Boateng jubelt über seinen Siegtreffer zum Auswärtssieg in Mönchengladbach. (Foto: imago/Team 2)

Die Frankfurter Eintracht hat das Toreschießen doch nicht verlernt. Kevin-Prince Boateng machte dem Tore-Fluch ein Ende und erlöste die Eintracht mit seinem Siegtreffer in Mönchengladbach.

Die Eintracht ist mit guten Erinnerungen nach Mönchengladbach gefahren. Kein halbes Jahr ist es her, dass die Frankfurter im Borussia-Park den Einzug ins DFB-Pokalfinale perfekt machten. Diese positiven Geist wollte Trainer Niko Kovac mit in die Bundesligapartie am heutigen Samstag nehmen. Dies gelang von Beginn an recht gut. Es war noch keine Minute gespielt, als der Ball das erste Mal im Tor der Borussia zappelte. Doch es zählte nicht. Boateng war es, der das Spielgerät als letzter Spieler berührte. Das Problem an der Sache: Der Frankfurter Neuzugang stand deutlich im Abseits. Und hätte zudem überhaupt nicht in diese Szene eingreifen müssen. Denn Sébastien Haller hatte dem Ball nach einer Flanke von Willems bereits die richtige Richtung gegeben. Boateng agierte in dieser Situation also ziemlich unglücklich und verhinderte – so paradox es klingen mag – mit seinem Tor die sehr frühe Frankfurter Führung. Doch der 30-Jährige konnte sein Malheur nach einer knappen Viertelstunde wieder gut machen: Willems brachte von links einen langen Einwurf in den Strafraum der Gladbacher, Haller setzte mit einem cleveren Zuspiel Boateng in Szene, der aus kurzer Distanz nur noch flach einschieben muss – 1:0 für die Eintracht in der 13. Minute. Nur wenige Augenblicke hätte Boateng gar direkt auf 2:0 erhöhen können, scheiterte mit seinem Kopfball jedoch an Gladbach-Keeper Yann Sommer. Es dauerte fast zwanzig Minuten, bis Mönchengladbach die erste erwähnenswerte Chance hatte. Herrmann startete auf der rechten Seite schnell mit Ball durch und flankte auf den recht freistehenden Hazard im Strafraum. Dieser verfehlte das Tor von Lukas Hradecky jedoch knapp. Die Eintracht machte erst in der 27. Minute wieder auf sich aufmerksam, als Haller am Strafraumfrand auf den heran eilenden Gelson Fernandes ablegte und dieser aus vollem Lauf abzog. Sommer kam gerade noch so mit den Fingerspitzen dran. Die Hausherren hatten in Folge zwar mehr Spielanteile, wirklich zwingend waren sie jedoch nicht. Die SGE hatte die eindeutigeren Chancen. Gacinovic legte in der 39. Minute ein schönes Solo hin und scheiterte in letzter Instant nur an dem starken Sommer. So ging es mit der knappen 1:0-Führung für die Eintracht in die Pause.

Kovac sah in der Halbzeit noch keinen Grund zum Wechseln. In der 51. Minute brachte er dann Rückkehrer Ante Rebic für den angeschlagenen Torschützen Boateng, der sich in der ersten Hälfte bereits wegen eines Ellenbogentreffers von Vestergaard behandeln lassen musste. Hradecky, der bislang kaum etwas zu tun hatte, hatte in der 55. Minuten einen kleinen Wackler, als er einen eigentlich einfachen Ball nicht richtig festhalten konnte und eine unnötige Ecke verursachte. Aus dieser resultierte eine gute Gladbacher Gelegenheit. Stindl zog aus der Distanz ab – Hradecky konnte seinen Fehler mit einer schönen Flugparade aber wieder gut machen. Rebic sorgte drei Minuten später auf der anderen Seite für Unruhe. Er tankte sich auf Links stark durch, seine Flanke vors Tor fand jedoch keinen Mitspieler, sondern nur ein Gladbacher Bein.

Die Gladbacher mühten sich, hatten klare Feldvorteile, fanden jedoch kaum Mittel gegen kompakt verteidigende Frankfurter. Ein Foul von Abraham an Raffael war für den souveränen Schiedsrichter kein Grund auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Im Anschluss konnten weder Bobadilla (83. Minute) noch Gacinovic (85. Minute) mit ihren Versuchen ebenso wenig etwas am Endergebnis ändern wie die etwas suspekte Nachspielzeit von fast acht Minuten, in der der Videoschiedsrichter nochmal befragt werden musste nach einer Aktion von Abraham an Bobadilla in der 92. Minute. Der Stürmer wollte einen Strafstoß, bekam ihn aber nicht. Auch Stindl verzog in der sechsten Minute der Nachspielzeit und so blieb es beim knappen 1:0.

