Trainer Niko Kovac hat einen hart erkämpften Sieg seiner Mannschaft gesehen und ist zufrieden mit der Leistung.

Die Freude über den Auswärtserfolg in Mönchengladbach und dem damit verbundenen ersten Dreier der Saison war allen Beteiligten anzumerken. Sowohl Spieler als auch Verantwortliche waren sich einig, dass der Sieg verdient war und dass man sich endlich für den Aufwand und die eigene Spielstärke belohnen konnte. Wir haben für euch die Stimmen zum Spiel zusammengefasst.

Prince Boateng: „Hier ist es immer schwierig. Sie spielen überragenden Fußball, sind ganz schnell vorne. Wir haben super verteidigt und nicht geschwommen. Die zwei, drei Halbchancen haben wir gut verteidigt und den einen hat Lukas super pariert. Vorne haben wir das Tor gemacht und hätten noch eins machen können.Wir haben das Spiel gewonnen, das ist das Wichtigste. Die Mannschaft hat wieder genau das umgesetzt, was der Trainer gefordert hat: laufen, kämpfen, jeden Zweikampf gewinnen. Heute haben wir das eine Tor mehr gemacht und hinten die Null gehalten. Ich habe einen Schlag gegen die Schläfe bekommen, probiert weiterzuspielen, aber mir war schwindelig. Da kam ich nicht mehr zurück in die Spur und hätte der Mannschaft nicht helfen können. Den Saisonstart bewerte ich sehr, sehr positiv. Die Ergebnisse waren vielleicht nicht so, wie wir uns das erhofft haben. Aber wir haben in Freiburg und gegen Wolfsburg besser gespielt, da hat uns das Glück gefehlt. Mit einem Sieg gegen Augsburg ist es ein sehr guter Saisonstart für uns. Man darf nicht vergessen, dass wir elf Neuzugänge haben, 485 Sprachen in der Mannschaft. Dass es so gut läuft, hätte keiner gedacht. Da muss man manchmal nicht nur die Siege sehen, sondern auch den Teamgeist, den wir in so kurzer Zeit gebildet haben.“

Boateng zum Abseitstor: „Ich hab mich ein wenig so gefühlt, als hätte ich das Tor geklaut. In der Situation habe ich das aber gar nicht gemerkt. Das wäre das einfachste Tor meiner Karriere gewesen. Das lass ich mir natürlich nicht entgehen. (lacht) Nein, zum Glück habe ich meinen Fehler danach wieder gut gemacht. Ich habe einen Schlag gegen die Schläfe bekommen, probiert weiterzuspielen, aber mir war schwindelig. Da kam ich nicht mehr zurück in die Spur und hätte der Mannschaft nicht helfen können.“

Trainer Niko Kovac: „Ich glaube, dass meine Mannschaft gerade in den ersten 30 Minuten ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht hat. Die Gladbacher wussten da vielleicht nicht wie ihnen geschah. Danach haben wir nachgelassen, wurden passiver, wurden zu weit nach hinten gedrängt worden. In der zweiten Halbzeit hatte Gladbach mehr Spielanteile, aber wenn ich mir das Chancenverhältnis gegen eine solche Mannschaft, die außerordentlich gut ist, anschaue, dann denke ich, dass der Sieg verdient ist. Wir sind körperlich auf einem Top-Niveau. Gladbach ist eine richtig gute Mannschaft. Hier zu gewinnen, ist nicht einfach. Viele werden hier auch nicht gewinnen. Meine Mannschaft hat sich den Sieg erkämpft, das war kein geschenkter Sieg. Boateng ist ein Spieler, der die Mannschaft führen kann, dafür muss er kein Kapitän sein. Das hat er heute gezeigt. Das ist das wir brauchten in Frankfurt und das, was wir bekommen haben.“

Lukas Hradecky: „Als Torwart ist man mit einem Zu-Null immer zufrieden. Die ersten 30 Minuten waren der beste Fußball, den ich von Eintracht in dieser Saison gesehen habe. Die zweite Halbzeit haben wir nur gekämpft, da hat vielleicht die Energie gefehlt. Wir haben für den Sieg gekämpft. Aber wir müssen das 2:0 machen, das hätte uns die Arbeit erleichtert. Aber der erste Sieg ist wichtig. Die Gladbacher waren überlegen, aber sie hatten keine hundertprozentige Chance. Die vielen Ecken haben die Jungs gut weggekämpft. Ich bin zufrieden.“

Timothy Chandler: „Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, vor allem mit der ersten Halbzeit. Die ersten 30, 35 Minuten haben wir hier sehr spielbestimmend gespielt. Da haben wir leider nur ein Tor gemacht, haben verpasst eins nachzulegen. Sonst wär das Spiel schon eher vorbei gewesen. In der zweiten Halbzeit hatte Gladbach zwar deutlich mehr Ballbesitz, haben aber wenig daraus gemacht und hatten keine hundertprozentigen Chancen, weil wir als Mannschaft sehr gut verteidigt haben. Das war das wichtigste heute. Deshalb nehmen wir heute verdient drei Punkte mit nach Hause. Bei der Chance ist mir am Ende die Kraft ausgegangen. Das hätten wir besser ausspielen müssen. Wir fahren mit einem guten Gewissen nach Hause. Der Start ist geglückt. Fußballerisch schon vorher, da war die Ausbeute nur nicht so gut. Wir haben wirklich gut gespielt bis jetzt und so viele Torchancen herausgearbeitet wie nie in den letzten Jahren. Wir sind zufrieden, aber wir müssen weiter arbeiten.“

