Trainer Niko Kovac gibt die Richtung vor gegen seinen alten Verein.

Prall gefüllte Wochen stehen für die Frankfurter Eintracht an. Fünf Spiele binnen 17 Tagen. Die erste Etappe führt die Kovac-Elf am Sonntag in die Hauptstadt nach Berlin, wo es zum Aufeinandertreffen zwischen der Hertha und der SGE (15:30 Uhr) kommt. Für Niko Kovac, Fredi Bobic und Kevin-Prince Boateng ein Treffen mit der „Ex“. Rund 3000 Fans werden die Mannschaft an den Ort des Pokalfinales begleiten, wo Bundesliganeuling Sören Storks sein drittes Spiel in der höchsten deutschen Spielklasse pfeifen wird.

Wieder Qual der Wahl – Fragezeichen hinter Hasebe

Positive Nachrichten gab es im Vorfeld von Trainer Niko Kovac. Erneut standen 22 gesunde Feldspieler am Freitagvormittag auf dem Trainingsplatz. Mascarell und Chandler werden demnächst auch wieder zurückkommen, Fabian drehte heute bereits fleißig Runden. Wieder muss der Kroate aus einer Qual der Wahl heraus Entscheidungen treffen. Im Vorfeld der Saison ging man vom „worst case“ aus und hat damit gerechnet, dass sich Leistungsträger auch mal verletzen: „Jetzt haben wir sehr wenige Verletzungen. Das spricht für unsere Trainingsplanung und –steuerung.“ Dafür sind jetzt eben andere Qualitäten des Trainers gefordert, wenn er sechs Spieler aus dem Aufgebot streichen muss: „Ich kann aus dem Vollen schöpfen.“ 24 Stunden habe der Coach noch Zeit, um die Trainingsleistungen auf sich wirken zu lassen und dann einen ausgeglichenen Kader zusammenzustellen.

Ob Makoto Hasebe im Kader oder gar in der Startelf steht, konnte und wollte der 46-Jährige noch nicht sagen. Immer wieder wirft die alte Knieverletzung den Japaner zurück. Ohne Schmerzmittel sind Spiele in der letzten Zeit gar nicht möglich gewesen. Für Kovac auch eine Frage des Gewissens: „Ich glaube, dass wir abwägen müssen.“ Zu viel Belastung könnte langfristige Folgen für den Japaner haben, der nächsten Sommer noch ein großes Projekt auf der Agenda stehen hat: „Er ist ein Vollblutprofi, der zur WM fahren möchte als Kapitän seines Landes, einem stolzen Land.“ Und natürlich möchte er auch der Eintracht helfen. Aber erst ist eben auch eine ehrliche Haut: „Er ist im Kopf sehr klar, ehrlich und sagt, dass er noch etwas merkt und spürt. Wissend, dass ich darauf reagieren werde. Das ehrt ihn, zeigt seine Persönlichkeit und seinen Charakter.“ Diese Woche sei der 33-Jährige ohne Schmerzmittel ausgekommen: „sodass es in die richtige Richtung geht.“ Die Ball- und Passsicherheit des Defensivspielers täte dem gesamten Team gut.

Schwachstelle Offensivstandards – die Stärke des Gegners

Ausbaufähig sind aktuell auch die Standards. Als Beispiel: Die SGE benötigte 69 Ecken in dieser Saison, um ein einziges Tor daraus zu erzielen. Ein Umstand, der Kovac aufstößt: „Da müssen wir besser werden. Das ärgert mich.“ Mit einem Vergleich zur eigenen aktiven Laufbahn versucht er die Problematik deutlich zu machen: „Ich war zwar ein kleiner Spieler, habe trotzdem viele Kopfballtore gemacht. Man muss ein gutes Timing haben und den Ball unbedingt bekommen.“ Wenn man weiß, wo der Ball hinkommt, sei es deutlich einfacher. Das wiederum weiß man aktuell bei Ecken und Freistößen der Frankfurter nur selten. Teilweise landen Eckbälle direkt im Aus, bevor sie überhaupt einen Spieler auf dem Rasen gefunden haben. Aber an der kläglichen Ausbeute möchte man etwas ändern: „Wir arbeiten täglich dran.“