Die Frankfurter gewannen durch eine starke erste Halbzeit und ein gutes Defensivspiel in Halbzeit zwei nicht unverdient mit 1:0 in Mönchengladbach und fahren den ersten Saisonsieg ein. Nachlegen kann die Mannschaft dann in einer Woche zu Hause (Samstag, 15:30 Uhr) gegen den FC Augsburg.

Bis Montag 18 Uhr könnt ihr die Leistung der Spieler hier bewerten.

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11 Kommentare

  1. Die Nachspielzeit war ein absoluter Witz aber naja ging ja noch gut.
    Ansonsten gutes Spiel.

  2. super Spiel unserer SGE alles super nur die Nachspielzeit war jenseits von gut und böse, sowas darf eigentlich nicht sein. Jetzt kann die Saison beginnen, gleich ein Heimsieg hinterher !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!1

  3. Da nutzen alle möglichen elektronischen Nachweissysteme nix. Solange der Chefschiri nach Belieben, ohne objektive Korrekturinstanz nachspielen lassen darf (heute de facto fast 8 (!!) Minuten) kann man über „mehr Gerechtigkeit“ doch nur wiehern. Dazu kommen dann noch zwei Elferschindereien – im Falle von Vestergaard m.E. mehr als gelbwürdig – die beide nicht einmal mit einer Ermahnung bedacht wurden.
    Nicht auszudenken, wären in dieser „Nachspielzeit“ noch Gegentore gefallen.
    So ist es NKs Defensivschule und einer bravourös konzentrierten Abwehrarbeit der kompletten Mannschaft ist zu verdanken, dass die ersten 2 Partien jetzt so gut wie vergessen sind.
    Abgesehen davon, dass ich gegen BMG eigentlich noch nie so eine Aversion wg. überharter und unfairer Spielweise hatte…

  4. Vestergaard ??

    Endlich ein Sieg ! Aber wie lange darf ein Schläger wie Verstergaard noch die Gegenspieler
    verletzen ?

    Frankfurt hat einen Schwerverletzten nach dem Pokal-Halbfinale und 2 Verletzte durch Vestergaards Ellenbogenchecks heute zu verzeichen!!
    —-
    Das geht alles in Deutschland! trotz 4 Männern in schwarz ! trotz Video-Schiri!!
    * Kopf schütteln*

  5. Schon grenzwertig von Vestergard, Marius Wolf kann ein Lied davon singen. Vestergard sollte sich seine Berufswahl mal reiflich überlegen. So jemand hat die Fussballregeln nicht verstanden und die Schiris machen nichts. Drei Punkte ist die Hauptsache auch wenn die Schiris mal endlich härter durchgreifen müssen.

  6. Ja über einen wie Vestergaard kann man sich nur aufregen, hätte er ein Frankfurter Trikot an, wäre er beide Male vom Platz geflogen, das müssen die Schiris doch sehen. Aber heute freuen wir uns über den Sieg, das sah in der ersten Halbzeit richtig gut aus, ein zweites Tor wäre absolut machbar gewesen. Egal, es hat endlich gereicht 🙂

  7. Ein guter Tag. Boateng und Haller spielen top zudammen. Von allen eine solide hochkonzentrierte Leistung.

  8. Wenn Prince heute nicht sein Tor gemacht hätte, hätte er meinerseits mit einer – ob des Tores in der 2. MInute – Majestätsbeleidigung rechnen müssen 😉
    Aber mal im Ernst: der KPB spielt seit 12 Jahren im Proffußball, das muss man doch checken.

    Schwamm drüber. Hervorragende erste 30 Minuten, ordentliches letztes Drittel der ersten HZ, sau-konzentrierte Defensivarbeit in der gesamten Länge der zweiten HZ, aber: Das war eigentlich unser (!) Spiel. 45 MInuten Kontergelegenheit und verdammt wenig daraus gemacht. Auch im Siegen muss man die Wunden versorgen. Das muss klar besser werden. Hinten raus Bälle annehmen, Kopfhoch, passen. Nicht Bälle im Dutzend rauswichsen. Wir haben qualitativ eigentlich die Spieler dazu…

  9. @8 sge1899

    Das Abseits war schon blöd, aber manchmal geht alles sehr schnell und als Stürmer eine typische Reaktion. Unsere Laufleistung laut Kicker 121,96 km!!! Respekt!

  10. @ 8 Nein, das muss er nicht checken. Dem musst Du nicht die Regeln erklären. Schon mal was Reflex gehört?

  11. Falette und Salcedo haben mir heute beide recht Gut gefallen, Fernandes kriegt aber echt jedes Spiel gelb. Das kann mMn so nicht weiter gehen.

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