Jonathan de Guzman: „Wir sind sehr gut gestartet, die erste halbe Stunde, viel Pressing, schnelles Umschaltspiel. So fiel auch das erste Tor. Gladbach hat dann mehr Kontrolle übernommen, sie sind ein gutes Team und spielen einen guten Ball. Aber wir haben die Räume eng gemacht und sie hatten es schwer, Chancen zu kreieren und Antworten zu finden. Sie hatten ein paar Chancen, die waren aber nicht gefährlich. Wir hatten heute eine gute Defensive. Wir müssen vor dem Tor noch konzentrierter sein, damit wir das 2:0 machen. Die Chancen waren da. Aber das wichtigste ist, dass wir keins bekommen haben und die Null gegen ein gutes Team gehalten haben. Wir haben das gut gemacht. Wir fahren jetzt mit drei Punkten nach Hause und haben kein Tor kassiert.“

Fredi Bobic (Sportvorstand): „Die Mannschaft hat heute in der ersten Halbzeit gezeigt wie spielstark wir sein können. Die Aktionen nach vorne waren richtig, richtig gut. Unnötig war, dass es nur 1:0 stand zur Halbzeit. In der zweiten Halbzeit haben wir es uns dann etwas schwerer gemacht. Auch weil die Gladbacher gedrückt haben, einiges versucht haben, aber eigentlich außer den Standardsituationen und dem Rumgefliege im Strafraum ist eigentlich wenig passiert. Wir hatten das gut im Griff gehabt. Der Schuss von Stindl war die einzige gute Chance, aber der war auch überragend gehalten. Die Jungs haben gut gefightet. Man hat gemerkt, der ein oder andere war bei Länderspielen und hinten raus etwas müde. Für uns ist wichtig, dass wir das Spiel gewonnen haben und wettgemacht haben, dass wir zu Hause verloren hat. Boateng konnte in der ersten Minute nicht mehr weggehen, du bist in der Bewegung. Das hat mit Stürmerblut nichts zu tun. Aber im Nachhinein ärgert er sich sicher genauso. Der Ball wäre ja klar reingegangen. Das wäre ein toller Beginn gewesen, aber er hat sein Törchen dann ja noch gemacht.“

Bruno Hübner (Sportdirektor): „Der Unterschied zwischen erster und zweiter Halbzeit ist bedingt gewesen durch den Druck den die Gladbacher aufgebaut haben. In der ersten Halbzeit haben wir richtig guten Fußball gespielt. Da hätten wir eigentlich 2:0, 3:0 führen müssen. Da haben wir zu viele Chancen liegen gelassen und fast ein wenig überdreht. In der zweiten Halbzeit hatten die Gladbacher, trotz klarer Überlegenheit, keine glasklaren Chancen. Da haben wir keine zugelassen. Am Ende kam der Kräftemangel dazu. Wir hatten viele Spieler auf dem Platz, die die Bundesliga erstmal kennenlernen müssen mit ihrer Intensität. Haller hat in der ersten Halbzeit unfassbar viel gearbeitet, dem ist in der zweiten Halbzeit ein wenig die Spucke weggeblieben. Der Assistent hat vorab bei uns an der Bank und hat von vier Minuten Nachspielzeit gesprochen, da haben wir uns schon aufgeregt, als sechs angezeigt wurden. Ich weiß nicht, wo er die hergenommen hat und am Ende wurden dann sogar acht gespielt.“

Dieter Hecking (Trainer M’Gladbach): „Wir sind wieder einmal schlecht ins Spiel gekommen. Heute hätte es schon nach 45 Sekunden 0:1 stehen müssen. Das schmeckt mir überhaupt nicht. Wir hatten Probleme mit den langen Bällen, die Boateng und Haller gut festgemacht haben und dem zweiten Ball gut nachgegangen sind. Das haben wir im Vorfeld besprochen, haben aber keine Lösung gefunden in den ersten 25, 30 Minuten. Dann haben wir uns ins Spiel reingebissen, sind besser geworden, hatten ein paar Situationen, in denen wir gut umschalten, aber nicht richtig zum Abschluss kommen. Das muss man dann als Manko ansehen. Wir hatten viel Ballbesitz, haben viel probiert, uns aber immer wieder festgelaufen im guten Netz der Frankfurter. Dass wir dann den ein oder anderen Konter zulassen, ist normal. Wir haben die Lösungen und die Lücke, die die Eintracht uns heute auch nicht gegeben hat, nicht gefunden und deshalb muss man von einer verdienten Niederlage sprechen.“

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2 Kommentare

  1. Hecking zeigt einmal mehr eine treffende Spielanalyse, auch wenn sie den Gladbachern wehtun mag. Findet man auch nicht oft, Respekt.

    Ich bin heute einfach nur froh. Gruß aus Dubrovnik 🙂

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