Die Eintracht verliert in der zweiten Halbzeit völlig den Faden - und somit auch das Spiel!
Die Eintracht verliert in der zweiten Halbzeit völlig den Faden – und somit auch das Spiel!

Die Frankfurter Eintracht hat bei Bayer 04 Leverkusen vor allem im zweiten Durchgang die Grenzen aufgezeigt bekommen. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte drehte die Werkself gegen müde Hessen auf und gewann letztlich hochverdient. Trainer Niko Kovac und die Spieler ordnen das Geschehen jedoch nüchtern ein.

Bruno Hübner: „Ich denke, wir haben es in der ersten Halbzeit ganz ordentlich gemacht. Wir haben die ersten fünf Minuten ein bisschen verschlafen und sind direkt in Rückstand geraten. Vor dem 1:0 müssen wir konsequenter klären. Im Anschluss waren wir eigentlich richtig gut im Spiel, müssen aber unsere Chancen nutzen. Einmal Gacinovic und einmal Hrgota, da war eigentlich der Ausgleich fällig. In der zweiten Halbzeit hat man schon gemerkt, dass die Frische gefehlt hat, wir nicht so stabil im Kopf waren und Leverkusen sich anders auf das Spiel vorbereiten konnte. Sie waren frischer, da konnten wir nichts mehr entgegensetzen. Man hat gemerkt, dass wir viele Fehlpässe hatten, die sonst nicht so der Fall sind. Das lag sicherlich auch an der fehlenden Frische. Dadurch haben wir die Leverkusener ein bisschen aufgebaut. Wir haben dann ein paar Offensivkräfte gebracht, danach hat dann aber die Kompaktheit gefehlt, die wir sonst haben. Dadurch hätte es auch noch höher ausgehen können, wobei wir in der zweiten Halbzeit auch den einen oder anderen Konter besser zu Ende spielen müssen. Ich bin mir sicher, dass wir gegen Ingolstadt komplett anders auftreten werden. Ich glaube, es ist kein großer Rückschlag für uns. Wenn man die anderen Ergebnisse sieht, wäre es natürlich ein riesen Schritt gewesen, wenn wir hier gewonnen hätten. Von daher ist etwas ärgerlich, aber wir schauen ja auch nach wie vor nach hinten.“

Lukas Hradecky: „Wir hatten zwei große Möglichkeiten in der ersten Halbzeit, die müssen wir gegen so einen Gegner reinmachen. In der zweiten Halbzeit haben wir vielleicht zu viel riskiert. Wir hätten das 0:1 halten sollen, damit wir noch Unentschieden hätten spielen können. Wir haben das zweite Gegentor aber zu früh bekommen. Das hat Leverkusen gut gemacht. Wir hatten zwar eine Englische Woche, aber das ist keine Ausrede.“

Timothy Chandler: „Im Endeffekt hätten wir mit einem Tor bis zum 3:0 noch etwas umbiegen können, aber das ist uns leider nicht gelungen. Mit dem 0:3 war das Spiel dann leider auch besiegelt. Danach hätten wir einfach nur verteidigen müssen, aber das haben wir heute auch nicht gut gemacht. Daher haben wir heute absolut verdient verloren. Leverkusen wusste, dass wir zwei Spiele in kurzer Zeit in den Knochen und nur eine kurze Pause hatten. Da haben die natürlich gleich am Anfang Druck gemacht. Wir wollten eigentlich dagegen halten und kein frühes Tor kassieren, aber das ist dann trotzdem passiert. Danach haben wir dann dagegen gehalten und hatten zwei große Möglichkeiten, das Tor zu machen. Die haben wir nicht genutzt, sonst wäre das Spiel vielleicht nochmal anders gelaufen. Das war ein bisschen ein schwarzer Tag für uns. Eine Niederlage nimmt man nie leicht hin. Vor allem wenn man so verliert. Das tut natürlich weh, ich bin auch sauer. Wir hätten es als gesamte Mannschaft einfach besser machen müssen. Das haben wir nicht und deswegen haben wir heute verloren. Ich weiß nicht, ob man von einem Rückschlag sprechen kann, wenn man in Leverkusen verliert. Für uns ist es kein Rückschlag. Der Trainer wird die richtigen Worte finden und uns dann auf das Wochenende vorbereiten. Wir arbeiten einfach weiter, fangen wieder an und wollen dann zuhause gegen Ingolstadt punkten.“