Der Gegner wiederum hat genau in diesem Bereich seine Stärken. Elf ihrer achtzehn Saisontore fielen nach ruhenden Bällen. Mit Marvin Plattenhardt haben sie einen präzisen Standardschützen in ihren Reihen: „Er spielt zurecht in der Nationalmannschaft“, wie Kovac den Linksverteidiger adelt. Entsprechende müsse man gerade dafür Sorgen tragen, nicht unnötige Freistöße zu verursachen, sondern „Doppelsituationen zu schaffen und selten Eins gegen Eins-Situationen entstehen zu lassen.“ Wenn man das schafft, „haben wir einen Großteil der Hertha außer Gefecht gesetzt.“

Wiedersehen mit alten Bekannten – Ziel: Hertha auf Distanz halten

Parallelen gibt es viele. Sowohl zwischen der Hertha und der Eintracht, als auch zwischen den beiden Trainern: „Ein Spieler, der immer alles gegeben hat und sehr ehrgeizig ist, in dem was er macht. So wie ich auch. Wir haben viele Gemeinsamkeiten.“ Auch der Ungar hat vor seiner ersten Vereinstrainerstation als Chefcoach sein Heimatland trainiert. Auf dem Platz waren beide zu Herthazeiten Konkurrenten. Allerdings „auf einem sehr hohen Niveau“, wie Kovac betont. Auch bei der Spielanlage der Teams gibt es Ähnlichkeiten: Sie arbeiten sehr gut gegen den Ball und versuchen schon erst einmal, auf Torsicherung zu gehen. Qualitäten nach vorne haben sie sowieso.“

Für Kovac wird es also ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Persönlichen Kontakt habe er allerdings zu keinen Verantwortlichen mehr in der Hauptstadt. Dennoch sei es dort immer herzlich und freundlich. Geschenke verteilen möchte der Übungsleiter dennoch keine: „Es wird ein interessantes, hoffentlich abwechslungsreiches Spiel. Wir hoffen, dass wir am Sonntag, am ersten Advent, etwas für uns mitnehmen.“ In der Vergangenheit haben die Frankfurter in Berlin das nicht allzu oft getan, „aber wir haben in meiner Zeit schon einiges an schlechten Statistiken beheben können.“ Und die Partie im Olympiastadion läutet auch die entscheidenden Wochen vor der Winterpause ein: „Wir haben 19 Punkte, der Abstand ist nicht so groß wie ich mir das wünschen werde. Dementsprechend müssen wir aus den nächsten vier Spielen einiges an Punkten holen.“ Ein Sieg bei der Hertha täte wahrlich gut, um mit Selbstvertrauen in das Heimspiel gegen den Tabellenführer aus München gehen zu können, aber auch „um die Hertha auf Distanz zu halten.“

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3 Kommentare

  1. Damit was gelingt! 😉
    Aufstellung:
    Wie immer mit 5er Kette die zur 3er Kette wird, aber Wolf soll defensiver agieren und Salcedo nicht
    ständig alleine lassen. Dafür Gacinovic alle Freiheiten auf rechts lassen, also eher als RA agieren lassen. Boateng hinter den Spitzen, da er übermotiviert sein wird. Er hat in jedem Spiel bisher Riesenböcke dringehabt, die soll er lieber vorne machen.
    Hradecky
    Salcedo Abraham Falette
    Wolf Tawatha
    Stendera
    Boateng
    Gacinovic Haller Rebic

    Aber egal welche Aufstellung gewählt wird, mal was überraschendes und mutiges wäre schön.

  2. Würde Gaci eine Pause geben und später einwechseln. Vllt mal den Max ranlassen oder Barkok.

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