Sebastien Haller freut sich über den Halbfinal-Einzug der Eintracht und hofft nun wie alle anderen wohl auch auf ein Heimspiel bei der Auslosung.

Nach der enttäuschenden 0:3 Auswärtspleite in Augsburg, war die Eintracht gezwungen sich schnell wieder auf ihre Stärken zu besinnen, um im Pokal-Viertelfinale gegen den FSV Mainz 05 das Ziel des Halbfinal-Einzugs zu erreichen. In Augsburg hatte es der SGE vor allem an Einstellung, Biss und Leidenschaft gefehlt, sodass ein erneuter derartiger Auftritt wohl das sichere Pokalaus bedeutet hätte. Im Zuge der Englischen Woche hatte Frankfurts Trainer Niko Kovac bereits Rotation angekündigt und seine Maßnahmen sollten sich auszahlen. Die Hessen zogen erstaunlich locker mit einem 3:0 gegen den Nachbarn aus Mainz in das Pokal-Halbfinale ein. SGE4EVER.de hat das Spiel wie immer noch einmal für euch analysiert:

Frische Kräfte und aggressives Pressing
Eintracht-Coach Niko Kovac sorgte bei Bekanntgabe der Startaufstellung für die ein oder andere Überraschung. Insgesamt veränderte er die Mannschaft im Vergleich zur Partie in Augsburg gleich auf vier Positionen. Die Außenverteidigerpositionen, die am Wochenende noch mit Timothy Chandler und Marius Wolf besetzt waren, wurden mit Jetro Willems und Danny da Costa komplett neu besetzt. Chandler, der zuletzt nicht mehr so frisch wirkte, nahm auf der Bank Platz, während Kovac auf Wolf nicht verzichten wollte und ihn auf der rechten Seite eine Position weiter nach vorne beorderte. Der zuletzt etwas unsicher wirkende Simon Falette wurde durch Marco Russ ersetzt und Mijat Gacinovic stand gar nicht erst im Kader. Was zunächst wie eine disziplinarische Maßnahme aussah, wurde später durch eine Trainingsverletzung bei Gacinovic begründet. Für ihn durfte Ante Rebic wieder in die Startelf zurückkehren. Die Maßnahme Wolf nach vorne zu rücken und gemeinsam mit Sebastien Haller und Rebic die Mainzer früh unter Druck zu setzen, sollte sich auszahlen. Insbesondere mit Wolf und Rebic hatte man dadurch viel Aggressivität und Geschwindigkeit in vorderster Reihe und die Mainzer kamen mit dem frühen Pressing überhaupt nicht zu Recht. Schon in der Anfangsphase zeigte sich deutlich, dass die SGE gewillt war, ihren Ausrutscher vom Wochenende zu korrigieren. Mainz kam in der Folge überhaupt nicht ins Spiel und ließ sich immer wieder zu Ballverlusten und Fehlern zwingen. So überraschte die Art und Weise des Führungstreffers auch keineswegs: Rebic und Wolf setzten den Mainzer Keeper René Adler so unter Druck, dass diesem der Ball wegsprang und die beiden Frankfurter so leichtes Spiel vor dem leeren Tor hatten. Ein haarsträubender Fehler ohne Frage, jedoch auch nur deshalb möglich, weil die Hessen so beherzt und konsequent auf Pressing spielten.

Kontrolle und Schongang
Wer nach dem Seitenwechsel ein Aufbäumen der Mainzer erwartete, sah sich getäuscht. Auch in Halbzeit 2 kamen sie überhaupt nicht ins Spiel und hatten gegen ballsichere Frankfurter nur wenig entgegenzusetzen. Zudem schien das Glück an diesem Abend auf der Seite der SGE gewesen zu sein, denn nachdem man bereits beim ersten Tor von einem Fehler von Adler profitierte, war es diesmal Alexander Hack, der eine Hereingabe des fleißigen Hallers ins Tor abfälschte. Den Schlusspunkt setzte Omar Mascarell nach einem beherzten Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte, den er gekonnt mit einem schönen Lupfer abschloss. Das Spiel war nun bereits sehr früh entschieden und die Eintracht konnte beginnen sich für das bereits am Samstag anstehende Spiel gegen den 1.FC Köln zu schonen. Die Mainzer zeigten keine Gegenwehr mehr und so ließ man den Ball bis zum Spielende locker in den eigenen Reihen zirkulieren, ohne noch nennenswerte Chancen herauszuspielen. Auch wenn ein höherer Sieg sicher möglich gewesen wäre und auch für die Zuschauer im eigenen Stadion schön gewesen wäre, war die Entscheidung von Kovac genau richtig. Er wechselte Wolf, Mascarell und Rebic aus und schenkte auch Marco Fabian erneut rund 20 Minuten weitere Spielpraxis nach seiner langen Verletzungspause. Zudem konnte man die Erkenntnis gewinnen, dass auch die Spieler, die in den letzten Wochen nicht zur ersten Elf gehörten, funktionieren und problemlos eingesetzt werden können. Insbesondere da Costa zeigte sich formstark. Sein Pendant auf der anderen Seite, Willems, spielte ebenfalls beherzt auf, hatte aber große Probleme den letzten Pass an den Mann zu bringen.

