich) geringe Vergütung.
    Nee, auch wenn das diverse Fans von einem Spieler wie selbstverständlich erwarten, man muss sich den Adler nicht unbedingt in die Brust schnitzen, um ihn zu „verdienen“.

  14. Zu @13
    Völlig unsinnig LH als Integrationsfigur zu sehen. Dazu gehört für mich auch ehrliche Aussagen, an die ich mich halte. Na ja vielleicht für dich nicht. Und woher weisst du wie hoch sein derzeitiges Gehalt ist. Reine Spekulation.

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