Der Argentinier dirigierte die Frankfurter Defensive und ist momentan nicht zu ersetzen. (Bild: imago/ActionPictures)

„Ob wir uns auswärts leichter tun, weiß ich nicht“, gab Niko Kovac zuletzt immer wieder an auf die Frage, warum man in der Fremde derzeit leichter und fehlerfreier agiert. War in der Vergangenheit vor allem die Heimstärke ein Schlüssel für erfolgreiche Saisons, so scheint es zum Start der neuen Saison zunächst einmal genau andersherum zu sein. Während man im heimischen Waldstadion noch punktlos ist, musste man auswärts noch kein einziges Gegentor hinnehmen und steht damit in der Auswärtstabelle mit sieben Punkten auf Platz zwei hinter Borussia Dortmund. Der Tabellenletzte 1. FC Köln bleibt damit auch im fünften Spiel ohne Punkt, während die Frankfurter den ersten Sieg seit über 23 Jahren in Müngersdorf feiern konnten.

Personell kündigte das Trainerteam bereits an, dass man in der Englischen Woche frische Kräfte bringen werde. Gegen die Geißböcke starteten deshalb Taleb Tawatha, Gelson Fernandes und Ante Rebic für Carlos Salcedo (nicht im Kader), Jonathan de Guzman und Jetro Willems (beide Ersatzbank). Der Kroate Rebic durfte damit erstmals nach seiner Rückkehr zur Eintracht sein Startelfdebüt feiern. Luka Jovic, der gegen Augsburg am Wochenende noch den 1:2-Anschlusstreffer bereitete, fand sich hingegen erneut auf der Bank wieder.

An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung der vierzehn zensierten Spieler 2,85. Damit wurden die Adlerträger im Schnitt genau eine Note besser bewertet als noch im Augsburg-Spiel. Dort reichte es nur zu einer 3,86.

Die Einzelnoten der über 640 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:

David Abraham:
Eine Passquote von 75 Prozent, eine Zweikampfquote von 90 Prozent. Werte, die bei David Abraham mittlerweile absoluter Standard sind. Der Italo-Argentinier ist aus der Verteidigung der Hessen nicht mehr wegzudenken und ist Woche für Woche dafür im höchsten Maße mitverantwortlich, dass die Mannschaft in dieser Saison erst drei Gegentore kassieren musste. So wird ihm zum zweiten Mal der Titel zum „Spieler des Spiels“ verlieren.

Mijat Gacinovic, Lukas Hradecky, Marius Wolf, Makoto Hasebe:
Mijat Gacinovic musste sich dem knapp geschlagen geben, denn der Serbe ist im Frankfurter Offensivspiel mittlerweile ebenfalls eine feste Institution. Gegen Köln war er enorm quirlig, holte den verwandelten Elfmeter heraus und hatte selbst ein, zwei gute Chancen sich in die Torschützenliste einzutragen. Lukas Hradecky blieb zum dritten Mal in der laufenden Runde ohne Gegentor und erwies sich als starker Rückhalt. Die vereinzelten Chancen der Gastgeber machte er mit ordentlichem Stellungsspiel oder nennenswerten Paraden zunichte. Marius Wolf kam für die Schlussviertelstunde in die Partie und sollte auf der Außenbahn mit seiner Schnelligkeit für Entlastung sorgen. Das gelang ihm ziemlich ordentlich, wenngleich keine klassischen Torraumszenen mehr entstanden. In der Defensive half er zudem den auf seiner Seite postierten Risse erfolgreich aus dem Spiel zu nehmen. Makoto Hasebes stärkste Aktion war sicherlich seine Rettungstat beim Schuss von Zoller. Wäre er nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen, dann hätte Köln mit Sicherheit in der 27. Minute den Ausgleich erzielt. Darüber hinaus wirkte er deutlich cleverer als seine Kölner Gegenspieler, die keine Ideen entwickeln konnten um die Frankfurter Hintermannschaft in Bedrängnis zu bringen.