Niko Kovac will seiner Mannschaft keine Vorwürfe machen!
Niko Kovac will seiner Mannschaft keine Vorwürfe machen!

Niko Kovac sah die Niederlage gegen die Werkself nicht als Beinbruch an: „Bayer Leverkusen hat heute verdient gewonnen. Wir waren in der ersten Halbzeit, vor allem in den ersten zehn Minuten, nicht so richtig da. Meine Mannschaft hatte dann zwei Topchancen, die zum Ausgleich hätten führen können und die man in Leverkusen nicht allzu häufig bekommt. In der zweiten Halbzeit waren wir dann chancenlos. Roger Schmidt hat eine richtig gute Mannschaft. Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen: Wir haben diese Woche nicht so abgeschlossen, wie wir uns das gewünscht haben. Dennoch konnten wir das Viertelfinale im DFB-Pokal erreichen und gegen den SV Darmstadt 98 gewinnen. Wir ziehen also ein positives Resümee. Die Niederlage heute haken wir ab und vergessen sie schnell.“

Das Fehlen von Abwehrchef David Abraham hat sich bemerkbar gemacht, auch wenn Kovac daran nicht alles fest machen wollte: „Es gibt mehrere Gründe für die Niederlage. Da ist zunächst der gute Gegner. Bayer Leverkusen hat viele schnelle und technisch versierte Spieler. Wir wussten schon aus dem Hinspiel, dass sie viele lange Bälle spielen und dann mit Speed hinter unsere Abwehr kommen. Da hatten wir von Beginn an Probleme. David Abraham hat gefehlt und wir hatten eine englische Woche. Ich bleibe dabei: Wir sind noch kein Spitzenteam! Das sind Bayer, Borussia Dortmund oder der FC Bayern München, die jahrelang international spielen. Wir haben eine englische Woche erlebt mit drei Spielen und uns ist zum Schluss der Saft ausgegangen. Aber meine Mannschaft ist heute auf einen sehr viel stärkeren Gegner getroffen, als wir es waren. Deshalb will ich den Gegner hervorheben und die eigene Mannschaft nicht in Grund und Boden reden.“

Kovac erklärte, weshalb Ante Rebic zunächst auf der Bank Platz nahm: „Ja, wir haben einen guten Kader und Rebic hat in den letzten beiden Spielen viel Betrieb gemacht. Wir haben gesagt, dass wir Spieler, die müde sind, zunächst draußen lassen und dafür andere auflaufen.“

Roger Schmidt (Trainer Bayer 04 Leverkusen): „Wir freuen uns über den Sieg. Es war eine schwierige Situation für mich und auch für das Team nach den beiden Niederlagen, vor allem nach der Partie gegen Borussia Mönchengladbach daheim. Es war bemerkenswert, wie sich die Spieler auf die Begegnung eingelassen haben. Die Trainingswoche haben wir dafür genutzt, um uns für das Spiel vorzubereiten und die nötige Leistung auf den Platz zu bringen. Das frühe Tor hat uns gut getan, danach war es ausgeglichen und man sah, weshalb die Eintracht da steht, wo sie steht. Aber je länger das Spiel ging, desto mehr Sicherheit hatten wir. Meine Mannschaft wirkte gefährlich, hat gut kombiniert und hervorragend verteidigt. Wir haben uns dann gute Chancen herausgespielt und zwei schöne tore zum zwei und drei zu Null gemacht. Der Sieg war deshalb verdient und tut sehr gut in dieser Situation. Dieses gute Gefühl wollen wir in die nächsten spiele mitnehmen und am Freitag gegen den FC Augsburg weitermachen.“

Die Leistung der Eintracht-Spieler gegen Leverkusen könnt ihr hier bewerten.