Der Traum vom Finale lebt
Auch wenn man das Viertelfinale gegen Mainz deutlich schwerer erwartet hätte, kann man den gestrigen Sieg nicht allein an der schwachen Leistung des Gegners festmachen. Die Eintracht hat von der ersten Sekunde an mit Körperlichkeit, Präsenz und Biss gezeigt, dass sie unbedingt weiter von einer erneuten Finalteilnahme träumen möchte und so auch von Beginn an gezeigt, dass man sie nur schwer davon abhalten kann. Durch das frühe und aggressive Pressing kam kein Spielaufbau beim Gegner zustande und man hat die daraus resultierenden Fehler und somit auch das Glück erzwungen. Auch wenn es insbesondere am Ende nicht mehr allzu spannend und sehenswert war, muss man anerkennen, wie souverän und stark die Hessen auftraten. Nun kann man weiter von Berlin träumen und kann gespannt auf die Auslosung am kommenden Sonntag schauen. Mit Bayer 04 Leverkusen, Bayern München und Schalke 04 warten ohnehin nur noch richtig starke Gegner im Lostopf auf die Eintracht. Die große Hoffnung liegt auf einem Heimspiel und das wohl idealerweise nicht gegen die Münchener, aber die Hessen werden es nehmen wie es kommt und mit aller Macht versuchen den Finaltraum wahr werden zu lassen.

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13 Kommentare

  1. Gute Analyse.

    Finde sowieso, dass mit da Costa und Willems viel mehr Schwung drin ist.

    Was mich etwas nachdenklich werden lässt im Hinblick auf die restlichen Spiele der Rückrunde, gegen:

    Freiburg und Augsburg: 1 Punkt

    Wolfsburg und Gladbach: 6 Punkte

    geholt. Hoffe mal, dass es gegen Teams auf Augenhöhe auch mal solider wird!

  2. Abgesehen davon, dass es gegen Freiburg & Augsburg 2 Punkte (jeweils gegen Freiburg) waren, hätten es auch 7 Punkte (2 Siege gegen Freiburg und Unentschieden gegen Augsburg) sein können und gegen WOB & Punkte waren es übrigens auch 9 Punkte.
    Ist doch die Saison nichts Neues und geht den meisten Vereinen so, man kann aufgrund der Ausgeglichenheit jedes Spiel gewinnen, aber auch verlieren.

  3. Der Pokal hat nicht mehr seine eigenen Gesetze und es sind nur noch zwei Siege.
    Ich hoffe, dass es Schalke oder Leverkusen wird – Bayern erst im Finale.

  4. 2006 ebenfalls im Finale.
    Schalke 06 zuhause im 1/2 Finale besiegt.
    2005 leider nur bis ins Halbfinale gekommen.
    Hoffe wir setzen diese Geschichte 2017 und 2018 fort.

  5. @4 Mir wäre Bayern zuhause ganz lieb im Halbfinale.
    Im Normalfall muss man eh spätestens im Finale gg sie spielen.
    Die Chance, sie zuhause zu schlagen, sehe ich als noch n bissi größer an

    Letztes Jahr haben wir auswärts Gladbach geschlagen: mit Hector und Otsche in der IV und Hrgota im Sturm, sowie Tawatha auf links.
    Hab daher vor keiner Mannschaft Angst, nur Bayern auswärts ist nicht wünschenswert

  6. Das 6:0 gegen Schalke war doch schon in der 2. Runde. Das Halbfinale wurde gegen Bielefeld daheim gewonnen.
    Trotzdem egal, ich will wieder mit der Eintracht nach Berlin!
    Gruß SCOPE

  7. @2,3
    ja, meinte die Punkte in der Rückrunde. Hat mich einfach bisschen stutzig gemacht. Klar Ausgeglichenheit.

    Aber wenn man die Budgets anschaut sind Gladbach und Wolfsburg einfach mal um Längen besser als Freiburg und Augsburg.

    Meine nur, DA müssen die Punkte her gegen Teams auf gleichem Budget-Niveau..Siege gegen Gladbach, Wolfsburg sind für mich die Kür.

    Deswegen, 3 Punkte gegen Köln und wir dürfen weiterträumen von Europa! Forza SGE!

  8. @kafka:
    Ich kapiere nix von dem was du schreibst. Im pokal 2006 haben wir nicht im halbfinale gegen Schalke Gespielt. Wir waren erneut 2007 im halbfinale und sind ausgeschieden und nicht 2005.
    Und Du hoffst hoffentlich, dass sich das (2017 finale und 2018 wieder im halbfinale raus) NICHT wiederholt.
    Sondern wir wieder im finale stehen werden 2018.

  9. @8: Sehe ich genauso. Wenn wir den Pott holen wollen, müssen wir Bayern im Halbfinale (daheim) schlagen. In Berlin sind die Bayern schwer zu schlagen. Daher mein Wunsch fürs Halbfinale:
    SGE – FCB
    S06 – B04

    Und im Finale schlagen wir Schalke.

  10. Naja, als Heimmacht sind wir diese Saison nicht aufgefallen. Heimspiele sind natürlich immer super aber in Berlin hätten sowohl die Bayern als auch wir ein Auswärtsspiel – nur denke ich, dass der Frankfurter Support deutlich lauter ausfallen wird als der, der Bayern. Also ich wäre auch für Schalke im Halbfinale daheim und habe die leiste Hoffnung, dass Bayer die Bayern schlägt. Ist bei der aktuellen Form absolut denkbar. Und in einem Finale gegen Leverkusen könnte dann ja alles passieren.

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