Taleb Tawatha, Sebastien Haller, Timothy Chandler, Ante Rebic, Jonathan de Guzman, Gelson Fernandes:
Taleb Tawatha wirkte in der Anfangsphase zuweilen noch etwas vogelwild und unkonzentriert. Das legte sich aber mit fortdauernder Spielzeit. 70 Ballkontakte konnte der Israeli am Ende zählen, die beweisen, dass der Außenverteidiger häufig ins Spiel eingebunden wurde und mit einer Zweikampfquote von über 40 Prozent auch noch ganz passabel sich durchsetzen konnte. Sebastien Haller erzielte seinen ersten Bundesligatreffer und das auch noch ziemlich cool vom Punkt. Zudem ergaben sich ihm zwei Chancen im Strafraum, bei denen er sich stark gegen seine Verteidiger durchsetzte aber im letzten Moment noch vom Ball getrennt wurde. Mit etwas stärkerem Durchsetzungsvermögen hätten sich hier erstklassige Chancen ergeben können. Timothy Chandler hatte wenig Höhen und Tiefen in seinem Spiel, weitaus mehr ging sowieso über die linke Seite der Frankfurter. Einsatz und Laufleistung stimmten aber wie immer beim amerikanischen Nationalspieler. Ante Rebic machte auf seiner Seite mit dem Kölner Linksverteidiger Sörensen was er wollte. Ständig einen Schritt voraus und so ärgerte er seinen Gegenspieler über die gesamte Spieldauer. Ihm fehlt leider immer noch etwas die Konsequenz bis zum Ende seine Vorteile auszuspielen. Jonathan de Guzman kam erst in der zweiten Halbzeit aber hatte anfangs Probleme in das intensive und kampfbetonte hineinzufinden. Aber auch hier mit einer absolut ordentlichen Vorstellung. Gelson Fernandes schien seine Pause in Augsburg gewinnbringend nutzen zu können, denn der Schweizer lief absolut überragende 13,14 (!) Kilometer. Zudem kam er auch endlich ohne Gelbe Karte aus. Ein auffällig unauffälliger Charakter auf dem Platz, bei der Benotung gibt es für ihn ein „Befriedigend“. Kevin-Prince Boateng legte Charakterzüge an den Tag, von denen sich die Kölner eine Menge gewünscht hätten. Coolness, Abgeklärtheit und vor allem viel Ruhe. So konnte er zwar seltener an Offensivaktionen glänzen, aber konnte im zentralen Mittelfeld das Spiel in die richtige Richtung lenken. Hin und wieder war er aber trotzdem Ausgangspunkt einer direkten Chance. So zum Beispiel kurz nach der Halbzeit als Haller mit der Hacke im Strafraum der Kölner in Szene setzte. Für eine ordentliche 3,0 hat es trotzdem knapp nicht gereicht.

Kevin-Prince Boateng, Simon Falette:
Kevin-Prince Boateng legte Charakterzüge an den Tag, von denen sich die Kölner eine Menge gewünscht hätten. Coolness, Abgeklärtheit und vor allem viel Ruhe. So konnte er zwar seltener an Offensivaktionen glänzen, aber konnte im zentralen Mittelfeld das Spiel in die richtige Richtung lenken. Hin und wieder war er aber trotzdem Ausgangspunkt einer direkten Chance. So zum Beispiel kurz nach der Halbzeit als Haller mit der Hacke im Strafraum der Kölner in Szene setzte. Für eine ordentliche 3,0 hat es trotzdem knapp nicht gereicht.
Die Leser von SGE4EVER.de bewerteten die Leistung von Simon Falette im Vergleich zum Rest der Mannschaft einen Tick magerer. Dabei nahm er den kompletten Spielverlauf seinen Gegenüber Cordoba aus dem Spiel und konnte auch bei vielen spieltaktischen Werten überzeugen. Dass sein Schubser gegen Bittencourt in der 33. Minute eben auch als Foul gewertet hätte werden können, scheint in jedem Fall bei der Benotung eine Rolle gespielt zu haben.

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3 Kommentare

  1. Falette springt mit Wucht zum Ball. Bittencourt bleibt stehen
    und springt nicht mit. Damit ist Falette auf und über ihm.
    Blöde Situation, es gibt Schiedsrichter, die das locker pfeifen.
    Interessant ist, dass das umgekehrt Haller immer wieder passiert.
    Es sieht halt nicht so spektakulär aus, wie bei dem Zwerg Bittencourt.

  2. Falette ist aber leider generell in seinem Zweikampfverhalten noch etwas… sagen wir „ungestüm“.
    Der muss dringend nen Gang zurück schalten, sonst gibt’s bald den ersten Elfer wegen ihm.

    Abraham ist auch nicht fehlerfrei über die Saison gesehen, aber aktuell wieder unser Fels in der Brandung.

    Salcedo und Russ sind feine Alternativen.
    Wir sind gut aufgestellt!

  3. Ich habe diesmal einige Spieler besser gesehen, und andere schlechter als hier bewertet.
    Klasse fand ich die Souveränität und Coolness von Haller beim Elfmeter, und auch sonst seinen unermüdlichen Einsatz. Hasebe fand ich auch sicher und sehr solide. Fallette gefällt mir immer besser.

    Rebic und Chandlers Spiel wirkte teilweise zerfahren. Von Hradecksy fand ich den Spielaufbau nicht allzu sehr überzeugend.

    Egal, wichtig war, dass mit Kampf und etwas Glück es mit dem 3er geklappt hat.

    Forza SGE!

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