- Werbung -

Aktuelle Artikel

Vorheriger ArtikelSchlusspfiff: Eintracht unterliegt in Leverkusen
Nächster ArtikelDéjà-vu in Leverkusen

14 Kommentare

  1. Ist denn schon mal aufgefallen: Wenn SGE zurückliegt, gibt es keine Nachpielzeit.
    Führt die SGE oder es steht unentschieden, werden meistens mind. vier Minuten draufgepackt.

  2. @ Adler_seit_1964
    Gegenfrage: Was hätte uns eine Nachspielzeit heute gebracht?
    Ich denke, der Schiri hat deshalb auch rechtzeitig abgepfiffen da alles schon entschieden war.

  3. @1

    Das ganze Leben ist kein Selbstläufer und schon gar nicht für Eintracht Frankfurt.

  4. So jetzt muss nur noch Hoffenheim und Köln verlieren und es ist uns trotz Niederlage tabellarisch nichts passiert. Hoffe das Abraham nächste Woche wieder fit ist und Marco wäre auch wieder von Vorteil…

  5. Das Spiel kurz ansprechen und dann volle Pulle auf Ingolstadt konzentrieren.
    ich würde mir wünschen das Haris und Ante mal zusammen anfangen…….Hrgota war mir heute etwas neben der
    Spur. Mal davon abgesehen von wo die Eintracht kam und jetzt steht………Macht weiter Jungs…wir stehen hinter Euch

  6. Kovac :“Ich bleibe dabei: Wir sind noch kein Spitzenteam! “ das reizt mich zu folgender Gegenfrage. (Schade das ich Ihn nicht persönlich fragen kann)

    Ja ab wann, werden oder sind wir denn ein Spitzenteam??

    ….das würde mich sehr interessieren.

  7. @Tschups
    Auf den PK’s klang das meines Erachtens durch:

    – über mehrere Jahre in Champions oder Europaleague gespielt
    – besseres Spielermaterial, mit dem auch u.a. Ausfälle gleichwertig ersetzt werden können
    – Möglichkeit wie z.B. in der Winterpause einen Spieler zu verpflichten, der gebraucht wird, den wir aber nicht bezahlen können

  8. @NRW-Adler gut…das nehm ich so,
    aber….
    Niko spricht ja von „noch“
    das führt mich wieder zu Fragen.
    WANN oder besser ab WANN werden wir – über mehrere Jahre in Champions oder Europaleague spielen.
    WANN oder besser ab WANN haben wir – besseres Spielermaterial, mit dem auch u.a. Ausfälle gleichwertig ersetzt werden können
    WANN oder besser ab WANN haben wir – Möglichkeit nicht nur in der Winterpause einen Spieler zu verpflichten, die wir auch bezahlen können

    wenn Niko von „noch nicht “ spricht sind diese Fragen durchaus berechtigt , und die mich brennend interessieren (aus meiner Sicht)

  9. Ich hoffe auf Grund meines Alters ( Ü50 ) das diese Voraussetzungen nicht langfristig angelegt sind.

  10. @Tschups: Das sind Fragen, die dir Kovac nur sehr schwer beantworten kann. Sollte uns der Einzug in den EC gelingen klingelt wohl aus verschiedenen Faktoren die Kasse (internationale Gelder, mehr nat. TV-Gelder, womöglich ein attraktiver Sponsor und werthaltige Premiumpartner). Wenn dann gut investiert wird (in Spitze und Breite des Kaders) und nicht die Fehler von 2013 (Stichwort: Resterampen aufkaufen..) begangen werden, ist einiges mit der SGE möglich. Mal sehen ob es langt, ein Spitzenteam zu werden 🙂

Kommentiere den Artikel

- Werbung -