Gacinovic überträgt seine guten Vorbereitung in den Pflichtspielbetrieb. (Foto: imago/Schüler)

Das erste Pflichtspiel der Saison 2017/2018 ist von Eintracht Frankfurt erfolgreich bestritten worden. Mit einem unaufgeregten 3:0-Auswärtssieg gegen TuS Erndtebrück ist der Einzug in die nächste DFB-Pokalrunde geglückt. Die SGE musste nach der frühen Roten Karte durch Kapitän David Abraham (23. Minute, Notbremse) allerdings weite Strecken in Unterzahl agieren. Der Neu-Regionalligist Erndtebrück verkaufte sich ziemlich teuer, agierte fair und forderte den Erstligisten gehörig. Am Ende reichte es dennoch nicht für die Überraschung und so ziehen die Hessen in die Runde der letzten 32 Mannschaften ein. Nun schaut man bereits auf den kommenden Sonntag (Anstoß 15:30 Uhr), wenn gegen Freiburg auch das erste Bundesligaspiel der Saison ansteht.

Spannung versprach vor der Partie noch die Aufstellung von Cheftrainer Niko Kovac. Welche Neuzugänge überzeugten in der Vorbereitung und durften sich mit einem Startelfeinsatz belohnen? Am Ende schafften es mit Gelson Fernandes, Sebastien Haller und Daichi Kamada drei neue Gesicher in die Startformation. Taleb Tawatha setzte sich im internen Duell auf der Linksverteidiger vorerst durch und bekam den Vorzug vor Neuzugang Jetro Willems.

An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung der dreizehn zensierten Spieler 2,85. Ein insgesamt ordentlicher Start in die neue Saison, bei dem es nur darum ging die Pflichtaufgabe Weiterkommen zu realisieren.

Die Einzelnoten der über 310 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:

Mijat Gacinovic:
Mijat Gacinovic darf als erster Spieler in dieser Saison den Titel „Spieler des Spiels“ tragen. Nicht nur aufgrund seines sehenswerten Treffers zum zwischenzeitlichen 2:0 konnte er wieder Werbung in eigener Sache betreiben. Auf seiner angestammten linken Offensivseite war er ein ständiger Unruheherd in der Erndtebrücker Abwehr, wenngleich sich ihm keine weitere Chance bot. Gacinovic konnte seine ansteigende Form aus der Vorbereitung also absolut in den Pflichtspielbetrieb transportieren.

Sebastien Haller, Timothy Chandler, Jetro Willems, Lukas Hradecky, Makoto Hasebe:
Der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte von Eintracht Frankfurt erlebte bisher eine durchwachsene Eingewöhnung, wenn man lediglich seine Torausbeute als Maßstab nimmt. Denn abgesehen seiner fünf Treffer im Testspiel gegen Heftrich, blieb er bisher torlos. Und das sollte im Pokalspiel auch erstmal so bleiben, denn in der 27. Spielminute bot ihm die Riesenchance zur Führung seines Teams, als er nach einem tollen Pass von Branimir Hrgota freistehend den Ball am Kasten vorbeischob. In der 76. Minute machte er es allerdings besser. Dieses Mal kam der Ball von Jetro Willems, der kurz vorher eingewechselt wurde. Die beiden anderen Treffer bereite er in bester Scorerqualität vor. So darf es bei ihm weitergehen. Timothy Chandler brachte der SGE in der 35. Minute mit einem absoluten Geschoss in Führung. Vom DFB gab es am Ende den Titel „Man of the Match“, auf SGE4EVER.de musste er diese Auszeichnung seinem Kollegen Gacinovic überlassen. Jetro Willems musste sich zunächst mit einem Bankplatz begnügen. Der Niederländer kam allerdings im Verlauf der zweiten Halbzeit in die Partie und konnte sich mit seiner Vorlage auf Haller direkt in die Scorerliste eintragen. Lukas Hradecky wurde zwar nur zweimal ordentlich getestet, in diesen beiden Situationen zeigte er aber seine Qualität. Einmal bei dem fälligen Freistoß nach der Roten Karte von David Abraham, als er sich groß machte und dem freistehenden Yuki Nishiya keine Lücke anbot und kurz nach der Halbzeit, als Chandler im eigenen Strafraum ausrutschte und Nishiya erneut frei vor Hradecky stand. Auch diese Chance machte er zunichte. Makoto Hasebe fehlte im Endspurt der vergangenen Saison. Seine Rückkehrt brachte dem Defensivverbund wieder ordentlich Stabilität. Mit einer ordentlichen Passquote (88 Prozent) und Zweikampfquote (50 Prozent) ließ er dem Gegner wenige Chancen zur Entfaltung.

Gelson Fernandes, Marius Wolf, Marco Russ, Daichi Kamada, Taleb Tawatha:
Gelson Fernandes hat seine Aufgaben defensiv sehr ordentlich erledigt. Als klassischer Abräumer arbeitete er mit Hasebe sehr ordentlich zusammen. An seinem Vorwärtsgang darf er aber gerne noch arbeiten. Marius Wolf blieb relativ harmlos nach seiner Einwechslung. Fiel aber auch nicht besonders negativ auf und bekommt deshalb trotzdem noch die Note 3 von den SGE4EVER.de-Lesern. Marco Russ durfte in der Innenverteidigung von Anfang an beginnen und konnte Pluspunkte sammeln, wenngleich der Gegner nicht den Maßstab vorgibt. Daichi Kamada konnte sich offensiv nur selten durchsetzen im Vergleich zu vorangegangenen Testspielen. Dennoch sahen in die Fans bei der Benotung noch vor Branimir Hrgota. Taleb Tawatha wurde für seine starke Vorbereitung belohnt und durfte auf der linken Seite beginnen. Viele Höhenpunkte konnte er aber nicht vorweisen, dennoch war sein Auftreten in Ordnung.

Branimir Hrgota:
In einem intensiven Kampfspiel hatte es Branimir Hrgota zunächst sehr schwer. Seine tolle Vorlage auf Haller brachte leider nicht die Führung. Konnte allerdings nur einen Torschuss vorweisen. Sein Auftritt ist noch ausbaubar.

David Abraham:
David Abraham erwies seiner Mannschaft einen Bärendienst als er nach einem Fehler als letzter Mann den Stürmer Nishiya umriss und so eine klare Torchance vereitelte für die er im Anschluss die Rote Karte sah. Sein Team musste im Anschluss gute 70 Minute in Unterzahl agieren. Wenige Minuten vorher hätte er nach einem aussichtsreichen Freistoß von Gacinovic den Ball im Tor unterbringen müssen. Der Argentinier vergab aber aus knapp zwei Metern. Kein guter Start ins neue Jahr für den Abwehrchef.

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7 Kommentare

  1. Alles richtig gemacht bei Gacinovic. Rechtzeitig entdeckt, verpflichtet, Zeit zur Entwicklung gegeben, wachsen lassen, Vertrag rechtzeitig und lange verlaengert.
    Er wird uns noch viel Freude bereiten.

  2. Wieso lese ich überall von einem Fehler von Abraham? Ich fand den Pass auf ihn katastrophal. Wie kann man auf einem so tiefen und nassen Geläuf einen solchen Pass auf den letzten Mann Spielen? Mit einem ordentlichen Rückpass wäre es nie zu dieser Situation gekommen. Sehe hier nur eine geringe Schuld bei Abraham.

    und @1 mit Gacinovic wurde im Mai erst bis 2021 verlängert.
    http://www.sge4ever.de/bis-2021-eintracht-frankfurt-verlaengert-vorzeitig-mit-gacinovic/

  3. Ihr schreibt von einem „unaufgeregten 3:0-Auswärtssieg“. Naja, jetzt ist Abraham für 2 Pokalspiele gesperrt. Das finde ich schon etwas zu „aufregend“. Abraham wird auch in den Pokalfights gebraucht, gerade wenn es jetzt gegen stärkere Teams gehen sollte.

  4. Ich finde, Abraham hat kein Fehler gemacht. In der Situation muss man das probieren. Der Gegner wäre weg gewesen. Hätte er nicht rot gezeigt, wäre alles OK.

  5. Ja, ich mach Abraham auch direkt keinen Vorwurf. Genausowenig wie dem Hector vor einem Jahr.

    2 Spiele Sperre sind aber m.E. zuviel. Darüber reg ich mich etwas auf.

  6. @6: Soweit ich weiß, sind zwei Spiele Sperre das übliche Strafmaß bei einer Notbremse. Vor ein paar Jahren wurde da, glaube ich, die Regelung dahingehend verändert, dass es auch mal nur ein Spiel Sperre gibt, wenn es als Folge der Notbremse Elfmeter/Freistoß gibt, aus dem direkt ein Tor fällt.

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